Nach Marias Tod am 12. Juli1545 strebte er ein Bündnis mit England an und heiratete am 25. Juli1554 die katholische Königin Maria I. von England, auch Maria Tudor oder Bloody Mary bekannt (* 18. Februar1516 - † 17. November1558). Diese Ehe war bei ihren Untertanen unbeliebt und, soweit es Philipp betraf, eine rein politische Allianz. Am 16. Januar1556 folgte Philipp, nach der Abdankung seines Vaters Karl, auf den spanischen Thron, jedoch war er bis zu dessen Tod, zwei Jahre später, nicht mehr im Land.
Nachdem seine zweite Frau, Maria Tudor, 1558 kinderlos gestorben war, machte Philipp ihrer jüngeren Schwester Elisabeth I. von England Avancen, doch sein Plan schlug wegen einer ganzen Reihe von Gründen fehl. Philipp glaubte auch, dass sein Sohn Don Carlos gegen ihn intrigierte und ließ ihn verhaften. Als der Prinz nur kurze Zeit später starb, klagten Philipps Feinde ihn an, den Mord an seinem eigenen Sohn in Auftrag gegeben zu haben.
Während Philipps Regentschaft wurden die philippinischen Inseln erobert und nach ihm benannt, außerdem wurde eine nordamerikanische Kolonie in Florida etabliert. Seine Herrschaft war jedoch durch finanzielle Instabilitäten gekennzeichnet und durch eine drohende muslimische Invasion bedroht. Auch der Konflikt mit England und den Niederlanden wuchs beständig an. Die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande, dem Nachfolger der Utrechter Union von 1579, erklärte sich 1581 unabhängig vom spanischen König. Währenddessen erbte Philipp den portugiesischen Thron und seine Erfolge während der Kolonisation Amerikas verbesserten seine finanzielle Situation, was ihm erlaubte, größeren Druck auf seine Feinde aufzuüben. Die Enthauptung der schottischen Königin Maria Stuart gab ihm die Rechtfertigung für eine Invasion Englands durch die Spanische Armada, die von den besser bewaffneteren und schnelleren englischen Schiffen unter der Führung von Sir Francis Drake1588 besiegt wurde. Das ungünstige Wetter half den Engländern sicherlich auch.
Phillip ist in die Geschichte als der "düstere König" eingegangen. Er residierte mitten in der Einöde des kastilischen Hochlandes, in seiner Gründung, dem Kloster San Lorenzo de El Escorial, wo er in pedantischer Einförmigkeit dahinlebte. Er trug immer schwarz, aß jeden Tag pünktlich dieselben Speisen und machte jeden Tag dieselbe Ausfahrt durch die einförmige Hochebene. In seinen späteren Lebensjahren verlies er sein Zimmer nur mehr, um die Messe zu hören. Er verkörperte das Ideal der undurchdringlichen Ruhe und Gelassenheit wie kein anderer: nie soll er gelacht haben, und weder bei der Nachricht seines größten Sieges (der Seeschlacht von Lepanto "Mucho ha aventurado Don Juan" - `Viel hat Don Juan gewagt') noch bei seiner größten Niederlage (dem Debakel der Armada) auch nur eine Mine verzogen haben.
Ein wenig Helligkeit zeigt sich etwa durch seine freundlichen und interessierten Briefe an seine Töchter.
Er umgab sich mit einem undurchdringlichen Hofzeremoniell, nur die allerhöchsten Granden hatten Zutritt zu ihm, und das oft nur nach monatelanger Wartezeit. Er sprach soviel mit ihnen, wie gerade notwendig: seine Befehle erteilte er in kryptischen Halbsätzen, die man erst deuten musste. Durch diese Unnahbarkeit galt er fast schon als eine Art Gottheit, ein weltentrückter Mönchskönig.
Legendär ist auch sein Bürokratismus: jedes noch so kleine Detail in seinem Weltreich musste von ihm persönlich entschieden werden, was die Verwaltung dieses Reiches natürlich unglaublich schwerfällig machte. Dazu kam ein gewisser Hang zum Verfolgungswahn hinzu: er misstraute allen, auch und gerade jenen, die sich für das spanische Reich Verdienste erworben hatten. Es liegt auch auf der Hand, das dies sich mit seinen weltumspannenden Plänen von einer katholischen Universalmonarchie überhaupt nicht vertrug. Am Ende seines Lebens musste er dem Aufstieg all derer zusehen, die er erbittert bekämpft hatte, vor allem England unter Elisabeth I.
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