Eine Definition (v.lat.: de ab, weg finis Grenze, also Definitio = Abgrenzung) ist die genaue Bestimmung eines Begriffes durch Beschreibung und/oder Erklärung seines Inhalts.
Eine Definition (syn. Begriffserklärung) ist somit eine Beschreibung eines komplexen Sachverhaltes, die mit einer Festlegung des Gültigkeitsbereiches verbunden ist.
Diese Beschreibung enthält neben der Darstellung des Sachverhaltes auch eine Etymologie des Begriffes sowie eine Beschreibung der historischen Entwicklung des Begriffes.
Eine Nominaldefinition bezieht sich auf die sprachlichen Zeichen. (Worterklärung, Etymologie)
Eine Realdefinition bezieht sich auf den Sachverhalt und stellt auch eine Zusammenfassung von Erkenntnissen dar und kann als vorläufiger Abschluss eines Erkenntnisprozesse aufgefasst werden.
1. im Alltag: In der Alltagssprache, werden Begriffe nur mit ungefährer Kenntnis des Sachverhaltes für den der Begriff steht, verwendet. Dies genügt auch in den meisten alltäglichen Situationen.
2. in der Wissenschaft erhalten Begriffe eine genaue Beschreibung
des Sachverhaltes und
des Gültigkeitsbereiches (für welchen Personenkreis, in welchem Zusammenhang)
Gültigkeitsdauer
Definitionen sind nur so lange gültig, bis neue Erkenntnisse die Neufassung der Definition erzwingen. Dies ist dann der Fall, wenn innerhalb des Definitionsbereich Sachverhalte entdeckt werden, die durch die alte Definition nicht mehr abgedeckt werden, oder wenn sich andere Begriffe, die zur Abgrenzung benutzt wurden, verändern.
Viele komplizierte Begriffe (z. B. Geist, Seele, Bewusstsein) sind nicht ohne weitreichende Hintergrundinformationen zu definieren.
Hier ist die Bedeutung oft im Wandel begriffen oder vom kulturellen, weltanschaulichen oder wissenschaftlichen Standpunkt abhängig.
Die Bedeutung eines Begriffes entwickelt sich durch den Sprachgebrauch in der Gesellschaft und kann sich im Laufe der Zeit auch ändern.
Notwendigkeit von wissenschaftlichen Definitionen
Die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Definition ergibt sich in der Regel dann, wenn im Laufe des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnes Hypothesen und Theorien aufgestellt oder Modelle konstruiert werden, welche von verschiedenen Wissenschaftlern nachvollzogen und diskutiert werden sollen. Um den Kriterien der Wissenschaftlichkeit zu genügen, muss deshalb Einvernehmen über die Bedeutung der verwendeten Begriffen herrschen.
Definitionsregeln
Die wichtigsten Definitionsregeln gehen auf Aristoteles zurück (zit. nach Kondakow 1983, S. 81):
1. Ein Begriff wird durch seine nächste Gattung und den Artunterschied definiert.
2. Der Artunterschied muss ein Merkmal oder eine Gruppe von Merkmalen sein, die nur dem vorliegenden Begriff zukommen und bei anderen Begriffen fehlen, die zur selben Gattung gehören.
3. Eine Definition muß angemessen sein, d.h. weder zu weit noch zu eng gefasst sein.
4. Eine Definition darf keinen Zirkelschluß enthalten.
Anforderungen an eine wissenschaftliche Definition
Die Anzahl unterschiedlicher Interpretationsmöglichkeiten soll so weit wie möglich reduziert werden.
Trotzdem soll eine Definition so einfach wie möglich sein.
Ein Definition ist um so besser, je schärfer die Grenzen zu anderen Begriffen gezogen sind.
Es dürfen nur Begriffe verwendet werden, die schon als Allgemeinbegriff eindeutig sind oder die bereits der jeweiligen Wissenschaft definiert sind.
Eine Definition soll möglichst keine Ausnahmeregelungen enthalten.
Es kann dabei durch aus sein, dass verschiedene Wissenschaften ein und das selbe Wort zu unterschiedlichen Begriffen definieren. (Beispiel: Krone in der Botanik, in der Geschichte, in der Numismatik)
Veranschaulichung
Es soll der Begriff Fahrrad definiert werden.
1. Bildung eines Oberbegriffes (Gattung)
2. Nennung von Merkmalen, die den zu definierenden Begriff von anderen Mitgliedern der selben Gattung abgrenzen
3. um die Definition kurz und griffig zu halten, sollte versucht werden, ausschließlich positiv abzugrenzen
Also:
1. Gattung "Fortbewegungsmittel"
2. Autos, Dreiräder, Eisenbahn, Schiffe sind Mitglieder, zu denen abgegrenzt werden soll
3. negative Abgrenzungen sind überflüssig: "nicht schienengebunden", "kein Wasserweg"; daher nur: "Muskelkraft", "2 Räder"
Dies könnte so aussehen:
Ein Fahrrad ist ein von Muskelkraft angetriebenes Fortbewegungsmittel mit zwei Rädern.
Spezialfälle
In der Mathematik werden Definitionen auf Grund von Axiomen gebildet
In der Physik und anderen Naturwissenschaften werden viele Definitionen auch mathematisch formalisiert.
Beispiele
Einfache Begriffe lassen sich oft in einem Satz definieren,aber komplizierte Begriffe (wie etwa der Begriff Gefühl) werden durch
Beispiele, Gegenbeispiele und Aufzählung von Eigenschaften klarer.
Ausnahmen, Sinnverwandte Begriffe und Grenzfälle können hilfreich sein.
Beispiel: Ein Dreieck ist ein Objekt der Geometrie. (Objekt der Geometrie soll definiert werden)
Gegenbeispiel: Eine Zahl ist kein Objekt der Geometrie.
Eigenschaft: Ein Dreieck hat drei Innenwinkel, die summiert 180 Grad ergeben.
»Alle Definitionen sind wissenschaftlich von geringem Wert.« F. Engels, Anti-Dühring, MEW 20, 77.
»Definitionen sind für die Wissenschaft wertlos, weil stets unzulänglich. Die einzig reelle Definition ist die Entwicklung der Sache selbst, und diese ist aber keine Definition mehr.« F. Engels, 20, 578.
"[...] als die Creme der im Südwesten tätigen Archäologen zur gleichen Zeit an einem Ort versammelt war und zwei unschätzbare Tage damit verbrachte, die Frage: "wann ist ein Kiva kein Kiva" zu diskutieren. Nicht nur konnten sie sich nicht über diese negative Behauptung einigen, sondern, was viel schlimmer war, sie entschieden auch nie im positiven Sinne, was ein Kiva war. Und das - es mag zu ihrer Schande und ihrem Unbehagen berichtet werden- zu einer Zeit, als jeder Mann, jede Frau und jedes Kind unter ihnen sofort einen Kiva erkannte, soweit ihn überhaupt ein Auge erblicken konnte." Ann Morris, zitiert nach C. W. Ceram in "Der erste Amerikaner".
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