CERN (frz.: Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire oder Centre Européenne pour la Recherche Nucléaire), das Europäische Kernforschungslabor ist eine Großforschungseinrichtung mit zwei Speicherringen (Synchrotronen) sowie verschiedenen Teilchenbeschleunigern in Meyrin in der Nähe von Genf in der Schweiz.
Beim CERN wird die Zusammensetzung der Materie erforscht, indem Elementarteilchen wie Elektronen oder Protonen sehr stark beschleunigt und dann zur Kollision gebracht werden. Teile der Beschleunigeranlagen sind unter anderem das SPS (Super Proton Synchrotron) und der LEP (Large Electron-Positron Collider; Großer Elektron-Positron Speicherring).
2002 wurde der LEP abgeschaltet. Im gleichen Speicherring wird zur Zeit der LHC (Large Hadron Collider) gebaut, in welchem Protonen aufeinander geschossen werden. Dort werden dann Energien erreicht, die in herkömmlichen Teilchenbeschleuniger nicht möglich waren (bis 14 TeV!). In diesem Beschleuniger soll dann nach schweren supersymmetrischen Teilchen und dem umstrittenen Higgs-Boson sowie dem Quark-Gluon-Plasma gesucht werden. Zugunsten dieses Projekts wurden andere Aktivitäten stark reduziert.
So wird es 2005 am CERN keinen Beschleunigerbetrieb geben.
Ein wichtiges zur Zeit am CERN stattfindendes Experiment ist das CAST-Experiment. Dabei wird versucht mittels eines sehr starken Magnetfeldes sog. Axionen nachzuweisen, subatomare, schwach wechselwirkende Teilchen (sog. Wimps), welche als Hauptkandidaten für Dunkle Materie gelten siehe auch: Primakoff Effekt. Daneben gibt es noch eine Vielzahl kleinerer Experimente und die Vorbereitungen für die zukünftigen LHC-Experimente.
Historisch in Nebelkammern, heute in einer Vielzahl von unterschiedlichen Teilchendetektoren werden die Flugbahnen der in den Kollisionen entstehenden Teilchen rekonstruiert. Daraus lassen sich dann die Eigenschaften der kollidierten und neu entstandenen Teilchen bestimmen.
Dies ist in der Regel mit ernomen technischem Aufwand und Rechenleistung verbunden, womit nicht zuletzt der internationale Ansatz dieses Großforschungsprojektes klar wird (Finanzierung).
Derzeit ist man am Cern u.a. intensiv an der Entwicklung des World Wide Grid beschäftigt, welches das World Wide Web irgendwann einmal ablösen soll. Dieses wird benötigt, um die ungeheuren Datenmengen, die ab 2007 anfallen, wenn der neue Ringbeschleuniger seine Messungen aufnimmt, zu bewältigen.
Das CERN wurde 1954 gegründet und hat derzeit 20 Mitgliedsländer.
Circa 6.500 Wissenschaftler aus aller Welt arbeiten an CERN-Experimenten.
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