Fachmann oder Fachfrau (auch Spezialist oder Experte) ist eine Person, die über umfangreiches Wissen auf einem oder mehreren bestimmten Fachgebieten oder über spezielle Fähigkeiten verfügt. Auch ein Wissensvorsprung gegenüber dem Durchschnitt kann einen Fachmann definieren. Neben dem reinen Wissen ist auch eine kompetente Anwendung desselben kennzeichnend. Solche Fertigkeiten gründen sich meist auf Training sowie Talent.
Das Expertenwissen eignet sich die Person in der Regel durch eine Ausbildung oder ein Studium an, es kann jedoch auch durch Forschung oder autodidaktisch erworben werden.
Eine Bestätigung, dass eine Person über das Fachwissen verfügt, erfolgt in der Regel durch Übergabe eines Zeugnisses, das durch eine staatliche bzw. staatlich anerkannte oder allgemein anerkannte Prüfung bestätigt wird. Da das Fachwissen auch öffentlich in Büchern, Internet und sonstige Quellen zu bekommen ist, kann sich dies eine Person im Eigenstudium aneignen, wird aber nicht zugleich als Fachmann oder Fachfrau anerkannt.
Ein gesellschaftliches System, in dem Experten die Entscheidungsbefugnis haben, nennt man Expertokratie.
Wer ist ein Experte ?
Aufgrund der offiziellen oder institutionellen Anerkennung als Experte vertreten selbige in der Regel die Ansichten der Regierung oder der Fachmehrheit, oder benutzen zumindest von jenen anerkannte Methoden und Regeln. Personen, die im gleichen Fachgebiet abweichende Ansichten vertreten, werden daher häufig nicht in entscheidende Gremien berufen.
Aus Geschichte und Gegenwart sind Menschen bekannt, die von der Mehrheitsmeinung eines Fachgebietes abweichende Ansichten vertraten oder vertreten. Je nach gesellschaftlichen Gegebenheiten (Meinungsfreiheit, Toleranz Andersdenkender, Gleichberechtigung) konnten diese Menschen ihre Ansichten nur anonym oder pseudonym veröffentlichen. Im Abendland stand das Dogma der christlichen Kirche teilweise neuen Erkenntnissen (Heliozentrisches Weltbild, Evolutionstheorie) entgegen; Andersdenkende wurden dann als Ketzer oder Hexen betrachtet. Erst im Zuge der Gleichberechtigung der Geschlechter erlangten Frauen die Möglichkeit, sich öffentlich zu äußern; in den bis dahin patriarchalischen Wissenschaften wurde Frauen mit unwissenschaftlichen Vorurteilen begegnet.
Gleichwohl ist nicht jeder Mensch, der eine abweichende Ansicht vertritt, einem Experten gleichzustellen. In den Wissenschaften gelten heute Methoden wie wiederholbare Experimente und Argumentationen als Mittel zur Wahrheitsfindung.
Positionen, die der mehrheitlichen wissenschaftlichen Ansicht entgegenlaufen werden oft als Pseudowissenschaft bezeichnet, und von der Wissenschaft pauschal abgelehnt. Diese pauschale Ablehnung ohne inhaltliche Auseinandersetzung führt dazu, dass Vertreter einer abweichenden Ansicht von einer Verschwörung der etablierten Experten sprechen. In diesem Falle nimmt die Auseinandersetzung auch von seiten des Ausenseiters nicht-inhaltliche Argumente auf (Verschwörungstheorie).
Zitate
"Selbst wenn alle Fachleute einer Meinung sind, können sie sehr wohl im Irrtum sein." (Bertrand Russell, englischer Mathematiker und Philosoph, 1872-1970)
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