Brückners Mutter war eine englische Jüdin und bekannte Konzertsängerin. Unter dem Druck des nationalsozialistischen Regimes emigrierten nacheinander sie und ihre beiden älteren Söhne nach England. Peter Brückner besuchte bis zum Abitur 1941 ein Internat in Zwickau. In den letzten Schuljahren knüpfte er Kontakte zum antifaschistischen Untergrund und politisierte sich. Nach seinem Abschluss wurde er zu einem in Wien stationierten Landesschützen-Bataillon eingezogen. Von dort aus unterstützte er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gemeinsam mit österreichischen Kommunisten Kriegsgefangene und Deserteure.
Er studiert Psychologie u.a. bei dem Gestaltpsychologen Wolfgang Metzger in Münster und promoviert 1957 über das Rohrschach-Verfahren. Nach praktischer Arbeit im sozial-pädagogischen Bereich gründet er mit anderen ein Institut für Marktforschung in Heidelberg. Er kommt in Kontakt mit dem Kreis des Psychologen Alexander Mitscherlich und beschließt, sich fortan auf das Feld der Sozialpsychologie zu konzentrieren. Anfang der 60er Jahre macht er seine Ausbildung zum Psychoanalytiker und nimmt Kontakt auf mit dem Berliner und Frankfurter SDS.
1967 folgt er einem Ruf an die Universität Hannover und bekommt einen Lehrstuhl für Psychologie. Durch sein starkes Engagement für die Belange der Studentenbewegung wird er zu einem der linken Professoren überhaupt. 1972 wirft man ihm Unterstützung der Roten Armee Fraktion (RAF) vor und suspendiert ihn für zwei Semester vom Dienst. In Cafés und Veranstaltungsorten hält er trotzdem weiter Vorlesungen für seine Studenten. 1977 wird er Teil der so genannten "Mescalero-Affäre": Wegen der Mitherausgabe und Dokumentation des vorab verbotenen "Buback-Nachrufs" suspendiert man ihn erneut. Es folgen eine Reihe von Gerichtsverfahren. 1981 werden alle Disziplinarmaßnahmen aufgehoben. Nicht lange darauf stirbt Peter Brückner in Nizza an Herzversagen.
Werk
In seinen Arbeiten beschäftigte sich Brückner mit Existenzialontologie, der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule, Psychoanalyse, der politischen Situation der BRD der 60er Jahre und dem Verhältnis von Individuum, Staat und Geschichte. In seinem Buch "Ulrike Marie Meinhof und die deutschen Verhältnisse" versuchte er das Phänomen des Linksterrorismus aus der historischen Situation der Bundesrepublik zu erklären und wies damit individual- und kriminalpsychologische Ansätze zurück. Für diese Publikation wurde er sowohl von Seiten der Konservativen angegriffen als auch von der RAF, die sich bemühte, das Erscheinen des Buches zu verhindern.
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