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Europäischer Aal

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Tabelle


Der Europäische Aal, wissenschaftlich Anguilla anguilla ist eine Art der Gattung Aal und in ganz Europa, Kleinasien und Nordafrika beheimatet.


Er hat einen schlangenförmigen, langgestreckten, drehrunden Körper. Die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgängigen Flossensaum.


In der dicken Haut sind sehr kleine Rundschuppen eingebettet.


Der europäische Aal hat ein oberständiges Maul, d.h. der Unterkiefer ist etwas länger als der Oberkiefer. Die Färbung auf der Oberseite kann zwischen schwarz und dunkelgrün schwanken, wohingegen die Unterseite von gelb (junger, sog. Gelbaal) bis weiß (erwachsener, sog. Blankaal) variieren kann.


Erwachsene Weibchen können bis zu 150 cm lang und 6 kg schwer werden, Männchen erreichen nur 60 cm Länge. Vom Amerikanischen Aal ist der Europäische Aal äußerlich kaum zu unterscheiden.


Inhaltsverzeichnis


1 Lebenszyklus und Fortpflanzung

2 Ernährung

3 Aalfang

  3.1 Angeltechnik

  3.2 Bedeutung in der Küche

4 Siehe auch

5 Weblinks


Lebenszyklus und Fortpflanzung

Der Aal ist ein so genannter katadromer Wanderfisch; das heißt, er wandert zum Laichen von den Flüssen und Bächen hinab ins Meer.


Aale schlüpfen im Atlantik, in der Sargassosee. Die halb entwickelten Aale werden im so genannten Weidenblattstadium (Leptocephalus-Larve), das ca. 3 Jahre dauert, vom Golfstrom in den nördlichen Atlantik getragen.


In dieser Alterstufe spricht man von Glasaalen, diese sind etwa 7 cm lang. Von den europäischen Küsten gelangen sie flussaufwärts in die Binnengewässer des Landesinneren.


Dort wachsen sie die nächsten Jahre zur vollen Größe heran. Weibliche Tiere werden mit 12 bis 15 Jahren geschlechtsreif, männliche bereits in einem Alter von sechs bis neun Jahren. Zum Ablaichen wandern die Tiere nun aus den Gewässern des Landesinneren über die Flüsse dahin zurück, wo sie geschlüpft waren: in die Sargassosee. Dabei werden teilweise Strecken von über 5000 Kilometern zurückgelegt.


Während der letzten Zeit in den Binnengewässern und auf dem Weg zurück zum Meer verändern sich die Körpermerkmale der Tiere: Sie verlieren ihre ursprüngliche Färbung und werden stattdessen silbrig-grau.


Ab diesem Zeitpunkt werden sie Blankaale genannt. Das Umfärben ist vermutlich eine Anpassung an die Gegebenheiten des offenen Meeres - dort ist ein silbrig-glänzender Unterbauch weniger auffällig als ein gelber.


Auch die Augen der Tiere vergrößern sich, eine weitere Anpassung an die Gegebenheiten des Meeres. Die auffallendste Veränderung betrifft jedoch die Nahrungsaufnahme: Die Tiere stellen diese nämlich vollständig ein, und bleiben während der Wanderung auf die angefressenen Fettreserven angewiesen: Der Verdauungstrakt verkümmert und der After bildet sich zurück.


In der Sargassosee laichen die Tiere ab und sterben.


Die Erforschung der Fortpflanzung und Wanderungen des Aales beschäftigt Naturwissenschaftler seit dem Altertum, siehe hierzu den speziellen Artikel Erforschungsgeschichte des Aals


Ernährung

Aale sind insbesondere in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Sie ernähren sich vorwiegend von Würmern, Kleinkrebsen, Insektenlarven etc., aber auch von kleineren Fischen.


Aalfang

Die Aalwanderung in der Ostsee durch die dänischen Belte war die Basis für eine große traditionelle Fischerei mit charakteristischen Netzen (Bundgarn). Meist werden Aale aber in Aalreusen gefangen, die besondere Fallenkostruktionen darstellen.


Eine andere Methode ist das Aussetzen eines Pferdekopfes. Diese wurde in der Blechtrommel von Günter Grass literarisch beschrieben.


Angeltechnik

Fangsaison für den Europäischen Aal ist von Mai bis September. Aale werden beim Grundfischen erbeutet; als Köder dienen Würmer, Krebsstücke oder tote Köderfische. Angler weisen darauf hin, dass Aale nach dem Anbiss möglichst rasch gelandet werden sollten, da sie gerne um Hindernisse unter Wasser herumschwimmen und sich so festsetzen.


Bedeutung in der Küche

Der Aal ist ein beliebter Speisefisch, der sich durch sein extrem fettreiches Fleisch auszeichnet. Aufgrund seines Fettgehaltes eignet er sich besonders zum Räuchern. Er wird aber auch gebraten oder gekocht.


Die berühmte Hamburger Aalsuppe ist dagegen ursprünglich nicht mit Aal gekocht, heute gehört Räucheraal jedoch meist zu den Zutaten.


Die ersten Aalesser waren wohl die Skandinavier, denn in deren Küchenabfällen aus der Zeit zwischen dem Spätpaläolithikum und der Eisenzeit wurden Aalskelette gefunden.


Das Blut des Aals enthält ein Nervengift, welches allerdings beim Kochen, Braten oder Räuchern neutralisiert wird. Aalblut sollte daher nicht mit den Augen oder Schleimhäuten in Berührung kommen.


Glasaale gelten im asiatischen Raum als Delikatesse, weswegen sie in großen Mengen vor den europäischen Küsten gefangen werden. In den letzten Jahren gingen die Fangzahlen dramatisch zurück. Das deutet darauf hin, dass sich der Aal in naher Zukunft von einer einst sehr verbreiteten Fischart zu einer äußerst Gefährdeten entwickeln könnte.


Siehe auch




Weblinks



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