D’Urville entschied sich im Alter von 17 Jahren für eine höhere Offizierslaufbahn bei der Marine. Er beendete die Offiziersakademie mit Auszeichnung. D’Urville war ein begabter Botaniker und sprach sieben Sprachen fließend - darunter Deutsch, Griechisch und Hebräisch.
1819 brachte er von einer Fahrt nach Griechenland die Staue der Venus von Milo nach Paris. Von August 1822 bis März 1824 nahm d’Urville auf dem Schiff Coquille an einer botanischen und hydrographischen Expedition durch die Südsee teil.
Ein Jahr später wurde ihm von der Marine eine eigene Expedition durch die Südsee bewilligt. D’Urville stach am 22. April1826 auf der zur Astrolabe umbenannten Coquille von Toulon aus in See. Er beschrieb auf dieser Reise die Inselwelt so detailliert, dass man seither das Gebiet in Melanesien, Mikronesien und Polynesien aufteilt. Nach seiner Rückkehr fiel er trotz der hervorragenden Forschungsergebnisse in Ungnade. Er wurde der Arroganz und Selbstsucht bezichtigt; ferner würde er die Mannschaft grausam behandeln und Forschungsergebnisse übertrieben darstellen.
[Bild:] Die Schiffe Astrolabe und Zèlée im Eis
Sieben Jahre lang musste er Schreibtischtätigkeiten verrichten, bevor ihm ein neues Kommando übertragen wurde. König Louis-Philippe gab ihm neben der verlangten Astrolabe sogar ein zweites Schiff mit, die Zèlée. Diesmal sollte die Fahrt zuerst zum Südpol gehen, »soweit wie das Eis es erlaubte« - so der Auftrag des Königs. Für jeden Grad über dem 75. Breitengrad - der bisherige Rekord von James Weddell - sollte die Mannschaft eine zusätzliche Prämie bekommen.
Am 7. September1837 stachen die beiden Schiffe in See. Die Fahrt zum Südpol verlief nicht sehr glücklich - die Schiffe blieben im Eis stecken und mussten mühsam wieder flott gemacht werden. Die halbe Besatzung erkrankte an Skorbut, und nachdem es die beiden Schiffe mit letzter Kraft zurück nach Chile geschafft hatten, desertierten viele Besatzungsmitglieder.
Im Sommer 1838 ging die Fahrt durch die Südsee zu den Salomonen und zur Nordküste Neuguineas. Hier benannte d’Urville eine Bucht nach seinem Schiff, die noch heute den Namen Astrolabe Bay trägt.
Im nächsten Winter startete d’Urville von Hobart in Tasmanien aus den zweiten Versuch, zur Antarktis vorzudringen. Diesmal verlief die Fahrt glücklicher und d’Urville entdeckte das auf dem antarktischen Kontinent liegende und seither Frankreich gehörende Terre-Adelie-Land, wo heute noch eine Station seinen Namen trägt. Er benannte das Gebiet nach seiner Frau Adèle.
Die Rückkehr führte ihn über Neuguinea und St. Helena im Atlantik das dritte Mal um die ganze Welt. Am 6. November1840 erreichten die beiden Schiffe nach drei Jahren und zwei Monaten wieder den Heimathafen Toulon. D’Urville wurde zum Konteradmiral befördert, und die Geografische Gesellschaft verlieh ihm ihre höchste Auszeichnung. Die Regierung überreichte den 130 Überlebenden eine Sonderprämie von 150,000 Goldfranc.
D’Urville starb keine zwei Jahre später, am 8. Mai1842, bei einem Zugunglück in der Nähe von Versailles, gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn. In Neuseeland wurde nach ihm eine Insel und ein Fluss benannt.
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