Das Emder Wappen wurde der Stadt im Jahre 1495 nach langem Bitten und
Zahlung von hohen Gebühren von König Maximilian I. verliehen. Das Wappenträgt den Namen "Engelke up de Muer" (Engel auf der Mauer)
und ist in den Stadtfarben (Gold, Rot, Blau) gehalten. Die blauen Wellen ganz unten symbolisieren Emdens
Verbundenheit und Nähe zur Ems (die damals noch direkt an der Stadt vorbei floss). Die Mauer in der Mittesteht für die Sicherheit und den Schutz den Emden bot, sowohl durch die Emsmauer, welche Emden vonder Ems trennte, als auch für die riesige Wallanlage die rings um die Stadt verläuft. Der goldene Engelist dem ehemaligen Wappen der Cirksena-Familie nachempfunden, der damals herrschenden Adelsfamilieder Stadt.
Geschichte
Als friesische Handelsniederlassung an der Mündung der Eemese (Ems) wurde das mittelalterliche
"Amuthon" um 800 n.Chr. gegründet. Dieser durch das fränkische Reich geschützte Handelsplatzund Warenumschlagsort steigerte seine Wichtigkeit um Mitte des 11. Jahrhunderts als Münzstätte enorm.
Die erste urkundliche Erwähnung Emdens als Zollstätte geht auf das Jahr 1244 zurück.
Die Häuptlingsfamilie der Cirksenas besetzte 1433 mit Hilfe der Hanse Emden. Graf Ulrich I. machte 1464 die Emder Burg zu seinem Amtssitz.
Zu einem Großhafen europäischer Bedeutung konnte Emden sich erst Mitte des 16. Jahrhunderts entwickeln.
Dafür waren vor allem drei Faktoren entscheidend:
Die Aufnahme von reformierten Glaubensflüchtlingen aus den Niederlanden,
Eine Blockade der niederländischen Häfen durch die Spanier,
Getreideexporte nach Westfalen.
Infolge der Freiheitskämpfe in den Niederlanden strömten zwischen 1570 und 1600 mehr als 6.000 reformierte niederländische Flüchtlinge nach Emden. Durch die Aufnahme dieser Exulanten wurde Ostfriesland, insbesondere aber Emden, in dieser Zeit politisch, wirtschaftlich und religiös stark geprägt.
Im Jahr 1595, nach mehreren der Bevölkerung gegenüber ziemlich rücksichtlosen Steuererhöhungen und Gesetzen, setzten die Emder Bürger im Zuge der "Emder Revolution" den von dem Grafen Edzard II. eingesetzten Rat der Stadt ab und nahmen die gräfliche Burg ein. Edzard II. sah sich gezwungen, seine Residenz nach Aurich zu verlegen. Mit dem Vertrag von Delfzijl vom 15. Juli 1595 musste sich der Graf verpflichten, auf den Großteil seiner Rechte in Emden zu verzichten.
Die Niederlande unterstützten dieses Unternehmen, indem sie eine Schutztruppe nach Emden schickten, die erst 1744 nach dem Tod des letzten Cirksena und dem folgenden dem Übergang von Ostfriesland an Preußen wieder abzog. Emden erreichte als "Satellit" der Niederlande de facto die Stellung einer freien Reichsstadt und schloß sich mit dem reformierten Südwesten immer enger an die calvinistische Kirche der Niederlande an. Dadurch wurde im Laufe des 17. Jahrhunderts niederländisch zur Standardsprache des gehobenen Bürgertums in Emden.
Ihre Blütezeit in Sachen Wirtschaft hatte die Stadt Emden im späten 16. Jahrhundert. Zwischenzeitlich kam es durch die Verlagerung des Flussbettes der Ems, die Bedeutung des Hafens wurde dadurch stark verringert.
Im 20. Jahrhundert wurde Emden im Zusammenhang mit Hafenneubauten zu einem bedeutenden Umschlagplatz für Massengüter. Die wohl größte Katastrophe, die jemals in Emden stattfand, war die Bombardierung durch alliierte Bomberverbände während des Zweiten Weltkrieges, als am 6. September 1944 über 80% des Stadtgebiets zerstört wurden.
Konfessionen
Emden ist überwiegend protestantisch, geprägt durch die Aufnahme von protestantisch-calvinistischen Glaubensflüchtlingenaus den Niederlanden in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Sie war Ort berühmter theologischer Disputationen und galt lange Zeit als Genf des Nordens.
Die Baptistengemeinde wurde 1902 als verfaßte Gemeinde gegründet. Eine ihrer Keimzellen war die hugenottische "Gemeinde unter dem Kreuz", von der ein Teil sich dem baptistischen Tauf- und Gemeindeverständnis zuwandte - darunter ihr Prediger de Haan.
Die 1834-36 erbaute jüdische Synagoge wurde 1938 zerstört.
Politik
Der amtierende Oberbürgermeister von Emden ist Alwin Brinkmann von der SPD.
Wirtschaft
In Emden befindet sich ein Seehafen an der Ems. Größter Arbeitgeber ist das ansässige VW-Werk. Im Bereich alternativer Energieerzeugung wurden in den letzten Jahren eine Reihe kleiner bis großer Windenergie- und Photovoltaikanlagen errichtet.
Wichtige in Emden ansässige Arbeitgeber (auch für das Umland) sind:
Die Stadt besitzt einen kleinen Flughafen mit Linienverkehr zu den ostfriesischen Inseln und Bremen, einen Hauptbahnhof der DB und einen Fähranleger an der Emsmündung. Von Emden aus fahren täglich Fähren auf die Insel Borkum. Um Emden herum befindet sich eine Autobahn mit Anschlusstellen an verschiedenen Punkten der Stadt.
Über den Ems-Jade-Kanal ist Emden mit Aurich und Wilhelmshaven verbunden. Der Kanal hat allerdings nur noch Bedeutung für die Sportschifffahrt.
Literatur die sich speziell mit Emden oder mit Ostfriesland und der Nordsee befasst.
Albert Wehner, Detlef Hartlap, Friedemann Rast, Ostfriesland [ISBN_3-7658-0936-5]
Marianne Claudi / Reinhard Claudi, Goldene und andere Zeiten - Emden, Stadt in Ostfriesland (Emden 1982)
Helmut Eichhorn, Emden in Geschichte und Gegenwart, in: Niedersachsenjahrbuch 1993, S. 11ff
Axel von Schack / Albert Gronewold, Arbeit alleine, da wirst nicht von satt! - Zur Sozialgeschichte der Stadt Emden 1848 - 1914 (Bremen 1994)
Marianne Claudi / Reinhard Claudi, Die wir verloren haben - Lebensgeschichten Emder Juden (Aurich 1988)
Regelmäßige Veranstaltungen
Einmal im Jahr finden das "Matjesfest", das "Delftfest" und das "Emder Filmfest" im Sommer statt. Im September wird traditionell seit dem Mittelalter das "Schützenfest" gefeiert.
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