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Dadaismus

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Der Dadaismus war eine künstlerische Protestbewegung, die 1915 in Zürich entstand. Damals versammelte der Schriftsteller Hugo Ball Künstler verschiedenster Sparten um sich, stach mit einer Schreibfeder in ein deutsch-französisches Wörterbuch und blieb auf dem Wort "dada" (frz.: Schaukelpferd) hängen, nach dem er dann den Dadaismus benannte.


Marcel Janco allerdings bestreitet diese These und erklärte in einem Interview, die Geschichte mit dem Messer sei erst im Nachhinein erfunden worden und ein schönes Märchen, weil sie sich besser anhöre als die weniger poetische Wahrheit.


Wahrscheinlicher sei wohl gewesen, dass ein damals in Zürich erhältliches und hinlänglich bekanntes Haarwaschmittel namens "DADA" die Anregung für die Namensgebung der Künstlergruppe gab.


Der Dadaismus stellte die gesamte bisherige Kunst in Frage, indem er ihre Abstraktionen durch satirische Überspitzung zu sinnlosen Unsinns-Ansammlungen machte. Tatsächlich ist es oft schwer, die damaligen "echten" Kunstwerke von den gewollt mehr oder weniger sinnlosen "Anti-Kunstwerken" des Dadaismus zu unterscheiden.


Im Laufe des 1. Weltkrieges breitete sich der Dadaismus weiter in ganz Europa aus. Überall protestierten Künstler durch gezielte Banalität und Unlogik gegen das Bürger- und das Künstlertum.


Der Schaffensort der Dadaisten war das Cabaret Voltaire. Es befand sich in der Spiegelgasse 1, unweit von Lenins Exilwohnung. Es war am 5. Februar 1916 gegründet worden. Über ein Jahr war es Mittelpunkt der Zürcher Dadaisten.


Es wurde in ihm getanzt, gesungen, gesprochen, gepfiffen und getrommelt, also das Repertoire der Dadabewegung ausprobiert. Nach der Schließung traf man sich in der Galerie Dada in der Bahnhofstrasse.


Eines der wichtigsten Schaffensgebiete der Dadaisten waren die Lautgedichte. Das erste Lautgedicht wurde am 25. Juli 1917 in der Dada Galerie von Hugo Ball aufgeführt. Er selber begründete die Lautgedichte mit dem Satz: "Mit diesen Tongedichten wollten wir verzichten auf eine Sprache, die verwüstet und unmöglich geworden ist durch den Journalismus. Wir müssen uns in die tiefste Alchemie des Wortes zurückziehen und selbst die Alchemie des Wortes verlassen, um so der Dichtung ihre heiligste Domäne zu bewahren."


gadji beri bimba glandridi laula lonni cadori

gadjama gramma berida bimbala glandri galassassa laulitalomini

gadji beri bin blassa glassala laula lonni cadorsu sassala bim

gadjama tuffm i zimzalla binban gligla wowolimai bin beri ban

o katalominai rhinozerossola hopsamen laulitalomini hoooo

gadjama rhinozerossola hopsamen

bluku terullala blaulala loooo

Hugo Balls 'Gadji beri bimba'

(Das erste Lautgedicht - Er sang es wie ein Priester)


Die Dadaisten entdecken den Zufall als schöpferisches Prinzip. Hans Arp hatte lange in seinem Atelier am Zeltweg an einer Zeichnung gearbeitet. Unbefriedigt zerriss er das Blatt und ließ die Fetzen auf den Boden flattern.


Als sein Blick nach einiger Zeit zufällig wieder auf diesen Fetzen fiel, überraschte ihn die Anordnung. Sie besaß den Ausdruck, den er die ganze Zeit vorher gesucht hatte. Arp wandte das Prinzip auch auf seine Lyrik an: "Wörter, Schlagworte, Sätze, die ich aus Tageszeitungen und besonders aus Inseraten wählte, bildeten 1917 die Fundamente meiner Gedichte.


Öfter bestimmte ich auch mit geschlossenen Augen Wörter und Sätze_... Ich nannte diese Gedichte Arpaden".


Der Dadaismus schien schließlich in den 20ern eines natürlichen Todes durch Desinteresse zu sterben und hinterließ in der konkreten Lyrik einen einflussreichen Nachkommen. Zudem gehen auf den Dadaismus die moderne Performance und die Idee des Readymade zurück.


Ob und in wie weit der Dadaismus Einfluss auf die bildenden Künste genommen hat ist fraglich, denn diese lassen den Unverständigen ohnehin kaum noch erkennen, ob ein Sinn hinter dem Kunstwerk steht (Probleme der modernen Kunst). Allerdings wird oft der Surrealismus als Nachfolger des Dadaismus genannt. Auch der Einfluss auf die Musik ("Da da da" von Trio) ist umstritten (wie alles bei Dada).


Dessen ungeachtet konnte sich der Dadaismus selbst eine Nische schaffen und bis heute überleben und wird besonders von einigen Kabarettisten als sarkastische Kritik am Kunstbetrieb gepflegt. Bedeutendster Vertreter der Nachkriegszeit war Ernst Jandl (vom Vom zum Zum, Ottos Mops).


Auch einige Kulturschaffende der Neuzeit bedienen sich an dem Gedankengut des Dadaismus, so zum Beispiel


  • die Band Dada [ante portas] (Dada vor der Tür - www.dada-ante-portas.com) welche, wie die Wurzel der Kultur aus der Schweiz stammt
  • Jonas Odell, der für die britische Band "Franz Ferdinand" ein Musikvideo im Dada-Stil gedreht hat ("Take me out")


Zitate

Wir sagen "Dada is' Muss" aber wir schreiben "Dada is' Mus"... hier findet Kultur statt! (Friedhelm Kändler)


"Bevor Dada da war, war Dada da" (Hans Arp. Gottesbezug oder Hinweis auf


Christian Morgenstern?)


DADA bedeutet nichts. --- Wir wollen die Welt mit nichts ändern...


(Richard Huelsenbeck)


Was wir Dada nennen, ist ein Narrenspiel aus dem Nichts, in das alle höheren Fragen verwickelt sind.


(Hugo Ball)


Bedeutende Dadaisten



Beispiele



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