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Fantasy (engl. für "Phantasie") ist ein Oberbegriff über eine Literaturgattung, sowie daraus entstandene Filme und Spiele.


Inhaltsverzeichnis


1 Kennzeichen

  1.1 Typische Stilelemente

2 Geschichte

3 Fantasy als Literatur

  3.1 Untergruppen

4 Film

5 Spiele

  5.1 Bekannte Fantasy-Videospiele

  5.2 Weitere Spiele

6 Kunst

7 Weblinks


Kennzeichen

Die Fantasy zeichnet sich durch Elemente aus, die über die Wirklichkeit der Welt hinausgehen.


Oft werden Elemente oder Motive aus alten Mythen, Volksmärchen oder Sagen übernommen.


Gestalten sind etwa Zwerge, Zauberer, Trolle aber auch andere, frei erfundene Wesen, die meistens in einer ebenfalls erfundenen Welt hausen. Im Gegensatz zur Science Fiction, die ebenfalls mit "nicht realen" Elementen operiert, gehören Zauberei und Magie zum typischen Standardrepertoire der Fantasy.


Daneben werden auch Geschichten, in denen Tieren menschliche Eigenschaften (Sprache, Kultur) gegeben sind, als Fantasy verstanden.


Typische Stilelemente

High Fantasy: Neben dem Auftreten von Magie und mytholgischen Wesen gibt es typische Elemente der Handlung. Dazu gehören an das Mittelalter angelehnte Gesellschaftstrukturen und oft auch an das Mittelalter angelehnte Wirtschaftsstrukturen. Eine klassische Handlungsstruktur ist die Quest.


Geschichte

Fantasy im weitesten Sinne gibt es schon seit langer Zeit.


Jene Sagen, in denen frühere Kulturen die Geschichten ihrer Götter, Halbgötter und Helden festhielt, etwa Homers Ilias, das Nibelungenlied oder den Sagenkreis um König Arthur, betrachten wir heute als Vorgänger des modernen Fantasy. Dies umso mehr, als sie häufig die Grundlage moderner Werke bilden (z. B. in der Phantastik) oder ihre Handlungen adaptiert werden.


In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, etwa mit den Gesängen des fiktiven Barden Ossian, begann die mitteleuropäische Begeisterung für vorzeitliche Epik, siehe auch Schauerroman.


Fantasy als Literatur

Als eigenes Literaturgenre entstand es im 19. Jahrhundert etwa zeitgleich mit der verwandten Science Fiction.


Diese beiden Genres haben auch heute noch eine thematische, wenn auch nicht inhaltliche, Nähe zueinander.


Aufgrund dieser Nähe werden Science Fiction (SF) und Fantasy (F) von vielen Verlagen in einer gemeinsamen Reihe als "SF&F" herausgebracht.


Frühe Vertreter sind Jules Verne und Herbert George Wells (die eher der Science Fiction zugerechnet werden) sowie Lord Dunsany, Mary Shelley (Frankenstein), Bram Stoker (Dracula), Robert Louis Stevenson (Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde) und Oscar Wilde (Das Bildnis des Dorian Gray).


Als Begründer der modernen Fantasy wird oft J. R. R. Tolkien (Der Herr der Ringe) genannt, der mit seinen Werken einen regelrechten Boom auslöste und von vielen Autoren als großes Vorbild angeführt wird.


Mitunter leidet die Fantasy unter dem Image, einer der untersten Bereiche der Jugendliteratur zu sein (Schlagwort: Schmuddelgenre).


»Seriöse« Autoren, die Fantasy verfassten, sind John Updike (Die Hexen von Eastwick) und Hermann Hesse (Das Glasperlenspiel).


Untergruppen

Die Fantasyliteratur kann in folgende nicht streng voneinander abgrenzbaren Untergruppen gegleidert werden:


  • High Fantasy: Klassische Fantasy im Stil von Tolkien
  • Phantastik: Verknüpfung von Fantasy mit der normalen Welt.
  • Kunstmärchen, Märchenromane: Märchenhafte und poetische Fantasy.
  • Animal Fantasy: Geschichten um Tiere


Weiterhin gibt es am Rande des Spektrums noch folgende Untergruppen:


  • Pseudodokumentation: Dokumentationen über Fantasy, z. B. Das Buch der Drachen oder Halbritters Tier- und Pflanzenleben.
  • Pseudohistorisch: Neue Auslegung einer Epoche mithilfe der Phantastik.
  • Science Fantasy: Kein Science Fiction, aber auch kein Fantasy. Auch Steampunk oder Urban Fantasy genannt.
  • Klassische Phantastik - Werke aus der Frühzeit der Phantastik
  • Dark Fantasy: Horrorgeschichten mit Fantasyelementen.
  • Humorvolle Fantasy: beispielsweise die Zamonien-Romane von Walter Moers, die eine selbstironische Einstellung zum Fantasy-Genre zeigen, oder die Scheibenwelt-Reihe von Terry Pratchett.


Film

Wie die verwandte Science Fiction ist auch die Fantasy, wenn auch in geringerem Umfang, verfilmt worden.


Der Herr der Ringe, Harry Potter, und die aktuelle Verfilmung von Cornelia Funkes Tintenherz in Hollywood sind neuere Beispiele.


Weitere bekannte Fantasy-Filme:


  • Der Drachentöter (USA, 1981)
  • Der dunkle Kristall (USA/GB, 1982)
  • Die unendliche Geschichte (D/USA, 1984)
  • Legende (GB, 1985)
  • Labyrinth (GB/USA, 1986)
  • Willow (USA, 1988)
  • Dragonheart (USA, 1996)


Die Anzahl von Fantasy-Serien für das Fernsehen ist ebenfalls überschaubar.


Beispiele sind Charmed und Smallville über Supermans Jugend, oder die schon wieder eingestellten Serien Xena und Herkules.


Spiele

Fantasy ist ebenso wie die Science Fiction der Ursprung vieler Computerspiele, Brettspiele, Spielbücher, Online-Spiele und vor allem auch Rollenspiele (Pen-&-Paper-Rollenspiele und Life-Rollenspiele).


Darüber hinaus gibt es seit etwa 40 Jahren starke Wechselwirkungen zwischen den Spiel- und Romanbereichen.


Rollenspiele wie Dungeons and Dragons (D&D), Shadowrun, Das Schwarze Auge und Warhammer bauten jeweils neue Welten auf.


Zu jedem dieser (und anderer) Spielsysteme erschienen Dutzende von Romanen und Quellenbüchern.


Eine besondere Bedeutung kommt hier D&D zu, welches in Bezug auf auftretende Rassen und deren Eigenschaften einen Quasi-Standard, soweit dies in einem so volatielen Genre möglich ist, geschaffen hat.


Bekannte Fantasy-Videospiele



Weitere Spiele



Kunst

Auch Zeichner haben die Fantasy entdeckt, da sie besonders viel Spielraum für ihre Phantasie bietet.


So gibt es Maler für Buchumschläge, aber auch die japanischen Anime (Filme) und Manga (Comics) verwenden gerne Mythen und Fantasy als Themen.


Überdies sind die Grenzen zwischen den Genres in Japan sehr fließend.


Es ist keine Seltenheit, Fantasy und Science Fiction im selben Werk zu finden.


Siehe auch: Fantasy-Autoren


Weblinks



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