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Erdferkel

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Das Erdferkel (Orycteropus afer) ist die einzige lebende Art der Säugetierordnung der Röhrenzähner (Tubulidentata). Seine Zähne, von denen erwachsene Erdferkel nur noch im hinteren Teil des Kiefers überhaupt welche haben, sind zu säulenartigen Gebilden zurückgebildet und haben keine Wurzel. Erdferkel sind plumpe Tiere mit einem dickem Leib, mit krummen Rücken, einen an ein Känguruh erinnernden Schwanz, ziemlich dickem Hals, langem, schmächtigem Kopf mit langen, rohrförmigen, sehr beweglichen Ohren und einem langen, schweineartigen Rüssel. Die Schnauze ist röhrenförmig ausgezogen und von einer dehnbaren Haut umschlossen, die dem langen Kiefer genügend Spielraum zum Kauen läßt. Die riemenförmige Zunge ist sehr lang, warzenreich und durch reichliche Speichelabsonderung immer feucht und klebrig. Es ist spärlich mit borstigem Haar bedeckt.


Das Erdferkel ist ein Einzelgänger. Es wird bis zu 1.65m lang, hat eine Schulterhöhe von 1.40 - 1.80 m und wiegt zwischen 80 und 100kg. Erdferkel leben in offenen Landschaften und stellen große Erdhöhlen und -baue her. Nachts kommt es heraus, um auf die Jagd nach Ameisen und Termiten zu gehen. Dafür braucht es seine Füsse. Sie tragen vorn vier, hinten fünf Zehen mit scharfkantigen Klauen, die eine gewisse Ähnlichkeit mit Hufen haben: Mit den starken Klauen reisst es die betonharten Termitenbauten auf und leckt mit seiner langen Zunge die Insekten auf.


Das Erdferkel wird auch als der "Wolpertinger Afrikas" bezeichnet. Und wirklich: Wer dieses Tier genauer betrachtet, erkennt Hasenohren, einen Schweinerüssel, einen Kamelbuckel und einen Rattenschwanz. Dazu das Schönste an diesem Tier: Die Rehaugen.


Als Entschädigung für seine schwachen Augen ist er mit einem guten Geruchssinn und Gehör ausgestattet.


Das Erdferkel lebt in selbstgegrabenen Bauen im Boden und ist in ganz Afrika südlich der Sahara verbreitet - überall dort, wo es Termiten gibt. Bis zur Eiszeit, also bis zum Pliozän, waren Erdferkel aber auch in Europa heimisch.


Dr.Silvia Schoske vom Ägyptischen Museum in München glaubt sogar, dass das Symboltier des ägyptischen Gottes Seth - Sinnbild des Bösen für die Pyramidenbauer - ein Erdferkel ist! Die Mehrheit der Ägyptologen ist allerdings der Meinung, der Tierkopf, den die Seth-Statuen tragen, sei ein Eselskopf. Bisher konnte man sich aber nicht einmal darauf einigen und zieht sich aus der Affäre, indem man das rätselhafte Tier einfach als "Seth-Tier" bezeichnet.


Erdferkel bringen nach 5-6 Monaten ein einziges Junges (Gewicht 2 kg), sehr selten auch zwei zur Welt. Die Geburt liegt gewöhnlich in den Monaten Oktober und November, zu Beginn der Regenzeit. Das junge Erdferkel bleibt zwei Wochen lang in der Höhle verborgen. Erst dann beginnt es, die Mutter auf ihren nächtlichen Wegen zu begleiten. Mit 6 Monaten macht es sich selbständig und gräbt sich eine eigene Höhle.


Das Erdferkel hat nicht nur ein ganz besonderes Aussehen: Sie gelten auch als die letzten überlebenden Vertreter der Urhuftiere. Die Arbeitsgruppen von Malcolm Ferguson-Smith von der englischen University of Cambridge und Terence Robinson von der südafrikanischen University of Stellenbosch haben die Chromosomen von Erdferkeln, Elefanten und Menschen untersucht und versucht, den Chromosomensatz des Ursäugetiers zu rekonstruieren.


Ergebnis: Die urtümlichsten Gene sind die des Erdferkels. Seine Gene sind denen des Stammvaters aller Säugetiere noch am ähnlichsten.


Jedoch nur die Gene. Denn wahrscheinlich entstanden alle heutigen Säugetiere in der späten Kreidezeit aus einem kleinen, insektenfressenden und baumbewohnenden Lebewesen, das nicht die geringste Ähnlichkeit mit dem Wolpertinger aus Afrika besaß._


Beim Erdferkel werden drei Unterarten unterschieden:


  • Kap-Erdferkel (Orycteropus afer capensis), das Südafrika südlich der Sahara bewohnt.
  • (Orycteropus afer aethiopicus), das in Ost- und Nordafrika zu finden ist
  • (Orycteropus afer senegalensis), das im Senegal-Gebiet Westafrikas lebt.


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