Der Christliche Verein Junger Menschen ist ein weltweit verbreiteter christlicher Verein auf evangelikaler Basis. Er ist der größte christlich-ökumenische Jugendverband in Deutschland.
Der CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V. hat seinen Sitz in Kassel.
Folgende Mitgliedsverbände bilden den CVJM-Gesamtverband:
Arbeitsgemeinschaft der CVJM Deutschlands (AG der CVJM)
CVJM-Landesverband Baden e. V.
CVJM-Landesverband Bayern e. V.
Christliches Jungendorfwerk Deutschlands (CJD)
CVJM-Nordbund e. V.
CVJM-Ostwerk e. V. Landesverband Berlin-Brandenburg
700 hauptamtliche Mitarbeiter (sie werden Sekretäre genannt)
In 122 Nationalverbänden sind 25 Mio. Mitglieder weltweit miteinander verbunden.
Symbole
Das Symbol des CVJM ist ein Rotes Dreieck mit horizontalem schwarzen Balken, auf dem die jeweilige Abkürzung mit weißen Großbuchstaben steht. In Deutschland also »CVJM«. Es soll daran erinnern, dass bei der gesamten CVJM-Arbeit der ganze Mensch im Vordergrund steht. Dabei steht der obere Balken für »Geist«, gestützt von den beiden Balken für »Körper« und »Seele«.
Desweiteren gibt es noch das »Eichenkreuz«, welches in der CVJM-Sportarbeit verwandt wird. Die grünen Eichenblätter sind ein altes Symbol für Sieg und neues Leben, welches durch die kreuzförmige Anordnung mit Jesus Christus in Verbindung gebracht wird.
Dabei steht die weiße Farbe für Reinheit, Wahrheit und Klarheit und die blaue für Gottes Treue. Das Kreuz und der Anker steht dabei für den sicheren Halt, den Christen bei Jesus haben. (vgl. Hebräer 6,19).
Die Ringe symbolisieren die weltweite Gemeinschaft mit anderen Jungscharen, dem weltweiten CVJM, sowie der christlichen Gemeinde allgemein.
Der Weltbund hat ein eigenes Symbol. Es besteht aus der Aufgeschlagenen Bibel mit Textreferenz Joh. 17,21 mit dem hinterlegten Christusmonogramm »XP« (griechische Buchstaben Chi und Rho). Umrandet wird dies mit den Namen der fünf Erdteile in lateinischer Sprache.
Geschichte
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kommt es im Zuge der Industrialisierung zu christlichen Erweckungsbewegungen in Europa und Amerika. Zahlreiche - auch christliche - Vereine entstehen (Enthaltsamkeitsvereine, Jungfrauenvereine etc.). Diese schließen zu nationalen Verbänden zusammen.
1844 wurde der erste CVJM (bzw. YMCA = The Young Men's Christian Association) von George Williams in London gegründet. Er hatte das Ziel, jungen Männern in der Großstadt Glaubens- und Lebensorientierung zu geben. Diese wurde im eigenen Vereinshaus auf biblischer Grundlage erteilt. Aus dieser Idee entstand in wenigen Jahren eine weltweite Bewegung.
In Deutschland schlossen sich 1848 mehrere Jünglingsvereine zu dem ersten größeren Verband zusammen, dem "Rheinisch-Westfälischen-Jünglingsbund". Aus diesem und anderen, die mit Zeit auch gegründet wurden, entwickelte sich später der CVJM-Gesamtverband in Deutschland e.V.
1855 schlossen sich auf der Weltausstellung in Paris junge Männer aus verschiedenen Nationalverbänden zum Weltbund zusammen und verabschiedeten die Pariser Basis:
"Die Christlichen Vereine Junger Männer haben den Zweck, solche jungen Männer miteinander zu verbinden, welche Jesus Christus nach der Heiligen Schrift als ihren Gott und Heiland anerkennen, in ihrem Glauben und Leben seine Jünger sein und gemeinsam danach trachten wollen, das Reich ihres Meisters unter jungen Männern auszubreiten.«
Der Leitspruch des CVJM-Weltbundes steht in der Bibel in Johannes 17,21: "damit sie alle eins seien".
Später traten auch deutsche Jünglingsvereine dem Weltbund bei.
Während der Zeit der Nazi-Herrschaft wurden viele CVJM-Gruppen der Hitlerjugend zwangs-einverleibt. Andere Gruppen machten heimlich weiter oder hörten ganz auf. Eine wichtige Person des Widerstandes (sihe auch Kirchenkampf) war in diesem Zusammenhang Pfarrer Wilhelm Busch. Nach Ende des 2. Weltkrieges nahmen die CVJMs ihre Arbeit jedoch schnell wieder auf.
Die CVJM sind als eine Vereinigung junger Männer entstanden. Heute steht die Mitgliedschaft in Deutschland allen jungen Menschen offen. Dies wird insbesondere deutlich in der Umbenennung der einzelnen CVJM' s in Christlicher Verein Junger Menschen die seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts satttfindet. Weltweit sind auch, anders als in Deutschland, neben den »Männervereinen«, auch reine »Frauenvereine« entstanden (z.B. YWCA im englischsprachigen Raum oder KFUK im skandinavischen Raum). Menschen aus allen Völkern und Rassen, Konfessionen und sozialen Schichten bilden die weltweite Gemeinschaft im CVJM. Die Pariser Basis gilt heute im CVJM-Gesamtverband in Deutschland e.V. für die Arbeit mit allen jungen Menschen.
Literatur
Karl Kupisch, Der Deutsche CVJM. Aus der Geschichte der Christlichen Vereine Junger Männer Deutschlands, Pflugschar-Verlag: Kassel-Wilhelmshöhe 1958.
Jürgen Müller-Späth, Die Anfänge des CVJM in Rheinland und Westfalen. Ein Beitrag zur Sozial- und Kirchengeschichte im 19. Jahrhundert, Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte Bd. 90, Rheinland-Verlag GmbH: Köln 1988.
Walter Stursberg, Glauben Wagen Handeln. Eine Geschichte der CVJM-Bewegung in Deutschland, Aussaat Verlag: Wuppertal 1977.
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