Am 26. Februar1870 gründeten vorwiegend hanseatische Kaufleute, Merchant Banker und Privatbankiers die Commerz- und Disconto-Bank in Hamburg. Ursprünglich war die Commerzbank nur in Hamburg tätig, seit 1897 hatte sie auch eine Filiale in Berlin.
Nach der 1905 erfolgten Fusion mit der Berliner Bank AG verlegte die Commerzbank AG ihren Sitz nach Berlin.
Im Jahre 1920 fusionierte die Commerzbank AG mit der Mitteldeutschen Privatbank AG in Magdeburg zur Commerz- und Privatbank AG und gewann dadurch ein dichtes Filialnetz in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Mit dem Ende des 2. Weltkrieges wurden die Großbanken zerschlagen und in ihrer Geschäftstätigkeit auf die jeweilige Besatzungszone beschränkt. In der sowjetischen Bestzungszone wurde der Geschäftsbetrieb eingestellt, die Gebäude und Betriebseinrichtungen wurden ohne Entschädigung enteignet. Es entstehen aufgrund von Gesetzen der Militärregierung zwischen 1945 und 1948 die Nachfolgeinstitute Mitteldeutsche Creditbank in Frankfurt, der Bankverein für Würtemberg-Baden in Stuttgart, die Bayerische Disconto-Bank in Nürnberg und die Bremer Handels-Bank in Bremen, die Mittelrheinische Bank in Mainz, der Bankverein Westdeutschland in Düsseldorf, die Hansa-Bank in Hamburg, die Merkur-Bank in Hannover und die Holsten-Bank in Kiel mit jeweils eigener Organisation und Geschäftsführung. Mit Erlaß des Grßbankengesetzes 1952 werden die einzelnen Nachfolgeinstute zusammengeführt zum Bankverein Westdeutschland in Düsseldorf, der Commerz- und Discontobank in Hamburg und der Commerz- und Credit-Bank in Frankfurt. die Aktionäre des Altinstitutes erhielten jeweils anteilig Aktien an den drei neuen Instituten. Am 24. Dezember1956 wird das Gesetz zur Aufhebung der Beschränkung des Niederlassungsbereiches von Kreditinstiuten verkündet. Das Düsseldorfer Institut erwirbt jeweils Mehrheitsbeteiligungen an den anderen beiden Instituten.
1958fusionieren die Institute und benennen sich zur Commerzbank AG um. Der juristische Sitz wird nach Düsseldorf verlegt. Die Altbank, deren Vermögen praktisch nur noch aus Ersatzansprüchen aus der Enteignung des Vermögens in der sowjetischen Besatzungszone besteht, wird in Commerzbank AG von 1870 umbenannt.
Gegenwart
Die Hauptverwaltung der Commerzbank AG befindet sich in Frankfurt am Main im höchsten Bürogebäude Europas, dessen Spitze mehr als 300 m das Frankfurter Bankenviertel überragt. Das Commerzbank-Hochhaus wurde bis 1996 nach Entwürfen des Architekten Sir Norman Forster errichtet.
Im Jahre 2004 übernahm die Commerzbank Teile der im oberfränkischen Hof beheimateten, finanziell angeschlagenden SchmidtBank.
Literatur
Commerzbank AG (Hrsg.), 100 Jahre Commerzbank 1870-1970; Frankfurt a.M. 1970
Commerzbank AG (Hrsg.), Die Bank - Dienstleister im Wandel. 125 Jahre Commerzbank; Frankfurt a.M. 1995
Ludolf Herbst u. Thomas Weihe (Hrsg.), Die Commerzbank und die Juden 1933-1945 München 2004
Detlef Krause, Die Anfänge der Commerz- und Disconto-Bank in Hamburg; in: Bankhistorisches Archiv 23 (1997), 20-55
ders., Das Historische Archiv der Commerzbank AG; in: Archiv und Wirtschaft 23 (1990), 52-56
ders., Die "Commerz- und Disconto-Bank" in Berlin. Von der Niederlassung zur Hauptverwaltung einer Großbank; in: Kristina Hübener, Wilfried G. Hübscher u. Detlev Hummel (Hrsg.), Bankgeschäfte an Havel und Spree. Geschichte - Traditionen - Perspektiven; Potsdam 2000, 157-189
Herbert Wolf, Das Ende privater Banktätigkeit in Mitteldeutschland - dargestellt am Beispiel der Commerzbank; in: Bankhistorisches Archiv, 16 (1990), 116-125
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