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Frankreich ist in 100 Départements unterteilt, die 26 Regionen zugeordnet sind. 96 der 100 Départements liegen in Europa, die restlichen 4 sind Übersee-Départements (Martinique, Guadeloupe, Réunion, Guyane), die zugleich 4 Regionen bilden.


Die meisten Départements haben eine Fläche zwischen 4.000 und 8.000 km˛ und eine Bevölkerung zwischen 250.000 und einer Million Einwohnern. Das flächenmäßig größte ist Gironde (10.000 km˛), das kleinste Paris (105 km˛ - ohne Vororte, die zu anderen Départements gehören); das bevölkerungsreichste ist Nord (2.550.000), das bevölkerungsärmste Lozčre (74.000).


Alle Départements sind durchnummeriert, wobei die Nummer gleichzeitig die letzten beiden Stellen der Kraftfahrzeugkennzeichen sowie die ersten beiden Stellen der Postleitzahl bildet.


Inhaltsverzeichnis


1 Innere Organisation

2 Listen der französischen Départements

3 Geschichte

4 Neugliederungen und Umbenennungen von Départements

5 Départements in vorübergehend dem französischen Staat angegliederten Gebieten

  5.1 Départements zur Zeit der Revolutionskriege und in der Ära Napoleons

  5.2 Départements in Algerien


Innere Organisation

Der oberste Verwaltungsbeamte eines Départements ist der von der Regierung ernannte Präfekt (frz. Préfet), der die Präfektur (frz. préfecture) leitet.


Das oberste gewählte Gremium eines Départements ist der Generalrat (frz. conseil général). Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 wurde die Stellung des Generalrates gegenüber dem Präfekten gestärkt.


Die Départements sind zu administrativen Zwecken in Arrondissements (insgesamt 342) und in Kantone (frz. canton) (2004: 4039) gegliedert. Die Arrondissments dienen der Dezentralisierung der Départementsverwaltung. In den Hauptorten von Arrondissements, die nicht zugleich Hauptort des Départements sind, hat eine Unterpräfektur (frz. sous-préfecture) ihren Sitz, die von einem Unterpräfekten (frz. sous-préfet) geleitet wird. Die Kantone dienen in erster Linie als Wahlbezirke für die Wahl der Mitglieder des Generalrates (die so genannten Kantonalwahlen). Selbstverwaltungseinheiten wie die Regionen, Départements und Gemeinden sind Arrondissements und Kantone nicht.


Die 36 679 (Stand: 2002) Gemeinden (communes), in die die Départements untergliedert sind, sind die unterste Ebene der Selbstverwaltung.


Eine Sonderstellung hat die Stadt Paris, die gleichzeitig Département und Gemeinde ist. Hier übt der Stadtrat auch die Funktion des Generalrates aus.


Listen der französischen Départements



Geschichte

Die Départements wurden ebenso wie die Gemeinden 1789/1790 im Laufe der Französischen Revolution eingeführt. Durch ein Gesetz vom 22. Dezember 1789 traten sie an die Stelle der historischen Provinzen, die sich in Rechtsstatus und Größe stark voneinander unterschieden hatten. Am 26. Februar 1790 wurde Frankreich in 83 ungefähr gleich große Départements aufgeteilt. Als Größe wurde dabei festgelegt, dass die Grenze von der Hauptstadt des Départements nicht weiter als einen Tagesritt zu Pferd entfernt sein dürfe. Diese Neugliederung Frankreichs in Départements trat am 4. März 1790 in Kraft.


Um den vollständigen Bruch mit der Tradition deutlich zu machen, wurden die Départements einheitlich nach den sie durchquerenden Flüssen oder nach Bergen benannt. Davon wurde nur 1860 nach der Angliederung Savoyens mit den neuen Départements Savoie und Haute-Savoie abgewichen; dies geschah wohl, weil Napoleon III. den Gebietsgewinn dauerhaft propagandistisch ausschlachten wollte. (1792 hatte Savoyen bei der ersten Annexion noch den Namen Mont-Blanc bekommen.)


Jedes Département erhielt 1790 eine Versammlung (assemblée) aus 36 gewählten Mitgliedern, die ihrerseits einen Präsidenten und ein ständiges Exekutivdirektorium (directoire exécutif permanent) wählten. Die Départements wurden ihrerseits in jeweils bis zu 9 Distrikte und die Distrikte in jeweils bis zu 9 Kantone gegliedert.


Im Jahre 1795 wurde die innere Organisation der Départements neu geordnet. Die Distrikte wurden abgeschafft, und die Verwaltung wurde zu Lasten der Gemeinden auf der Ebene der Hauptorte der Kantone konzentriert.


Durch Gesetz vom 17. Februar 1800 (bzw. 28. Pluviôse des Jahres VIII) wurde die innere Struktur der Départements erneut geändert. Die Départements wurden in Arrondissements und Kantone aufgeteilt, deren Anzahl geringer als diejenige der Distrikte bzw. Kantone von 1790 war. Es wurden die Präfekturen und Unterpräfekturen sowie die Generalräte geschaffen. Der von der Regierung ernannte Präfekt (frz. Préfet) wurde der oberste Verwaltungsbeamte eines Départements mit sehr weitgehenden Befugnissen. Diese Struktur blieben auch nach der Restauration der Bourbonen 1814/1815 bestehen.


Durch Gesetz vom 10. August 1871 wurde die Wahl der Generalräte nach allgemeinem Wahlrecht mit den Kantonen als Wahlkreisen eingeführt. Danach blieb die innere Organisation der Départements mehr als 100 Jahre lang unverändert.


Durch das Dezentralisierungsgesetz von 1982 wurden die Kompetenzen der Départements erweitert. Die Dezentralisierung übertrug zahlreiche Kompetenzen unter anderem auf den Gebieten der Städteplanung und Raumordnung, des Wohnungsbaus, der Verkehrs- und Umweltpolitik und des Sozial- und Gesundheitswesens auf die gewählten Körperschaften der Gemeinden (conseil municipal - Gemeinderat), Départements (conseil général - Generalrat) und Regionen (conseil régional - Regionalrat). Der Präfekt (vorübergehend Commissaire de la République genannt) musste große Teile seiner Befugnisse an den Präsidenten des Generalrats abgeben, dem durch Gesetz vom 2. März 1985 die Leitung der Exekutive des Départements übertragen wurde.


Neugliederungen und Umbenennungen von Départements

Die Mehrzahl der 1790 geschaffenen Départements bestehen in unveränderter Form bis heute - eine im Vergleich zu anderen Ländern bemerkenswerte territoriale Kontinuität. Eine Reihe von Départements sind jedoch im Laufe der vergangenen 200 Jahre aufgeteilt, neugeschaffen oder umbenannt worden. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts bemerkt man die Tendenz zu einer politisch korrekten Benennung: fast alle Départements mit den Namenbestandteilen -Inférieur ("Nieder-", aber auch "schlecht") und Bas- ("Unter-; Nieder-") erhielten neue Namen.




Départements in vorübergehend dem französischen Staat angegliederten Gebieten

Départements zur Zeit der Revolutionskriege und in der Ära Napoleons

Ab 1792, zur Zeit der Revolutionskriege und der Ära Napoleons I., wurden weite Gebiete West- und Mitteleuropas von Frankreich annektiert und nach und nach in die Departementsstruktur integriert.


Dies betraf die heutigen Benelux-Staaten, Teile Deutschlands (das gesamte linke Rheinufer und ab 1811 die Mündungsgebiete von Weser und Elbe), der Schweiz und Italiens. Auf dem Höhepunkt der französischen Eroberungen (1811) gab es 130 Departements und Städte wie Brüssel, Amsterdam, Hamburg, Aachen, Genf, Turin oder Rom waren Teil des französischen Kaiserreichs. Alle diese Gebiete gingen 1814 mit dem Sturz Napoleons wieder verloren.


Die folgende Tabelle zeigt die angegliederten Gebiete mit Jahr der Annexion und heutiger Staatszugehörigkeit.


Tabelle


Départements in Algerien

1848 wurde das von Frankreich annektierte Algerien in drei Départements gegeliedert: Alger (Algier), Constantine (Constantine) und Oran (Oran). Zwischen 1955 und 1962 wurden die in Algerien gelegenen Départements mehrmals neu gegliedert, so dass es am Ende 17 von ihnen gab. 1962 wurde Algerien unabhängig, bewahrte jedoch bis 1978 die unter französischer Herrschaft geschaffene Verwaltungsgliederung.


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