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De Beaumarchais, Pierre Augustin Caron
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Biografie / Biographie / Biography

* 24. Januar 1732 - † 18. Mai 1799

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Pierre Augustin Caron de Beaumarchais (* 24. Januar 1732 in Paris; † 18. Mai 1799 in Paris) war ein französischer Dramatiker.


Er wurde als Sohn eines Uhrmachers namens Caron geboren, der ihn zu dem gleichen Beruf erziehen wollte. Er war ein ungewöhnlich lebendiger Junge, klug, scharfsinnig, leidenschaftlich für Musik begeistert und von dem starken Wunsch erfüllt, in der Welt aufzusteigen. Im Alter von einundzwanzig erfand er einen neuen Mechanismus für die Ankerhemmung von Taschenuhren, der von einem Konkurrenten abgekupfert wurde. Der junge Caron veröffentlichte seine Beschwerde sogleich in der Zeitschrift "Le Mercure" und ließ die Angelegenheit an die Akademie der Wissenschaften verweisen, die zu seinen Gunsten entschied. Diese Affäre machte den Hof auf ihn aufmerksam; er wurde zum Uhrmacher des Königs ernannt (oder nannte sich zumindest selbst so), der sich von ihm eine Uhr liefern ließ, die der von Madame Pompadour ähnelte. Seine schöne Gestalt und seine besonnene Verbindlichkeit erlaubten ihm, seinen Weg am Hof zu finden. Madame Franquet, die Ehefrau eines alten Hofbeamten, überredete ihren Mann, sein Amt dem jungen Caron zu übergeben; nach dem Tod ihres Mannes wenige Monate später heiratete sie den schönen Uhrmacher. Zur gleichen Zeit nahm Caron den Namen Beaumarchais an, und vier Jahre später erhielt er ein Adelspatent, indem er das Amt eines königlichen Sekretärs erwarb.


Bei Hof erregte sein musikalisches Talent die Aufmerksamkeit der Schwestern des Königs, die ihn als Harfenlehrer engagierten. Diese Stellung erlaubte ihm, dem Bankier Joseph Duverney einen Gefallen zu tun, der seine Dankbarkeit bezeugte, indem er Beaumarchais an seinen Spekulationen beteiligte. Dieser nutzte die Chance und kam so zu einem schönen Vermögen. 1764 unternahm er eine Reise nach Spanien, hauptsächlich in Sachen der Clavijo-Affäre, aber auch in Hinsicht auf geschäftliche Absichten. José Clavijo y Fayardo hatte zweimal versprochen, Beaumarchais' Schwester Marie zu heiraten, hatte sein Versprechen aber gebrochen. Dieses Abenteuer hatte nicht das tragische Ende von Goethes Clavigo (das von dieser Affäre inspiriert ist), denn Beaumarchais verfolgte seine Revanche nur mit Worten.


Beaumarchais trat erstmals als Bühnenautor mit dem sentimalen Drama Eugénie (1767) in Erscheinung, in dem er wesentlich aus den Begebenheiten um Clavijo schöpfte. Zwei Jahre später folgte Les Deux Amis, aber beide hatten nur moderaten Erfolg. Seine Frau starb weniger als ein Jahr nach der Heirat, und 1768 heiratete Beaumarchais Madame Lévêque. Durch ihren Tod 1771 geriet er in den Verdacht, seine Ehefrauen vergiftet zu haben.


Sein Gönner Duverney starb 1770; einige Zeit vor seinem Tod hatte sich eine Notiz über die Angelegenheiten zwischen ihm und Beaumarchais gefunden, in der er eine Schuld von 15.000 Franken gegenüber Beaumarchais bescheinigte. Duverneys Erbe, der Graf de la Blanche, bestritt die Gültigkeit des Dokuments, ohne es jedoch direkt als Fälschung zu bezeichnen. Die Sache kam vor Gericht. Beaumarchais gewann seinen Fall, worauf sein Gegner die Sache vor das Parlament brachte. In der Zwischenzeit hatte der Herzog von Chaulnes Beaumarchais in eine Auseinandersetzung um Mademoiselle Menard (eine Schauspielerin an der Comédie Italienne) verwickelt, die zur Inhaftierung beider Seiten führte. Diesen Zeitpunkt wählte La Blanche, um vom Parlament eine Entscheidung in der Sache des Duverney-Vertrags zu verlangen. Beaumarchais wurde für drei oder vier Tage aus dem Gefängnis entlassen, um seine Richter zu sehen. Es war ihm jedoch nicht möglich, ein Gespräch mit dem Rat Goëzman zu arrangieren, der zum Berichterstatter des Parlaments berufen worden war. Schließlich wurde er am Tag vor der Berichtabgabe privat informiert, dass gegen eine Zahlung von 200 Louis an Madame Goëzman und 15 an ihren Sekretär ein Gespräch möglich sei. Im Falle eines für ihn ungünstigen Ausgangs würde das Geld zurückerstattet werden.


Tatsächlich zahlte er den Betrag und erhielt eine Unterredung; es wurde aber gegen ihn entschieden. Er bekam die 200 Louis zurück, während der Sekretär die 15 als Geschäftsunkosten behielt und die Dame jedes Wissen über die Affäre abstritt. Ihr Ehemann, der zunächst wahrscheinlich nichts von den Details der Transaktion wusste, dachte ohne Zweifel, dass die unterlegene Prozesspartei leicht unterzukriegen sei und brachte sofort eine Anklage gegen Beaumarchais wegen Bestechung vor. Der Kampf wurde hauptsächlich in Denkschriften ausgefochten, die von den gegnerischen Parteien veröffentlicht wurden. Beaumarchais' berühmte Mémoires contre Goëzman waren ein voller Erfolg und sind in ihrem lebendigen Stil und ihrer feinen Satire unübertroffen; sogar Voltaire beneidete sie.


Beaumarchais war geschickt genug, die Universalität seiner persönlichen Angelegenheit aufzuzeigen. Er griff das ganze Parlament durch einen seiner Vertreter an, und das Parlament war das allgemein verhasste Gremium, das vom Kanzler Maupeou gebildet worden war. Die Mémoires wurden von der Bevölkerung mit Vergnügen aufgenommen, und ihr Autor - vormals vielleicht einer der unbeliebtesten Menschen in Frankreich - stieg zum Idol des Volks auf. Die Entscheidung fiel gegen Beaumarchais: das Parlament erklärte sowohl ihn als auch Madame Goëzman als ihrer Ehre verlustig, während deren Ehemann seine Stellung aufgeben musste. Allerdings wurde Beaumarchais nach zwei Jahren wieder rehabiliert und triumphierte über seinen Gegner La Blanche.


Während der nächsten Jahre war er im Geheimdienst des Königs beschäftigt. Eine seiner Missionen ging nach England, um die Mémoires secrets d'une femme publique zu vernichten, in denen Charles Theveneau de Morande Madame Dubarry, die Mätresse Ludwig XV. angriff. Beaumarchais brachte dieses Pamphlet an sich und verbrannte es in London. Ein anderer Auftrag nach England und Holland, um ein Pamphlet aus dem Verkehr zu ziehen, das Marie Antoinette attackierte, führte zu einer Reihe von Zwischenfällen, die noch erstaunlicher sind als diejenigen in Beaumarchais' eigenen Stücken; seinen eigenen Beschreibungen sollte man aber skeptisch gegenüberstehen. Beaumarchais verfolgte den Verleumder nach Deutschland und überholte ihn in einem Waldstück nahe Neustadt. Nach einem Kampf brachte er das Dokument in seinen Besitz, wurde dann aber selber Opfer von Räubern. Unglücklicherweise stellte sich heraus, dass er sich die Wunde, die er dabei angeblich erhalten hatte, selbst zugefügte. Die österreichische Regierung betrachtete Beaumarchais mit dem Verdacht, den die Umstände rechtfertigten. Er wurde für einige Zeit in Wien inhaftiert und erst freigelassen, nachdem man Erklärungen aus Paris erhalten hatte.


In seinen verschiedenen Besuchen in England bildete sich ein tiefes Interesse an dem bevorstehenden Kampf zwischen den amerikanischen Kolonien und ihrem Mutterland heraus. Seine Sympathien waren völlig auf Seiten der ersteren. Seine unermüdlichen Anstrengungen trugen dazu bei, dass die französische Regierung den Amerikanern reichliche, wenn auch geheime, Unterstützung in Form von Geld und Waffen zukommen ließ. Er selbst betrieb einen enormen Handel mit Amerika, teilweise auf eigene Rechnung, aber hauptsächlich als Agent der französischen und spanischen Regierungen. Unter dem Namen Rodrigue Hortalez et Cie beschäftigte er eine Flotte von vierzig Schifften, um die Aufständischen mit Hilfslieferungen zu versorgen.


Während des gleichen Zeitraums schrieb er seine beiden berühmten Komödien. Die erste, Le Barbier de Seville (Der Barbier von Sevilla), wurde nach einem zweijährigen Verbot 1775 uraufgeführt. Die Urfassung war ein Flop; Beaumarchais hatte die Schlußszene mit Anspielungen auf seine eigenen Angelegenheiten überfrachtet, wodurch die Dramaturgie des Stücks stark litt. Er strich das Stück aber rechtzeitig zusammen und überarbeitete es für die zweite Aufführung, in der es ein vollkommener Erfolg wurde. Die Intrigen, die nötig waren, um von der Zensur die Erlaubnis für seine zweite und bekanntere Komödie, Le Mariage de Figaro (Die Hochzeit des Figaro), zu bekommen, sind höchst amüsant und werfen ein Licht auf den unstabilen Zustand der öffentlichen Meinung zu dieser Zeit. Das Stück wurde 1778 vollendet, aber der Widerstand von seiten Ludwigs XVI., der wohl als einziger seine gefährliche Wirkung ahnte, wurde erst 1784 überwunden. Die Komödie hatte einen beispiellosen Erfolg. Die Hauptrolle in beiden Stücken, Figaro, ist eine originale Erfindung Beaumarchais'. In der Tat porträtierte er sich hier als findigen Abenteurer, der es an Witz, Scharfsinn, Fröhlichkeit und philosophischen Betrachtungen durchaus mit Tartüff aufnehmen kann.


Dem heutigen Publikum sind beide Stücke hauptsächlich durch die Adaptionen Mozarts und Rossinis bekannt; in Frankreich behielten sie aber auch als Schauspielstücke lange ihre Popularität. Der Erfolg von Le Mariage de Figaro war auch der Eigenwerbung zu verdanken, in der sich Beaumarchais so gut verstand. Der Erlös der fünfzehnten Aufführung kam einer wohltätigen Einrichtung zugute, deren Wahl zahlreiche Epigramme provozierte. Beaumarchais war so unklug, sich mit Hilfe von Persönlichkeiten zu revanchieren, die von seinen Gegnern als Feinde des Königs und der Königin denunziert wurden. Er wurde durch eine königliche Order für kurze Zeit im Gefängnis von St. Lazare inhaftiert. Selbst als der brillante Verfasser von Flugschriften, der er war, musste er seine Grenzen erkennen. Er verteidigte die Compagnie des Eaux de Paris, an der er eine große Beteiligung besaß, gegen Honoré Mirabeau, musste aber eine Schmähung einstecken, gegen die er nichts mehr erwidern konnte. Seit diesem Zeitraum (1785-1786) ging sein Einfluss verloren. Kurz darauf wurde er heftig von Nicolas Bergasse angegriffen, den er wegen Diffamierung anzeigte. Er gewann seinen Fall, aber sein Leumund hatte in dem Pamphlet-Krieg gelitten. Beaumarchais' spätere Werke, die politisch äußerst brisante Oper Tarare (1787) (komponiert von Antonio Salieri) und das damals sehr beliebte Drama La Mere coupable (1792) werden von der neueren Beaumarchais-Forschung zu den eher mittelmäßigen Texten des Autors gezählt.


Durch seine Schriften trug Beaumarchais, wenn auch unbewusst, dazu bei, dass die Stimmungslage in Frankreich auf die Revolution zutrieb. Im Herzen scheint er kaum ein Republikaner gewesen zu sein, und vom Umsturz des Staates profitierte er nicht. Das erstaunliche ist, dass gerade die Gesellschaft, die er im Figaro travestierte, diejenige war, die ihm am heftigsten applaudierte. Von Napoleon wurde das Stück später mit dem Satz "Darin war die Revolution schon in Aktion" charakterisiert, aber dem Hof war dies offenbar nicht bewusst. Beaumarchais' Popularität war von den Mirabeau- und Bergasse-Affären ruiniert worden, und sein Reichtum setzte ihn der Feindschaft von Neidern aus. Eine seiner Spekulationen, um den Konvent mit Musketen aus Holland zu versorgen, stellte sich als ruinöser Misserfolg heraus. Er wurde beschuldigt, Waffen und Getreide in seinem Haus zu verstecken, aber als das Haus durchsucht wurde, wurden nur einige Tausend Kopien einer Voltaire-Ausgabe gefunden, die er privat in Kehl (Baden) hatte drucken lassen. Er wurde des Verrats an der Republik beschuldigt und am 20. August 1792 ins Gefängnis de l'Abbaye gebracht. Eine Woche später wurde er auf Vermittlung von Madame Houret de la Marinire - die seine Mätresse gewesen war - freigelassen. Er nahm in Holland und England Zuflucht. Die Memoiren mit dem Titel Mes six poques, in denen er seine Leiden unter der Republik ausführlich schilderte, sind der Goëzman-Periode durchaus würdig. Sein Mut und seine heitere Veranlagung verließen ihn nie, obwohl er als Spitzel des Konvents in Holland und England gejagt wurde, während er in Paris als Emigrant geächtet wurde. Er kehrte 1796 nach Paris zurück und starb dort unerwartet 1799.


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