Die Erkenntnis bezeichnet die aus dem Erkenntnisprozess als Resultat der theoretischen Aneignung der objektiven Realität durch den Menschen hervorgehende relativ adäquate Widerspiegelung der Eigenschaften, Strukturen und Gesetzmäßigkeiten der objektiven Realität im menschlichen Bewußtsein in Form des empirischen und theoretischen Wissens, die eine zuverlässige Grundlage für die zweckmäßige Gestaltung der praktischen Tätigkeit des Menschens ist.
Zur Frage der Aneigung von Erkenntnis in Abhängigkeit der philosophischen Richtung
Die Frage nach dem Wesen der Erkenntnis ist eng verbunden mit der Grundfrage der Philosophie und daher Gegenstand der Gegenmsätzlichkeit von materialistischer und idealistischer Auffassung. Im Gegensatz zur materialistischen Auffassung der Erkenntnis als Widerspiegelung der objektiven Realität im menschlichen Bewußtsein haben die verschiedenen Richtungen der idealitischen Philosophie Erkenntnisbegriffe geschaffen, die in der Regel einzelne Momente der Erkenntnis erfassen, diese aber einseitig überbewerten und verabsolutieren, so daß sie letztlich das Wesen der Erkentnis verfehlen.
Die materialistische Erkenntnistheorie verbindet die Erkenntnis sowohl mit der objektiven Realität, die in der Erkenntnis widergespigelt wird, als auch mit der materiellen gesellschaftlichen Praxis, welche die Erkenntnis benötigt und durch ihre Anwendung als notwendiges Element in den gesellschaftlichen Lebensprozess einführt.
Zu den Formen der Produkte der Aneignung im Erkenntnisprozess
Unter den verschiedenen Formen der Widerspiegelung der objketiven Realität im menschlichen Bewußtsein, die als Produkte der geistigen Aneignung der Welt durch den Menschen hervorgehen, wie Kunst, Moral, Religion, spielt die Erkenntnis als Produkt der theoretischen Aneignung eine besondere, ausgezeichnete Rolle in der gesellschaftlichen Praxis überhaupt.
Zur Art der Aneignung der Momente der Erkentnis
Erkentnis ist objektives Wissen, eine adäquate, d.h. wahre Widerspiegelung
wesentlicher
notwendiger
allgemeiner
Zusammenhänge der Erkenntnisobjekte in einer systematisierten und idealisierten Form.
Die Adäquatheit der Erkenntnis besteht in einem Homomorphismus zwischen den Erkenntnissen und den Erkenntnisobjekten, der sich im Idealfall dem Isomorphismus nähert. Der Grad der Adäquatheit ist relativ, weil geschichtlich bedingt, und wird im Verlaufe des Erkenntnisfortschritts erhöht, indem die Erkenntnis von den Objekten vertieft und zugleich subjektive Elemente fortschreitend auf den jeweils notwendigen Stand reduziert werden.
Zur Form der Aneignung der Erkenntnis im Bewußtsein
Die Erkenntnis existiert als empirisches und theoretisches Wissen über relativ abgegrenzte Objekte der Natur, der Gesellschaft und des Denkens sowie über die materielles Welt als Ganzes in Form von systematisch geordneten Aussagen und Aussagensystemen, die in diesem oder jenen Grade stets mit sinnlicher Anschauung verbunden sind.
Sinneserfahrung, d.h. Sinnestätigkeit und sinnliche Widerspiegelung in Form von Empfindungen, Vorstellungen und Wahrnehmungen gehen als notwendige Seite in den Erkentnisprozess ein, aber die isolierte, rational nicht verarbeitete sinnliche Widerspiegelung ist noch keine Erkenntnis.
Zur Anwendung des angeeigneten Wissens
Sie wird es erst, indem sie im begrifflichen Denken zu Aussagen und Aussagenverbindungen in einem komplexen Prozess verarbeitet wird. Nur Wissen in Form von Aussagen kann als theoretische Grundlage der praktischen Tätigkeit sinnvoll dienen. Die im Verlauf der geschichtlichen Entwicklung des Erkenntnisprozesses angesammelten Erkenntnisse über die objektive Realität sind im gesellschaftlichen Bewußtsein der Menchen sowohl als Alltagswissen wie auch als Wissenschaft präsent, wobei die Grenze zwischen ihnen relativ und fließend ist.
Stets gehen neue und erweiterte Erkenntnisse in das Allgemeinwissen über, und in dem Maße, wie wissenschaftliche Methoden und Praxis in den alltäglichen Lebensprozess eingehen, so nähert sich in dem jeweiligen Geltungsbereich das jeweilige konkrete Wissen dem Wissenschaftsniveau an.
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