Esslingen am Neckar liegt an der engsten Stelle des Neckartals in Baden-Württemberg. Die Stadt wird durch den Neckar (und die B 10) in zwei Teile zerschnitten. Der Neckar fließt aus der Gemeinde Altbach kommend im Westen am Stadtteil Zell vorbei und verlässt das Esslinger Stadtgebiet zwischen den Stadtteilen Mettingen und Weil in Richtung Stuttgart. Esslingen am Neckar reicht im Osten in die Höhe des Schurwaldes, im Süden reichen die Ausläufer bis zur Filderebene.
Esslingen hat eine Gemarkungsfläche von 4643 Hektar. Davon bestehen 1193 Hektar aus Wald und 112 Hektar aus Gewässern. Auf 93 Hektar werden Weinreben angebaut. 1662 Hektar sind bebaute Grundstücke, auf denen die etwa 90.000 Einwohner leben, mit Straßen, Plätzen, Wegen und Eisenbahn. Von den Einwohnern sind etwa 21 % (18.900) Ausländer.
Die ersten menschlichen Siedlungsspuren stammen etwa von 1000 v. Chr.. Zum ersten Mal wurde Esslingen 777 urkundlich erwähnt, als Abt Fulrad von Saint-Denis die Cella nomine Ezelinga dem Reichskloster Saint Denis bei Paris vermachte.
Vom 13. Jahrhundert bis zum 16. Jahrhundert kam es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen der freien Reichsstadt Esslingen und den Württembergern. Im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 kam etwa die Hälfte der Bevölkerung durch Hunger und Seuchen um. Der 6. September1802 besiegelte das Ende der Unabhängigkeit Esslingens, als die Stadt im Zuge mehrerer Friedensschlüsse von württembergischem Militär in Besitz genommen wurde.
Der Anfang des 19. Jahrhunderts in Esslingen war geprägt von der Industrialisierung. In der Stadt wurde eine Handschuhindustrie, die Sektkellerei Kessler, das Esslinger Nahrungsmittelgewerbe, eine Textilindustrie und die Metallindustrie gegründet. Am 20. November 1845 fuhr die erste Eisenbahn von Cannstatt nach Esslingen.
1933 wurde der Gemeinderat von Esslingen im Zuge der Gleichschaltung von den Nationalsozialisten aufgelöst.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen etwa 47.000 neue Menschen in die Stadt. Es entstanden Siedlungen in Oberesslingen und auf dem Zollberg um die Wohnungsnot zu lindern.
Esslingen am Neckar hat Stadttürme aus dem Mittelalter, eine "Burg" (eigentlich die Reste der früheren Stadtbefestigung mit "Dickem Turm") und eine Altstadt mit Jahrhunderte alten Fachwerk- und Steinhäusern die von einer wechselhaften Geschichte zeugen.
Die Anfänge (Urgeschichte)
Durch archäologische Funde wird eine dauerndende Besiedlung im heutigen Stadtgebiet von Esslingen seit der Jungsteinzeit belegt. Von 1000 v. Chr. gibt es unter der heutigen Stadtkirche menschliche Siedlungsspuren.
E. Gersbach, Ältermittelbronzezeitliche Siedlungskeramik von Esslingen am Neckar. Fundber. Bad.-Württ. 1, 1974, 226-250.
Römerzeit
Im ersten Jahrhundert nach Christus wurde der Esslinger Raum Teil des Römischen Reichs. In dieser Zeit stand auf dem Gebiet von Oberesslingen ein römischer Gutshof. Die nächsten größeren Siedlungen waren Cannstatt und Köngen (Grinario).
Völkerwanderungs- und Merowingerzeit
Aus nachrömischer Zeit fehlen im Neckartal um Esslingen bisher frühalamannische Funde, die auf den Fildern durchaus vorhanden sind. Aus Rüdern stammen einige Funde, die auf ein reiches Grab mit östlichen Einflüssen, wie z.B. einem Satz dreiflügeliger Pfeilspitzen hinweisen.
Der Ortsname auf -ingen deutet auf einen Personenverband, für den ein Mann namens Hezzilo oder Hetsilo als Grundherr oder Familienoberhaupt eine prägende Rolle spielte. Dieser Name blieb zusammen mit -ingen der Name des Dorfes und später auch der Stadt.
Im 6. Jahrhundert wurden die Alemannen von den Merowingern unter König Chlodwig unterworfen und das Gebiet fiel an die Merowinger. Die Alemannen übernahmen jedoch auch unter fränkischer Oberherrschaft Verwaltungsaufgaben und bildeten ein Herzogtum im Frankenreich. Im 8. Jahrhundert versuchten sie wieder eine selbständige Herrschaft herzustellen. Der Versuch scheiterte 746 bei Cannstatt. Mit dem anschließenden Blutgericht wurde das Ende des alemannischen Herzogtums markiert.
In einer forschungsgeschichtlich bedeutenden archäologischen Grabung konnten die Reste der Vitalis-Cella unter der Kirche St. Dionysius ergraben werden. Siedlungsbelege im Umfeld der Cella reichen bis in die späte Merowingerzeit. Älter sind die Reihengräberfelder in Oberesslingen und Sirnau.
Literaturhinweise
R. Christlein, Waffen aus dem völkerwanderungszeitlichen Grabfund von Esslingen-Rüdern. Germania 50, 1972, 259-263
R. Koch, Katalog Esslingen II. Die merowingischen Funde (Das Gräberfeld von Sirnau und die Funde von Berkheim, Mettingen und Oberesslingen). Veröff. Staatl. Amt Denkmalpfl. Stuttgart A, 14/2 (Stuttgart 1969).
L. Reichardt, Ortsnamenbuch des Kreises Esslingen. Veröff. Komm. gesch. Landeskunde Bad. Württ. B 98 (Stuttgart 1982).
G.P. Fehring/B. Scholkmann/P. Anstett, Die Stadtkirche St. Dionysius in Esslingen. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 13 (Stuttgart 1995).
Esslingens urkundliche Bestätigung und Aufstieg
Die erste urkundliche Erwähnung Esslingens stammt aus dem Jahr 777. Abt Fulrad von Saint-Denis vermachte die "Cella nomine Ezelinga", die er vorher von einem alemanischen Adeligen mit dem Namen Hafti bekommen hatte, zusammen mit den Gebeinen des Märtyrers Vitalis für den Fall seines Todes dem merowingischen Reichskloster Saint Denis bei Paris. Das Kloster ließ nach dem Tod des Abtes (784) die sterblichen Überreste von Vitalis aus Italien überführen. Danach entwickelte sich Esslingen zu einem stark besuchten Pilgerort. Um 800 erhält Esslingen das Marktrecht wohl um die Einnahmen des Klosters und die Versorgung der Pilger zu sichern.
Etwa von 950 bis 1050 war Esslingen Münzprägestätte. Aus dieser Zeit existieren nur wenige Aufzeichnungen.
Literaturhinweise
G.P. Fehring/B. Scholkmann/P. Anstett, Die Stadtkirche St. Dionysius in Esslingen. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 13 (Stuttgart 1995).
Die Staufer an der Macht
Im 12. Jahrhundert war das Gebiet in der Hand der Staufer. Friedrich I. Barbarossa übertrug im 1181 seinem Stellvertreter in Esslingen politische und rechtliche Aufgaben die das Umland betrafen und machte spätestens damit Esslingen zur Reichslandstadt.
1213 schenkte Kaiser Friedrich II. die Esslinger Stadtkirche dem Domkapitel Speyer.
Im 13. Jahrhundert wurde in Esslingen mit dem Bau vieler großer Gebäude begonnen. Klöster wurden gebaut, die Brücke über den Neckar stammt aus dieser Zeit und die Kirche St. Vitalis wurde ausgebaut. 1229 wurde in einer Schenkung an das Kloster Salem erstmals das Esslinger Stadtrecht und das Amt des Schuldheiß genannt.
Mit dem Reichtum kam auch die Gegenbewegung der Bettelorden in die Stadt. Unter anderen predigten Dominikaner, Franziskaner und Karmeliter Armut, Buße und Sorge um das Seelenheil. Sie erhielten große Schenkungen und Nachlässe in reichem Ausmaß mit denen sie Klöster und Kirchen errichteten.
Stadtarchäologische Untersuchungen haben zum Aufstieg der Stadt in der Stauferzeit wichtige Quellen erschlossen.
Literaturhinweise
Stadt-Findung. Geschichte - Archäologie - Bauforschung in Esslingen (Stuttgart, Bamberg 2001)*W. Bernhardt/H. Koepf, Die Pfleghöfe in Esslingen (Sigmaringen 1982).
G.P. Fehring/B. Scholkmann/P. Anstett, Die Stadtkirche St. Dionysius in Esslingen. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 13 (Stuttgart 1995).
Streit mit Württemberg
1246 kämpfte Esslingen im Gegensatz zu Graf Ulrich I. von Württemberg in der Schlacht bei Frankfurt auf der Seite der Staufer. Damit begann ein jahrhundertelanger Streit mit den Württembergern.
1312 unterwarf sich Stuttgart neben anderen Städten Württembergs dem Reich und der Stadt Esslingen.
1448 bis 1454 führten Zollstreitigkeiten mit Graf Ulrich V. von Württemberg zum großen Städtekrieg der von den Württembergern gewonnen wurde.
1473 schlossen Esslingen und die Grafen von Württemberg einen Vertrag, der die Esslinger von Steuern auf ihre in der Grafschaft gelegenen Beitztümern befreite. Der Vertrag hatte Bestand bis zum Verlust der Reichsunmittelbarkeit.
Bereits 1472/73 kurz nach dem Tod von Johannes Gutenberg eröffnete Conrad Feyner mit der Esslinger Offizin die erste Druckerei von Esslingen.
1519 fanden die letzten Kämpfe zwischen Esslingen und Württemberg statt und setzten den politischen Ambitionen der Stadt ein Ende.
Reformation
Der erste evangelische Pfarrer wurde in Esslingen 1526 angestellt. Ab 1531 wurde die freie Predigt zugelassen und der Reformator Ambrosius Blarer eingestellt. 1532 wurde in einem Bildersturm die Innenausstattung der Kirchen zerstört. 1531 trat Esslingen dem Schmalkaldischen Bund der Protestanten bei. Als der darauf folgende Krieg gegen Karl V. verloren war musste in der Stadt ab 1548 wieder die Lesung der Messe geduldet werden. 1551 wurden in Esslingen jedoch schon wieder evangelische Gottestdienste abgehalten.
Der Dreißigjährige Krieg
Im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 kam etwa die Hälfte der Bevölkerung durch Hunger und Seuchen um. Finanziell war die Stadt ausgeblutet. Im Westfälischen Frieden behielt Esslingen seine Selbständigkeit.
Der Pfälzische Erbfolgekrieg
Bereits 1688 folgte mit dem Pfälzischen Erbfolgekrieg die nächste Auseinandersetzung. Daraufhin verloren die Bürger ihren Unternehmungsgeist und der Pietismus bekam großen Zulauf.
Esslingen verliert die Unabhängigkeit
1701 zerstörte ein Stadtbrand große Teile von Esslingen.
Der 6. September 1802 besiegelte das Ende der Unabhängigkeit Esslingens als die Stadt im Zuge mehrerer Friedensschlüsse von württembergischem Militär in Besitz genommen wurde. Am 23. November des gleichen Jahres folgte die Zivilinbesitznahme. Esslingen wurde Oberamtsstadt.
1845 bekam Esslingen mit dem Bahnhof ein neues Eingangstor. Am 20. November diesen Jahres fuhr die erste Eisenbahn von Cannstatt nach Esslingen.
Durch die Industrialisierung veränderte sich Mitte des 19. Jahrhunderts das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Gegensätze wurden stärker und führten 1848 zur Gründung des ersten Arbeitervereins in Esslingen durch August Hochberger.
1865 entsteht am linken Neckarufer die Pliensauvorstadt.
1869 wurde in Esslingen der erste gewerkschaftliche Verband der Textilarbeiter in Württemberg gegründet. Die Stadt wurde bis zum Ersten Weltkrieg Hochburg der württembergischen Arbeiterbewegung.
Die Eßlinger Städtische Straßenbahn wurde am 24. Mai 1912 eingeweiht.
Nach dem Ersten Weltkrieg
Am 9. November 1918 kam es zu Demonstrationen der Arbeiter. Es wurde ein Arbeiter- und Soldatenrat gewählt. 1919 übernahmen kommunistische Arbeiter die Stadt. Ein Militäreinsatz der Stuttgarter Regierung kostete 16 Menschenleben und erzwang die Rückkehr zur Ruhe.
1922 bildete sich in Esslingen bereits eine Ortsgruppe der NSDAP.
Am 18. Dezember 1926 wurde die Filderstraßenbahn in Betrieb genommen. Sie war die letzte Straßenbahn die eine Betriebsgenehmigung erhielt. Seitdem gab es nur noch die Genehmigung von Streckenverlängerungen. Die Filderstraßenbahn verband die Orte auf der westlichen Filderebene mit Esslingen und transportierte zunächst insgesamt 153 Millionen Fahrgäste von Denkendorf und danach von Neuhausen bis Esslingen. 1958 bekam die Bahn zwei moderne Großraumzüge. Bis zu ihrer Stillegung im Februar 1978 war sie die steilste Straßenbahn der Welt ohne Zahnradbetrieb.
Vor dem Zweiten Weltkrieg
1933 wurde der Gemeinderat von Esslingen im Zuge der Gleichschaltung von den Nationalsozialisten aufgelöst. In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November wurde die Synagoge im Heppächer geschändet. Jüdische Mitbürger wurden zur Vernichtung in den Osten deportiert.
1. Januar 1939. Der Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen, ein Eigenbetrieb nach Paragraph 103 der Gemeindeordnung, wird auf Rechnung der Stadt Esslingen geführt.
7. Juli 1944. Die Eßlinger Städtische Straßenbahn stellt nach 32 Jahren den Betrieb ein und wird durch Oberleitungsbusse ersetzt.
Nachkriegszeit - Esslingen wächst
Am 22. April 1945 wurde Esslingen von US-amerikanischen Soldaten besetzt und hatte damit den Zweiten Weltkrieg ohne größere Schäden überstanden.
Bis 1947 kamen etwa 47.000 neue Menschen in die Stadt. Durch Siedlungen in Oberesslingen und auf dem Zollberg wurde die Wohnungsnot gemildert. In Oberesslingen, Sirnau und Zell entstanden neue Industriegebiete. So wurde das starke Wachstum der Stadt ermöglicht.
Als der Arbeitsmarkt in den 60er und 70er Jahren leer war wurden viele südeuropäische Arbeitnehmer nach Esslingen geholt.
Die Neckarbrücken Esslingens und die Ringstraßen Ost und Nord wurden in den 60er Jahren gebaut.
Am 3. April 1974 wurde Berkheim eingemeindet. Bürgermeister Wilhelm Deuschle (Berkheim) und Oberbürgermeister Eberhard Klapproth (Esslingen) unterzeichneten den Eingliederungsvertrag. Damit wurde auch die so genannte unechte Teilortswahl eingeführt, womit gewährleistet wurde, dass immer eine festgelegte Anzahl Berkheimer in den Esslinger Gemeinderat einzog. Im Vertrag wurde auch aufgenommen, dass im Rathaus von Berkheim eine eigene Ortsverwaltung erhalten bleibt.
Am 1. Juli 1974 wurde Zell eingemeindet, wobei sich der Vertrag am Berkheimer Modell orientierte. Esslingen war nach dem Krieg die größere schwäbische Stadt mit dem höchsten KPD-Anteil. Auch nach dem Verbot der KPD fort, war Esslingen Ort intensiver linker Tätigkeit, was sich unter anderem in zahlreichen Tierschutzaktivitäten niederschlug.
Esslingen heute
1978 fand in Esslingen zum ersten Mal ein Weihnachtsmarkt statt.
1995 stiftete Esslingen den Theodor-Haecker-Preis für politischen Mut und Aufrichtigkeit.
1997 - Der Esslinger Weihnachtsmarkt ist zum ersten Mal auch Mittelaltermarkt Weblink.
14. September 2002. Die Esslinger Bahnhofstraße wird zur Fußgängerzone und zieht mit Cafés, großen Einkaufszentren, mehreren Lokalen und kleinen Läden Leute aus der ganzen Region an.
Das Wappentier der Stadt Esslingen am Neckar ist der reichsstädtische Adler mit den Buchstaben CE (Civitas Esslingensis) auf der Brust. Über das Dienstsiegel hinaus wird er insbesondere auf amtlichen Bekanntmachungen, Stellenausschreibungen, städtischen Fahnen, Urkunden oder als Abzeichen auf Uniformen (beispielsweise der Freiwilligen Feuerwehr Esslingen oder dem
gemeindlichen Vollzugsdienst) verwendet.
Darüber hinaus werden der Adler und das Logo der Stadt bei städtischen Druckerzeugnissen und Veröffentlichungen gemeinsam verwendet.
Auf städtischem Geschäftspapier ist der Adler mit einer Helligkeit von 10 Prozent großformatig hinterlegt.
Etwa 39 % (35.100) der Einwohner Esslingens sind evangelisch und rund 27 % (24.300) katholisch. Daneben gibt es unter anderem auch eine griechisch-orthodoxe Gemeinde, Moslems, Juden und viele weitere Gemeinden in der Stadt. Esslingen hat traditionell Präsenzen vieler
bibeltreuer Bewegungen wie Christadelphia'. Als Esslingen im Jahr 777 zum ersten Mal erwähnt wurde, gehörte die Stadt dem Abt Fulrad von Saint-Denis. Später kamen Bettelorden in die Stadt. Unter anderen predigten Dominikaner, Franziskaner und Karmeliter in Esslingen.
Der erste evangelische Pfarrer wurde in Esslingen 1526 angestellt. Ab 1531 wurde die freie Predigt zugelassen und der Reformator Ambrosius Blarer eingestellt. 1532 wurde in einem Bildersturm die Innenausstattung der Kirchen zerstört.
In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1933 wurde die Synagoge im Heppächer geschändet. Jüdische Mitbürger wurden zur Vernichtung in den Osten deportiert.
Nach mehrjährigen Verhandlungen wurde 2004 der Bau einer Moschee genehmigt.
(1) Zu den 48.000 Altbürgern kamen in den Wirren nach dem Zweiten Weltkrieg 47.000 Neubürger dazu.
Politik
Der Oberbürgermeister der Stadt wird von den Bürgern und Bürgerinnen der Stadt Esslingen am Neckar direkt gewählt. Seit dem 1. März 1998 hat der Architekt, Stadtplaner, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Dr. Jürgen Zieger (SPD) das Amt des Oberbürgermeisters inne und leitet somit die allgemeine Verwaltung (Dezernat I). Die Wahlen zum Oberbürgermeister finden alle 8 Jahre und somit das nächste Mal 2006 statt.
Vom Gemeinderat werden drei Beisitzer (Bürgermeister) gewählt. Dies sind im Augenblick als Erster Bürgermeister Wilfried Wallbrecht der den technischen Bereich (Dezernat II) leitet, Bürgermeister Bertram Schiebel in der Finanzverwaltung (Dezernat III) und Bürgermeister Dr. Markus Raab für das Ordnungs-, Sozial-, Kultur- und Schulwesen (Dezernat IV).
Der Gemeinderat hat 40 Sitze. Die CDU ist seit 2004 mit 13 Sitzen die stärkste Partei.
Folgende Kandidaten der CDU wurden gewählt: Dr. Carl-Eberhard Klapproth, Markus Grübel, Otto Rapp, Ursula Merkle, Gerhard Deffner, Gerd Moßler, Regina Hemminger, Dr. Jörn Lingnau, Edward-Errol Jaffke, Ernst Mauz, Thomas Ocker, Dr. Dietgard Walter-Fischer und Heinz Entenmann.
Die SPD hat elf Sitze, für die folgende Personen gewählt wurden: Wolfgang Drexler, Andreas Koch, Otto Blumenstock, Klaus Hummel, Richard Kramartschik, Christa Müller, Elke Beaussencourt-Hirsch, Otto Dieringer, Giesela Arnold-Schäfer, Heidi Bär, Raffael Pasquet
FUW acht Sitze: Dr. Dieter Deutschle, Sigrid Beh, Jürgen Merz, Brigitte Nann, Jörg Zoller, Friedrich Rapp, Wilhelm Berner und Bernhard Heubach.
Grüne fünf Sitze: Carmen Tittel, Clarissa De Ponte, Alexander Englmann, Petra Schaback und Markus Hanselmann.
Die letzte Wahl zum Gemeinderat (lila Stimmzettel) fand gleichzeitig mit der Europawahl 2004 (grauer Stimmzettel), der Wahl des Kreistages des Landkreises Esslingen (grüner Stimmzettel) und der Wahl der Regionalversammlung (orangefarbener Stimmzettel) am 13. Juni 2004 statt. In den Stadtteilen Zell und Berkheim konnte zum letzten Mal auch der Ortschaftsrat gewählt werden.
Der Esslinger Gemeinderat hat 40 Sitze. Deshalb hatte jeder Wahlberechtigte 40 Stimmen. Zur Wahl standen folgende 7 Parteien (Personenzahl): CDU (40), SPD (40), Freie Wähler (40), Die Republikaner (21), FDP (30), Bündnis 90/Die Grünen (40), Für Esslingen (36).
Nach 1999 durften sich zum zweiten Mal auch rund 6.200 nichtdeutsche EU-Bürger(innen) in Esslingen am Neckar an den Gemeinderats- und Kreistagswahlen beteiligen. Zum ersten Mal waren auch die Bürger(innen) aus den 10 neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern dabei.
Städtepartnerschaften
Esslingen am Neckar hat im Augenblick (Januar 2004) 10 Partnerstädte:
1971 erhielt Esslingen die Ehrenfahne des Europarates.
Am 7. Januar 2004 erhielt Esslingen die Ehrenplakette des Europarates für herausragende Leistungen zur Förderung des europäischen Gedankens im Zusammenhang mit den zehn Städtepartnerschaften. Sie wurde auf dem Neujahrsempfang dem Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger stellvertretend für die gesamte Esslinger Bürgerschaft überreicht.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Unternehmen der Stadt sind hauptsächlich in den Branchen Dienstleistungen, Elektroindustrie, Fahrzeugbau, Maschinenbau, Medien und Verlage und Pneumatik tätig und stellen in Esslingen etwa 56.000 Arbeitsplätze zur Verfügung.
Die Industrie- und Handelskammern Esslingen und Nürtingen werden am 1. Januar 2005 fusionieren. Danach wird die Kammer mit 25.000 Mitgliedern Platz zwei innerhalb der IHK Region Stuttgart einnehmen und ein größeres Mitspracherecht in der Vollversammlung haben. Ein weiterer Grund für die Fusion sind Kosteneinsparungen.
Bekannte Firmen in Esslingen am Neckar
Der Automobilkonzern DaimlerChrysler hat in der ehemaligen Maschinenfabrik Esslingen in der Pliensauvorstadt ein Schulungszentrum für EDV-Anwendungen. In Mettingen hat die Firma eine Graugießerei in der Achsteile, Getriebewellen, Pleuel und jedes Jahr 8,7 Millionen Bremsscheiben hergestellt werden. Bis Mitte 2003 wurden etwa 1,75 Millionen Tonnen Stahl vergossen. Das Werk wurde 1912 von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht und zwischenzeitlich immer wieder modernisiert.
Müller Weingarten entwickelt und baut vor allem mechanische Großanlagen zur Blechumformung (Weblink).
Panasonic stellt in Esslingen hochwertige Bildröhren her, bekommt aber durch die immer günstiger werdende Konkurrenz der Plasmabildschirme und LCD-Displays seit Mitte 2003 immer größere Probleme.
Verkehr
Etwa zehn Kilometer südwestlich der Stadt, auf der Gemarkung der Stadt Leinfelden-Echterdingen, befindet sich mit dem Flughafen Stuttgart, der größte und wichtigste Flughafen des Landes Baden-Württemberg. Ein Flugzeug wurde nach Esslingen benannt. An der A 8 von Karlsruhe nach München gibt es kurz nach dem Flughafen eine Ausfahrt Esslingen.
Esslingen liegt auch direkt an der B 10, die von Stuttgart bis Göppingen vierspurig ausgebaut ist.
Die Städtischen Verkehrsbetriebe Esslingen befördern mit 44 Fahrzeugen jährlich etwa 8,5 Millionen Fahrgäste. (Weblink). In Esslingen verkehren auf einer der letzten O-Bus-Linien Deutschlands neun elektrische O-Busse und zehn DUO-Busse.
Seit 1994 gibt es auch in Esslingen die Möglichkeit zum Car-Sharing. Im Moment (Sommer 2004) stehen den etwa 160 Mitgliedern der Aktion Gemeinschaftsauto 11 Fahrzeuge auf 8 Stellplätzen in der Stadt verteilt zur Verfügung. (Weblink)
Baustellen
Für die nächsten Jahre ist ein größerer Umbau im Bereich des Bahnhofes mit Kosten in Höhe von insgesamt etwa 7,4 Millionen Euro geplant. Zwischen der Pliensaustraße und der Bahnhofstraße wird die so genannte Südtangente gebaut. Vom baden-württembergischen Umwelt- und Verkehrsministerium bekommt die Stadt dafür Fördergelder in einer Höhe von 4,9 Millionen Euro.
Der erste Bauabschnitt soll 4,9 Millionen Euro kosten. Er ist die Voraussetzung für den Umbau des Bahnhofsvorplatzes und beginnt noch 2004 mit der Verlegung von Oberleitungen. Im Frühjahr oder im Herbst 2005 soll die alte Bahnbrücke abgerissen werden. Über die Bahngleise und die neue Neckarstraße wird bis zum Pliensauturm ein neuer Steg für Radfahrer und Fußgänger gebaut.
Der zweite Bauabschnitt beginnt frühestens 2007. Dann wird die Neckarstraße hinter dem Bahnhof auf dem Gelände des heutigen Gleis 1 weitergeführt. Sie mündet dann in den Bahnhofsvorplatz.
Erst der letzte Bauabschnitt, bei dem die Neckarstaße bis zu den Stadtwerken weitergeführt wird, gibt der Südtangente ihre volle Funktion.
Abfallwirtschaft
Hausmüll
Esslingen gibt wie viele andere Städte einen Müllkalender heraus.
In Esslingen gibt es für den Abfall getrennte Mülltonnen für Biomüll, Hausmüll und Papier. Die Biomülltonnen werden alle zwei Wochen geleert. Für Hausmüll kann man zwischen zwei- oder vier-wöchentlicher Abfuhr wählen. Verpackungen werden im Rahmen des Grünen Punktes in so genannten gelben Säcken gesammelt und wie das Papier alle vier Wochen abgeholt.
Sperrmüll wird gegen Abgabe eines von zwei Gutscheinen jährlich kostenlos abgeholt. Man kann ihn auch selbst direkt zu einer Entsorgungsstation oder Deponie bringen. Bei den Ensorgungsstationen kann man zum Recycling auch seinen Elektronikschrott, Metallschrott und andere wiederverwertbare Stoffe abgeben.
Für Sondermüll wie zum Beispiel Leuchtstoffröhren, Lacke und Autopflegemittel gibt es besondere Problemstoffsammlungen.
Daneben gibt es noch Altglas- und Altkleidercontainer. Einige Vereine führen auch Altpapier- und Altkleidersammlungen durch. Und manches gute Stück kann man auch bei den so genannten Warentauschtagen loswerden.
Gewerbemüll
Abfälle aus Betrieben in ähnlicher Menge und Art wie Hausmüll werden hausmüllähnliche gewerbliche Siedlungsabfälle zur Beseitigung genannt. Für diese sind so genannte Pflichtmülltonnen vorgeschrieben.
Für Verkaufsverpackungen und Sondermüll haben Betriebe die Auswahl zwischen verschiedenen Anbietern.
Öffentliche Gebäude der Stadt Esslingen am Neckar
Bildung
In Esslingen gibt es neben Grund- und Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Sonderschulen auch eine Fachhochschule für Technik (FHTE) und eine Fachhochschule für Sozialwesen (hfs). Daneben gibt es ein Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gmynasien) und das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf in der Nähe von Esslingen. Die Technische Akademie Esslingen (TAE) hat ihren Sitz seit 1976 in Ostfildern, unweit von Esslingen.
Das Berufsschulzentrum des Landkreises Esslingen in Esslingen-Zell umfasst drei selbständige Schulen: die Friedrich-Ebert-Schule (Gewerbliche Schule), die John-F.-Kennedy-Schule (Kaufmännische Schule) und die Käthe-Kollwitz-Schule (Hauswirtschaftliche Schule).
Eine der größten sportlichen Einrichtungen Esslingens ist das Eberhard-Bauer-Stadion in Weil. Daneben verfügt Esslingen auch über eine Kunsteisbahn, mehrere Sporthallen, Sportplätze und Tennisplätze.
Schwimmen kann man in der Innenstadt im Merkelschen Schwimmbad, im Städtischen Neckarfreibad und im Freibad und Hallenbad in Berkheim.
1804 wurde in Esslingen am Ottilienplatz in der ehemaligen Aegidienkapelle die erste feste Bühne eingerichtet, auf der wohl zunächst nur einfache Stücke gespielt wurden. Sie hatte noch kein festes Ensemble. Das neue Schauspielhaus gibt es seit 1982. Neben dem Schauspielhaus in der Strohstraße gibt es noch das Studio am Blarerplatz für Kinder- und Jugendtheater und das Theater am Zollberg, das vor allem für kleinere Studioproduktionen genutzt wird. Gespielt werden zeitgenössische Stücke und Klassiker, Musicals und Stücke für Jugendliche und Kinder.
Der Schwörtag mit dem anschließenden Bürgerfest findet jedes Jahr am ersten Wochenende im Juli statt. In den Straßen und auf den Plätzen wird Musik gemacht, Vereine organisieren Vorführungen und bieten Köstlichkeiten an. Samstags findet der größte Flohmarkt Esslingens mit Hunderten von meist privaten Ständen statt.
Geschichte des Schwörtags
Der Schwörtag war von 1392 bis 1801 das wichtigste Ereignis von Esslingen. In einem feierlichen Rechtsakt wurden die Rechte zwischen Gemeinde und Magistrat beschworen. Aus dem Statutenbuch, dem größten öffentlichen Heiligtum der Gemeinde, wurde vorgelesen. Bürgermeister, Rat und Bürgerschaft gelobten sich gegenseitig Treue und Gehorsam und bekräftigten das mit einem Schwur.
Damit verbunden war immer ein großes Volksfest, das Menschen aus ganz Schwaben anzog.
Esslinger Weihnachts- und Mittelaltermarkt
An zahlreichen mittelalterlichen Ständen werden jedes Jahr im Dezember auf dem Marktplatz von Händlern wie vor vielen hundert Jahren die Waren angepriesen. Die Fachwerkhäuser mit dem alten und dem neuen Rathaus in der Umgebung verleihen dem Spektakel eine einzigartige Atmosphäre. Fackelkörbe säumen die Wege und spenden Wärme, Licht und Rauch. Gerüche von Glühwein und Gebratenem liegen in der Luft. Es werden alte Handwerkstechniken wie das Drehen von
Hanfseilen und das Färben gezeigt. Axon der Schmied gebraucht Hammer und Amboss. Von mittelalterlichen Spielleuten werden auf der Bühne Lieder angestimmt, die von keltischen Harfen, Flöten und Sackpfeifern begleitet werden (Weblink).
Am 5. Dezember 2003 entstand in Esslingen der größte Lebkuchen, der jemals gebacken wurde. Er war zehn Meter lang und vier Meter breit und wurde auf dem Weihnachtsmarkt verkauft. Die benötigten Zutaten waren 350 kg Mehl, 180 kg Sirup und acht Kilogramm Gewürze. Mit Marzipan und Zuckerguss brachte das Kunstwerk, welches einen großen Nikolaus nachbildete, 650 kg auf die Waage.
Theodor Georgii, Persönlichkeit der deutschen Turnerbewegung und ab 1850 Herausgeber des Turnblatts für und aus Schwaben, das ab 1854 zur Eßlinger Turnzeitung umbenannt wurde
August Hochberger, Gründer des ersten Esslinger Arbeitervereins
Helmut Krausser, deutscher Schriftsteller, wurde in Esslingen am Neckar geboren
Rudolph Lempp, prägte als Architekt und Stadtbaurat in den 1920er Jahren das Stadtbild von Esslingen am Neckar
Eugen Merkel, Leiter der Firma Merkel & Wolf und Gründer der Esslinger Aktienbank
Oskar Merkel, unter seiner Führung wurde die Firma Merkel & Wolf zum Großbetrieb und die Eßlinger Wolle ein verbreitetes Markenzeichen
Wilhelm Morlock, erster sozialdemokratischer Gemeinderat
Julius Motteler, Arbeiterführer
Johann David Palm, Verwalter im kaiserlichen Heer im 17. Jahrhundert
Franz Palm und Jonathan Palm, waren im Bankgeschäft und als Hofjuweliere tätig
Michael Stifel (auch Styfel oder Stieffel), ein deutscher Theologe und Mathematiker
Graf Alexander von Württemberg, war Dichter und gehörte als Oberstleutnant dem in Esslingen am Neckar stationierten 3. Württembergischen Reiterregiment an
Kulinarische Spezialitäten
Der Esslinger Weinbau hat eine lange Tradition. Bereits 778 gab es in der Gegend Weingärten. Esslingen exportierte den Wein schon im Mittelalter bis ins Elsass und nach Bayern. Bereits 1901 wurde die erste Genossenschaft der Stadt gegründet. 1970 schlossen sich die drei Genossenschaften Esslingen, Sulzgries und Mettingen zu einer zusammen, die heute 167 Mitglieder hat.
Auf einer Fläche von 80 Hektar werden über 20 Rebsorten angebaut. Davon befinden sich etwa 30 Hektar auf den südlichen Terrassen am Neckar. Die kleinste Württemberger Einzellage Esslinger-Burg bringt besonders gehegte Weine hervor.
Den Hauptanteil am Esslinger Sortiment bildet mit etwa 70 % der Rotwein.Bis zum Jahrgang 2002 war 30 Jahre lang auf den Flaschen der Reichsadler der Stadt Esslingen zu sehen.
Mit dem Jahrgang 2003 kamen drei neue Weine. Der erste Esslinger Weiße Burgunder, ein fruchtiger Rotwein aus drei Cabernet-Sorten und ein Samtrot Auslese.
Die Weine aus Esslingen haben Namen wie: Accolon, Dorsa (Cabernet), Dorio (Cabernet), Cubin (Cabernet), Faifegrädler, Glockenspiel, Postmichel, Staffelsteiger und Zweigelt.
Der Sekt der ersten deutschen Sektkellerei Kessler, die 1826 von Georg Christian Kessler in Esslingen am Neckar gegründet wurde.
Literatur
Amtsgericht Esslingen, Finanzministerium Baden-Württemberg, Juni 2004
Beschreibung des jährlichen Schwörtags der Reichsstadt Esslingen, Faksimiledruck, Buchhandlung H.Th.Schmidt Esslingen, ISBN_3-922360-02-9
Der Schwörtag mit dem anschließenden Bürgerfest findet jedes Jahr am ersten Wochenende im Juli statt. In den Straßen und auf den Plätzen wird Musik gemacht, Vereine organisieren Vorführungen und bieten Köstlichkeiten an. Samstags findet der größte Flohmarkt Esslingens mit hunderten von meist privaten Ständen statt.
Geschichte des Schwörtags
Der Schwörtag war von 1392 bis 1801 das wichtigste Ereignis von Esslingen. In einem feierlichen Rechtsakt wurden die Rechte zwischen Gemeinde und Magistrat beschworen. Aus dem Statutenbuch, dem größten öffentlichen Heiligtum der Gemeinde wurde vorgelesen. Bürgermeister, Rat und Bürgerschaft gelobten sich gegenseitig Treue und Gehorsam und bekräftigten das mit einem Schwur.
Damit verbunden war immer ein großes Volksfest, das Menschen aus ganz Schwaben anzog.
Esslinger Weihnachts- und Mittelaltermarkt
An zahlreichen mittelalterlichen Ständen werden jedes Jahr im Dezember auf dem Marktplatz von Händlern wie vor vielen hundert Jahren die Waren angepriesen. Die Fachwerkhäuser mit dem alten und dem neuen Rathaus in der Umgebung verleihen dem Spektakel eine einzigartige Atmosphäre. Fackelkörbe säumen die Wege und spenden Wärme, Licht und Rauch. Gerüche von Glühwein und Gebratenem liegen in der Luft. Es werden alte Handwerkstechniken wie das Drehen von
Hanfseilen und das Färben gezeigt. Axon der Schmied gebraucht Hammer und Amboss. Von mittelalterlichen Spielleuten werden auf der Bühne Lieder angestimmt, die von keltischen Harfen, Flöten und Sackpfeifern begleitet werden (Weblink).
Am 5. Dezember 2003 entstand in Esslingen der größte Lebkuchen, der jemals gebacken wurde. Er war zehn Meter lang und vier Meter breit und wurde auf dem Weihnachtsmarkt verkauft. Die benötigten Zutaten waren 350 kg Mehl, 180 kg Sirup und acht Kilogramm Gewürze. Mit Marzipan und Zuckerguss bringt das Kunstwerk, welches einen großen Nikolaus nachbildet, 650 kg auf die Waage.
Theodor Georgii, Persönlichkeit der deutschen Turnerbewegung und ab 1850 Herausgeber des Turnblatts für und aus Schwaben das ab 1854 zur Eßlinger Turnzeitung umbenannt wurde
August Hochberger, Gründer des ersten Esslinger Arbeitervereins
Helmut Krausser, deutscher Schriftsteller, wurde in Esslingen am Neckar geboren
Rudolph Lempp, prägte als Architekt und Stadtbaurat in den 20er Jahren das Stadtbild von Esslingen am Neckar
Eugen Merkel, Leiter der Firma Merkel & Wolf und Gründer der Esslinger Aktienbank
Oskar Merkel, unter seiner Führung wurde die Firma Merkel & Wolf zum Großbetrieb und die Eßlinger Wolle ein verbreitetes Markenzeichen
Wilhelm Morlock, erster sozialdemokratischer Gemeinderat
Julius Motteler, Arbeiterführer
Johann David Palm, Verwalter im kaiserlichen Heer im 17. Jahrhundert
Franz Palm und Jonathan Palm, waren im Bankgeschäft und als Hofjuweliere tätig
Michael Stifel (auch Styfel oder Stieffel), ein deutscher Theologe und Mathematiker
Graf Alexander von Württemberg, war Dichter und gehörte als Oberstleutnant dem in Esslingen am Neckar stationierten 3. Württembergischen Reiterregiment an
Kulinarische Spezialitäten
Der Esslinger Weinbau hat eine lange Tradition. Bereits 778 gab es in der Gegend Weingärten. Esslingen exportierte den Wein schon im Mittelalter bis ins Elsass und nach Bayern. Bereits 1901 wurde die erste Genossenschaft der Stadt gegründet. 1970 schlossen sich die drei Genossenschaften Esslingen, Sulzgries und Mettingen zu einer zusammen, die heute 167 Mitglieder hat.
Auf einer Fläche von 80 Hektar werden über 20 Rebsorten angebaut. Davon befinden sich etwa 30 Hektar auf den südlichen Terrassen am Neckar. Die kleinste Württemberger Einzellage Esslinger-Burg bringt besonders gehegte Weine hervor.
Den Hauptanteil am Esslinger Sortiment bildet mit etwa 70 % der Rotwein.Bis zum Jahrgang 2002 war 30 Jahre lang auf den Flaschen der Reichsadler der Stadt Esslingen zu sehen.
Mit dem Jahrgang 2003 kamen drei neue Weine. Der erste Esslinger Weiße Burgunder, ein fruchtiger Rotwein aus drei Cabernet-Sorten und ein Samtrot Auslese.
Die Weine aus Esslingen haben Namen wie: Accolon, Dorsa (Cabernet), Dorio (Cabernet), Cubin (Cabernet), Faifegrädler, Glockenspiel, Postmichel, Staffelsteiger und Zweigelt.
Der Sekt der ersten deutschen Sektkellerei Kessler die 1826 von Georg Christian Kessler in Esslingen am Neckar gegründet wurde.
Literatur
Amtsgericht Esslingen, Finanzministerium Baden-Württemberg, Juni 2004
Beschreibung des jährlichen Schwörtags der Reichsstadt Esslingen, Faksimiledruck, Buchhandlung H.Th.Schmidt Esslingen, ISBN_3-922360-02-9
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