Einwanderung gibt es in nahezu allen Ländern der Erde, aus verschiedenen Gründen:
Wegen besserer Arbeits- und Lebensbedingungen (Spezialfall angeworbene Arbeitskräfte, in Deutschland beispielsweise Gastarbeiter); abwertend auch Wirtschaftsflüchtlinge genannt
Es gibt klassische Einwanderungsländer wie die USA oder Australien, bei denen Immigration ein Teil der Geschichte des Landes ist. Meist besteht die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung aus ehemaligen Immigranten. Diese Länder erlauben meist eine quotierte gezielte Immigration.
Dann gibt es Länder, die sich nicht als Einwanderungsländer bezeichnen, die es aber de facto sind, da der Immigrationsdruck sehr hoch ist. Dazu gehört beispielsweise Deutschland. Politisch bezeichnend ist es, dass diese Länder Immigration i. d. R. nur aufgrund akuter wirtschaftlicher Notwendigkeit ihrer selbst oder aus humanitären oder politischen Gründen von Flüchtlingen zulassen, nicht jedoch eine allgemeine Einwanderungsquote erlauben.
Und letztendlich gibt es Länder, die Immigration nicht begrenzen müssen, da sich aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche kein oder nur minimaler Immigrationsdruck aufbaut.
Rechtlicher Status in Deutschland
In Deutschland lassen sich Einwanderer in drei Gruppen unterteilen:
Spätaussiedler (Einwanderungsregelung gemäß Bundesvertriebenen- und -flüchtlingsgesetz (BVFG) von 1953 sowie Aussiedleraufnahmegesetz (AAG) von 1990),
Vor- und Nachteile der geregelten Einwanderung für das aufnehmende Land
Einwanderung wird oft politisch gesteuert, wenn beispielsweise Fachkräftemangel herrscht oder wenn sich die Bevölkerungsstruktur ungünstig entwickelt (siehe Bevölkerungsrückgang).
Das hat aus Sicht des aufnehmenden Landes zunächst einige verlockende Vorteile:
Man hat die Möglichkeit, gezielt Ausländer in bestimmten Altergruppen und mit bevorzugten Qualifikationen ins Land zu lassen, während man potentielle Leistungsempfänger außen vor lassen kann.
Man kann direkt von der Arbeitsleistung und der Ausbildung der Zuwanderer profitieren, ohne selber die Kosten für die Ausbildung aufgebracht haben zu müssen.
Durch die höhere Auswahl an Arbeitskräften können die Löhne sinken, was nicht immer ein Nachteil für die Arbeitnehmer sein muss, wenn Betriebe dadurch konkurrenzfähiger produzieren können.
Zudem erspart man sich zunächst die Rentenempfänger, wenn man nur junge Menschen zuwandern lässt.
Außerdem können Zuwanderer die Gesellschaft durch fremde Kultur, durch neues Wissen und unkonventionelle Ideen bereichern.
Zudem exportiert man die eigene Kultur und Geschäftsbeziehungen indirekt über die bei den Zuwanderern zum eigenen Land bestehenden Kontakte.
Letztendlich bieten sich so auch Möglichkeiten, über die Einwanderer und deren finanziellen Transaktionen in ihre Heimatländer politischen und entwicklungspolitischen Einfluss auf diese Länder zu nehmen.
Aber es gibt auch Nachteile:
Eine zu große Zuwanderung führt dazu, dass es schwer wird, bestimmte Bevölkerungsgruppen zu integrieren. Das führt dazu, dass diese Menschen ausschließlich in ihrer eigenen abgeschlossenen Kultur wie in einer gesellschaftlichen Insel leben. Dadurch stockt der Informationsaustausch, und die Ausbildung der Kinder wird erschwert. Teilweise kann Zuwanderung dazu führen, dass sich bereits teilintegrierte Ausländer wieder abkapseln und sich ausschließlich der Kultur ihres ehemaligen Heimatlandes zuwenden, indem z. B. Kinder von deutsch sprechenden Ausländern in der Schule nur noch mit anderen, nicht deutsch sprechenden Ausländerkindern verkehren.
Die entstehende kulturelle Vielfalt, so sehr sie auch postiv zu sehen ist, kann aber auch dazu führen, dass die eigentliche kulturelle Identität des Landes in den Hintergrund gedrängt wird. Dadurch kann die kulturelle Vielfalt innerhalb verschiedener Länder abnehmen, wenn überall die gleiche kulturelle Vielfalt auf engem Raum herrscht.
Die durch Immigration entstehende soziokulturelle Veränderung kann zu Misstrauen und Verärgerung sowohl der einheimischen Bevölkerung, als auch der bereits länger im Land lebenden Immigranten führen.
Immigration führt zu Druck auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, was zu Neid, sozialem Abstieg bestimmter Gruppen und sozialen Spannungen führen kann.
Die kulturellen Unterschiede können zu Missverständnissen und Verärgerungen sowohl bei der einheimischen Bevölkerung als auch bei den Immigranten selbst führen.
Wenn die Vorteile der Immigration der Bevölkerung nicht vermittelbar sind, kann sich latent vorhandeneer Ausländerhass, Chauvinismus und Nationalismus entwickeln.
Es ist wesentlich leichter, gering qualifizierte Immigranten ins Land zu holen als gut ausgebildete Spitzenkräfte. Dafür gibt es auf dem Arbeitsmarkt aber oft schon genügend einheimische Kräfte.
Andererseits kann durch die Migration, insbesondere die Arbeitsmigration, ein Abzug der im eigenen Land benötigten Intelligenz erfolgen ("Brain Drain"). Diese Kräfte fehlen dann möglicherweise dem Ursprungsland, selbst wenn die Qualifikation im Zielland nicht für eine entsprechende Tätigkeit ausreicht, weil beispielsweise ein akademischer Abschluss nicht anerkannt wird.
Irgendwann wird man aufgrund sozialer Notwendigkeiten um Familienzusammenführungen nicht herumkommen, so dass man eventuell später doch zusätzliche Leistungsempfänger ins Land holt - der rein wirtschaftliche Vorteil schrumpft so im Laufe der Zeit.
Deswegen, und weil sich gezeigt hat, dass Immigranten im Durchschnitt zumindest in der Anfangszeit eine höhere Geburtenrate aufweisen als Einheimische, lässt sich eine begonnene Zuwanderung nur mit deutlicher Verzögerung bremsen. Will man beispielsweise aufgrund der sozialen Situation (Wohnungs- und Arbeitsmarkt, Probleme mit der Integration) die Ausländerquote in einem Gebiet akut stabilisieren, so wird dies nicht unbedingt gelingen, selbst wenn man jegliche Immigration sofort stoppt, was aber oftmals ohnehin nicht möglich ist.
Als Folge dieser Gründe gibt es aufgrund der Einwanderung oft soziale Spannungen, während sie andererseits wirtschaftlich und politisch oft gewünscht wird. Diese sozialen Spannungen zeigen sich in klassischen Einwanderungsländern oft weniger stark als in Ländern mit starker nationaler Homogenität.
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