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Eröffnung (Schach)

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Jede Partie Schach beginnt mit der Eröffnung. Je nachdem, welche Bauern zuerst gezogen werden, spricht man von einer offenen, halboffenen oder geschlossenen Partie.


Inhaltsverzeichnis



1 Eröffnungstheorie

2 Die Geschichte der Schacheröffnung

3 Eröffnungsliteratur

4 Eröffnungsbibliotheken

5 Die Grundstellung auf dem Schachbrett

6 Die Wahl des Eröffnungssystems

7 Populäre Eröffnungen

8 Ausführliche Systematik


Eröffnungstheorie

In der Eröffnung geht es vor allem darum, seine Figuren zu entwickeln, also in vorteilhafte Stellungen zu bringen. Meist ist mit der Eröffnung auch ein Angriff auf die Mitte des Spielfeldes verbunden. Man sollte in der Eröffnung darauf achten, seinem König die Rochade, z.B. durch falsche Bauernzüge, nicht zu verbauen, da das dem Gegner schnell zu einem Angriff auf den König verhelfen kann.


Die großen Schachlehrer Ruy Lopez, Gioacchino Greco, Philidor, aber auch großartige Schachspieler wie Paul Morphy, vor allem aber auch die Schachweltmeister, angefangen mit Wilhelm Steinitz bis hin zu Garri Kasparov heutzutage, haben die Grundzüge der Eröffnungslehre stets weiter vorangetrieben, so dass heute quasi folgende Grundsätze in der Schacheröffnung gelten:


  • Ziehe anfangs einen Zentralbauern, um die Läufer entwickeln zu können.
  • Entwickle dann die Leichtfiguren (Läufer,Springer)
  • Vermeide die Dame zu früh ins Spiel zu bringen, auf das Schäfermatt fallen nur Anfänger rein.
  • Jede Figur sollte in der Eröffnung möglichst nur einmal gezogen werden.
  • Jeder Zug sollte der Beherrschung des Zentrums, der Sicherung der eigenen Figuren, oder dem Angriff auf den gegnerischen König gewidmet sein.
  • Ein Schutz des Königs, durch eine Rochade, sollte so früh wie möglich in der Eröffnungsphase geschehen.


Es gibt genügend Eröffnungen, die sich nicht an diese Regeln halten, bei den meistgespielten Eröffnungen jedoch wird man diese Regelmotive deutlich erkennen können.


Die Geschichte der Schacheröffnung

Die Geschichte der Schacheröffnungen beginnt mit dem Großvater des Schachspiels, dem indischen Spiel Tschaturanga. In Tschaturanga zogen einige der heutigen Figuren noch nicht so, wie wir es heute gewohnt sind. Die Bewegungsmöglichkeiten waren sehr viel geringer, so dass in der Regel bis zu 20 Züge notwendig waren, bevor eine Feindberührung überhaupt möglich wurde.


Tschaturanga entwickelte sich in Persien weiter zu Shatranj. Bei Shatranj kam die Neuerung hinzu, dass Meisterspieler so genannte Tabijen entwickelten, das heißt es wurden Figurenaufstellungen kreiert, die ein Aufeinandertreffen der Parteien bereits mit dem ersten Zug möglich machten, jedoch waren die Tabijen so ausgeklügelt, dass keine Partei von Anfang an einen Vorteil besaß._ In diesen Tabijen ist die Grundidee zu der heutigen Eröffnungslehre zu suchen.


Schach, in der Form wie es heute gespielt wird, gibt es in dieser Form erst seit 300 Jahren. Die Bewegung einiger Figuren ist neu, die Dame zieht weiter, die Läufer ebenso - und zuletzt kamen sogar noch solche Spezialzüge wie die Rochaden, das Schlagen en passant und der Doppelschritt des Bauern hinzu. Tabijen haben in unserer heutigen Zeit ihren Sinn verloren, denn die Figurenaufstellung wird durch jeden Spieler selber bestimmt, wobei sich die gegnerischen Parteien gegenseitig beeinflussen, was den Hauptgrund für die heute notwendige Eröffnungslehre bildet.


Früher meinte man, dass man in der Eröffnung unbedingt danach streben sollte, das Zentrum - das sind die Felder d4,d5,e4,e5 - mit Bauern zu besetzen, um so die Herrschaft über das Zentrum zu erkämpfen. Folgerichtig begannen die meisten Schachpartien mit den Zügen e4,e5 bzw. d4,d5 (siehe auch: Damengambit). Mit dieser Auffassung verbindet man insbesondere den Namen des Schachmeisters Tarrasch.


Später gelangte man zu der Auffassung, dass es ja eigentlich darum geht, das Zentrum zu kontrollieren - ohne es zwingend mit Bauern zu besetzen. Dabei erlangten u.a. die indischen Eröffnungen an Bedeutung. Beispielsweise versucht Schwarz in der Königsindischen Eröffnung mit Sf6,g6,Lg7,d6 Einfluss auf das Zentrum zu gewinnen. Diese so genannten hypermodernen Ideen stammten u.a. von den Schachmeistern Reti, Nimzowitsch und Breyer.


Eröffnungsliteratur

Die erste ernstzunehmende Darstellung der Schacheröffnungen nahm Bilguer 1843 in seinem Buch Das Handbuch des Schachspiels vor. Später folgten noch sehr viele Eröffnungswerke. Zu den wichtigsten Autoren gehören Max Euwe, Ludek Pachman und Rolf Schwarz. Meistens wird versucht, die Grundideen einer Eröffnung herauszuarbeiten und anhand von praktischen Partien von Schachmeistern darzustellen. Gelegentlich findet man auch reine Partiesammlungen mit wenig Kommentaren.


In diesem Zusammenhang ist der gebräuchliche Begriff Theorie oder Stand der Theorie eigentlich falsch. Tatsächlich handelt es sich um das Wissen, das man aus praktisch gespielten Partien gewonnen hat.


In der Regel werden in Eröffnungsbüchern die Hauptvarianten einer Eröffnung - das sind die am meisten gespielten Varianten, meist auch die als beste Züge anerkannten Varianten - ausführlich besprochen. Nebenvarianten - das sind selten gespielte Züge, in der Regel schwächere Züge - werden aufgeführt, aber weniger ausführlich behandelt.


Heute haben die Eröffnungsbücher etwas an Bedeutung verloren. Die Eröffnungen werden in umfangreichen Schachdatenbanken dargestellt. Die wichtigste wird von der Firma ChessBase herausgegeben.


Eröffnungsbibliotheken

Die meisten Schachprogramme verfügen über eine so genannte Eröffnungsbibliothek, in der möglichst viele der gängigen Eröffnungen in möglichst vielen ihrer Variationen abgespeichert sind, um dem Computer in der Eröffnungsphase einen Vorteil zu verschaffen. So zielt ein geschickter menschlicher Spieler auch darauf ab, den Computer durch ungewöhnliche Züge schnell aus seiner Eröffnungsbibliothek zu bringen, damit dieser nicht in quasi Nullzeit eine gute Antwort parat hat.


Die Grundstellung auf dem Schachbrett

Zu Beginn eines Schachspiels, bevor der erste Zug gemacht wird, wird auf dem Schachbrett zuerst einmal die Grundstellung aufgebaut. Sofern es sich jetzt nicht um eine Fischer-Random-Chess-Partie bzw. Shuffle Chess handelt, sind die Figuren auf den folgenden Positionen aufzustellen:


  • Die Türme werden in den Ecken des Schachbretts positioniert. Der weiße Damenturm nimmt die Position a1, der weiße Königsturm die Position h1 ein. Die Türme des Schwarzen Spielers werden spiegelverkehrt auf a8 und h8 in Position gebracht.
  • Die Springer werden neben den Türmen platziert. Der weiße Damenspringer auf das Feld b1, der weiße Königsspringer auf g1. Die Springer des Schwarzen Spielers werden auf b8 und g8 in Position gebracht.
  • Die Läufer werden neben den Springern platziert. Der weiße Damenläufer bezieht Stellung auf dem Feld c1, der Königsläufer auf f1. Die schwarzen Läufer werden auf c8 und f8 postiert.
  • Für die Damen gibt es einen wunderschönen alten Merksatz: "Weiße Dame, weißes Feld, Schwarze Dame, Schwarzes Feld". Auf gut deutsch: die Weiße Dame nimmt ihre Position auf d1, einem weißen Feld ein, bei der schwarzen Dame ist es d8, ein schwarzes Feld. Das D-Feld kann man sich auch leicht als Damen-Feld merken.
  • Die Könige werde auf die nun verbleibenden Felder der Grundlinie gestellt, der weiße König auf e1 und der schwarze König auf e8.
  • Zuletzt wird nun vor jeder Figur ein Bauer der gleichen Farbe aufgestellt. Die acht weißen Bauern beziehen also ihre Positionen auf den Feldern a2, b2, c2, d2, e2, f2, g2 und h2. Die schwarzen Bauern auf den Feldern a7, b7, c7, d7, e7, f7, g7 und h7.



Die Wahl des Eröffnungssystems

In Jahrhunderten der Spielpraxis sind etliche Eröffnungssysteme versucht worden. Viele davon wurden durch Analyse oder Spielpraxis widerlegt. Andere haben sich als robust erwiesen und wurden und werden Tag für Tag zigtausendfach in den Turniersälen, im Internet oder in privaten Begegnungen von Spielern aller Spielstärken gespielt.


Über diese Eröffnungen gibt es eine Literatur, die Hunderttausende von Seiten zählt. Einige oft gespielte Varianten in gängigen Systemen sind bis zum 20., ja bis zum 30. Zuge durchanalysiert. Wirklich gut auskennen in diesen Komplikationen können sich nur die Berufsspieler, die Großmeister - und auch die müssen sich heutzutage auf bestimmte Systeme spezialisieren, in denen sie wirklich sattelfest sind.


Aber auch die nicht ganz so guten Spieler, die Amateure, versuchen sich so gut es geht Eröffnungssysteme anzueignen, mit denen sie gut zurecht kommen. Am besten kommt der Spieler zurecht, der ein System wählt, das seinen spezifischen Stärken besonders gut gerecht wird:


  • Ist der Spieler eher ein Taktiker, der in komplizierten Situationen präzise rechnen kann, oder ist er ein Stratege, der langfristige Pläne schmiedet und ein ruhiges Spiel bevorzugt?
  • Liegt seine Stärke eher in der Kunst der Bauernführung, oder weiß er die besonderen Eigenarten der Figuren gut zu nutzen?
  • Ist er eher Angreifer oder Verteidiger?
  • Will er lieber risikobereit auf Gewinn spielen, oder aber das Verlustrisiko minimieren?
  • Will er den Gegner mit einer gut vorbereiteten, genau analysierten Variante bereits in der Eröffnung überspielen, oder sucht er den Vorteil eher im Mittel- oder Endspiel?


Neben diesen Überlegungen spielen aber auch Moden eine Rolle im Schach. Einige haben auch bestimmte schachliche Vorbilder, verfolgen deren Partien und richten sich bei der Wahl der Spielsysteme nach diesen Vorbildern.


Populäre Eröffnungen

Tabelle


Ausführliche Systematik

Ausführliche Systematiken der Schacheröffnungen mit Verzweigungen zu den einzelnen Systemen finden sich unter:




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