Erkenntnistheorie oder Epistemologie (griechischépisteme Wissen, Erkenntnis und logos Wissenschaft) ist der Zweig der Philosophie, der sich mit der Frage beschäftigt, wie Wissen, Erkenntnis und Wahrheit prinzipiell zu erlangen und zu nutzen sind und welche natürlichen Grenzen der Erkenntnis gesetzt sind.
Der Begriff Epistemologie wird im Französischen und teilweise auch im Englischen (epistemology) für Erkenntnistheorie verwendet. Vgl. auch Gnoseologie und Epistemologie_(Philosophie).
Mitunter wird unter Epistemologie im umfassenden Sinne auch
Im Gegensatz zur Ontologie, die sich mit den Dingen an sich beschäftigt, betrachtet die Erkenntnistheorie die Dinge nur insofern, als sie dem menschlichen Erkenntnisapparat erscheinen. In den Naturwissenschaften benützt man zur Gewinnung neuer Erkenntnisse - explizit oder implizit - das Bayes-Theorem.
Herkunft des Wortes Erkenntnistheorie
Das Wort Erkenntnistheorie wurde im Gedankenkreis der Kantianer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebildet wie bei Wilhelm Traugott Krug (1), (2) und Christian Ernst Reinhold (3). In die philosophische Terminologie wurde der Begriff endgültig erst durch Eduard Zeller 1862 (4) eingeführt.
Teilgebiete der Erkenntnistheorie:
Wie nehmen wir unsere Umgebung wahr?
"Die fünf Sinne"
Täuschungsmöglichkeiten der Sinne
Grundlagen der Sinnesphysiologie
Unbewusste Filterung der Sinneseindrücke
Speicherung von Sinneseindrücken im Gehirn
Gedächtnis
Welche vorgegebenen Strukturen gibt es in einem Gehirn um Sinneseindrücke zu ordnen und zu nutzbarem Wissen umzuwandeln?
Wie bilden sich Begriffe und Kategorien des Denkens?
Wie bzw. kann man überhaupt objektive Erkenntnis gewinnen?
Welche Methoden gibt es, Erkenntnisse zu überprüfen?
Wie hat die biologische Evolution die Verarbeitung von Sinneseindrücken und die Gewinnung von Erkenntnissen verbessert?
Zitat
"Nichts ist im Verstand, was nicht vorher in den Sinnen war, außer dem Verstand selbst." (G. W. Leibniz: "Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand")
Konrad Lorenz: Die Rückseite des Spiegels. Versuch einer Naturgeschichte menschlichen Erkennens, München 1973.
Karl Popper, Logik der Forschung. Wien, 1934 (achte Auflage: Tübingen 1984)
Richard Hönigswald: Grundfragen der Erkenntnistheorie. Hrsg. v. Wolfdietrich Schmied-Kowarzik. Philosophische Bibliothek Bd.510. 1997. LVI, 287 S.. Kartoniert. 285gr. ISBN_3-7873-1349-4, KNO-NR: 07 22 24 95 -MEINER- 26.80 EUR - 46.90 sFr
Steenberghen, Fernand van: Erkenntnislehre, aus dem Französischen übertragen und durch Anmerkungen erweitert von Ddr. Alois Guggenberger, Einsiedeln 1950
Thomas von Aquin: Fünf Fragen über die intellektuelle Erkenntnis, übersetzt und erklärt von Eugen Rolfes, Hamburg 1986
Vries, Josef de: Grundfragen der Erkenntnis, München 1980
Vries, Josef de: Denken und Sein, Ein Aufbau der Erkenntnistheorie, Freiburg 1937
Arnauld, Antoine und Nicole, Pierre: Die Logik oder die Kunst des Denkens, 2. durchgesehene und um eine Einleitung erweiterte Auflage, Darmstadt 1994
Gottfried Gabriel, Grundprobleme der Erkenntnistheorie. Stuttgart 1998
Herbert Schnädelbach, Erkenntnistheorie zur Einführung. Hamburg 2002
Der Mensch und die 'Künstliche Intelligenz' - Die philosophische Dissertation erläutert und verteidigt u.a. eine realistische Erkenntnistheorie in der Tradition von Aristoteles und Thomas
Ich weiß, dass ich nichts weiß - Essay. Sehr leicht verständliche und kurze Einführung in die Epistemologie, für Schüler
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