Das stark riechende Element ist das einzige flüssige Nichtmetall. Im Laboralltag verwendet man aus Sicherheitsgründen statt elementaren Broms häufig Bromwasser, eine Lösung von Brom in Wasser.
Vorsicht: Brom ist äußerst giftig, seine Dämpfe sollten nicht eingeatmet werden. Da Brom ätzend ist, sollte es in seiner flüssigen Form keine Haut berühren
Die rotbraune Flüssigkeit bildet unangenehm stark stechend riechende Dämpfe. Sie hat ein ungewöhnlich hohes spezifisches Gewicht. Festes Brom ist dunkel, bei weiterer Abkühlung hellt es auf.
In Wasser ist es mäßig lösbar, in organischen Lösungsmitteln wie Alkohol, Kohlenstoffdisulfid oder Tetrachlorkohlenstoff sehr gut löslich. In Wasser gelöstes Brom wird durch Licht unter Sauerstoffentwicklung zum Bromid reduziert. Mit Wasserstoff reagiert es im Gegensatz zum Chlor erst bei höheren Temperaturen unter Bildung von Bromwasserstoff HBr. Mit vielen Metallen reagiert es unter Bildung des jeweiligen Bromides. Feuchtem Brom widersteht nur Tantal.
Brom verhält sich chemisch wie das leichtere Chlor, reagiert aber wesentlich weniger energisch. Feuchtigkeit erhöht die Reaktivität des Broms stark. Brom stellt ein mittelstarkes Oxidationsmittel dar.
Anwendungen
Scavenger zum Entfernen des Bleis aus Zylindern bei Nutzung von verbleitem Benzin
Chemisches Polieren von GaAs (als Lösung in Methanol)
Flammschutzmittel für (Elektronik-)Platinen
Schädlingsbekämpfung (als Methylbromid)
Wurmmittel
Desinfektionsmittel (milder als Chlor)
Arzneimittel (Narkose-, Beruhigungs- und Schlafmittel)
Fotoindustrie (Silberbromid als Bestandteil der lichtempfindlichen Suspension)
Bromhaltiger Kautschuck zur Herstellung "luftdichter" Reifen
Tränengas (Bromaceton)
Geschichte
Brom (griechisch bromosssos für Gestank) wurde 1826 durch den Franzosen Antoine Balard entdeckt. Eine technische Herstellung erfolgte erst ab 1860.
Vorkommen
Natürlich kommt Brom nur in Verbindungen vor. Der größte Teil liegt als gelöstes Bromid im Meerwasser vor. Einige Kalisalze enthalten ebenfalls geringe Mengen Brom. Eine Gewinnung aus den Restlaugen der Kaligewinnung ist aber nicht mehr wirtschaftlich.
Die Herstellung elementaren Broms erfolgt durch Oxidation von Bromid-Lösungen durch Chlor. Als Bromidquelle nutzt man überwiegend Meerwasser, vereinzelt auch Sole (stark salzhaltiges Wasser aus großer Tiefe).
Verbindungen
Bromargyrit
Bromstyrol (Riechstoff)
Bromwasserstoff
Silberbromid
Vorsichtsmaßnahmen
Elementares Brom ist hochgiftig, Kontakt oder Aufnahme von geringen Mengen verursachen sofortige Gesundheitsprobleme.
Aufbewahrung in Behältern aus Glas, Blei, Monel oder Nickel.
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