Albrecht von Brandenburg-Ansbach stammt väterlicherseits von den Hohenzollern ab. Er wurde am 16. Mai1490 in Ansbach als Sohn Friedrichs I. von Hohenzollern, Markgraf von Brandenburg-Ansbach, und seiner Frau Sophie, Tochter von Kasimir IV.Jagiello, geboren.
Er wurde 1511 zum Hochmeister des deutschen Ordens in Preußen gewählt. Auf fremden Beistand vertrauend, verweigerte er Polen den Lehnseid und ließ sich 1519 in einen Krieg mit Polen ein, der aber unglücklich für ihn auslief. Der König von Polen bewilligte ihm jedoch einen vierjährigen Waffenstillstand, während dessen er in Deutschland verweilte. Hier wurde er 1522, während der Religionkämpfe, in Nürnberg von Andreas Osiander für die Reformation gewonnen. Auf Luthers Rat legt er das Amt des Hochmeisters nieder und beschloss, den Ordensstaat Preußen in ein weltliches Herzogtum umzuwandeln, und die Reformation einzuführen. Mit Polen wurde deshalb am 8. April1525 in Krakau ein Vertrag geschlossen, in dem Albrecht Preußen als ein in gerader, männlicher Linie forterbendes Herzogtum zu Lehen nahm, und auf dem Landtag, der kurz darauf in Königsberg gehalten wurde, erklärten sich alle Stände, den mächtigen und aufgeklärten Bischof von Samland, Georg von Polenz, an der Spitze, für die Anerkennung des neuen Herzogs und für die Annahme der Reformation. Albrecht setzte an die Durchführung seines Werks alle Kraft. Sofort erschien eine neue Kirchenordnung, und die Versuche des deutschen Ordens, Albrecht wieder zu verdrängen, sowie die beim Kammergericht in Deutschland 1531 gegen den Herzog ausgewirkte Reichsacht hatten keine andere Wirkung, als dass dieser, seit 1527 mit Dorothea, Tochter des Königs Friedrich I. von Dänemark, vermählt, die Einführung der evangelischen Lehre und die Befestigung seiner Herrschaft um so eifriger betrieb.
Ganz besonders förderte Albrecht das Schulwesen. In den Städten legte er lateinische Schulen an, gründete 1540 das Gymnasium in Königsberg (heute Kaliningrad) und 1544 die dortige Universität ("Albertina"). Deutsche Schulbücher (Katechismen etc.) ließ er auf eigene Kosten drucken, und den Leibeignen, welche sich dem Lehrgeschäft widmen würden, gab er die Freiheit. Von Ihm stammt der Text des Kirchenliedes "Was mein Gott will, das g'scheh allzeit" (EG364).
Seine letzten Regierungsjahre wurden ihm durch kirchliche und politische Zerwürfnisse vielfach verbittert. Der Streit des Melanchthon heftig anfeindenden Königsberger Professors Osiander mit seinen Kollegen, namentlich Joachim Mörlin, gab Anlass zu ernsten Verwickelungen. Der Herzog stand auf seiten Osianders, der größte Teil der Geistlichkeit, auf das Volk gestützt, hielt es mit dem des Landes verwiesenen Mörlin und ebenso die Städte sowie der Adel, weil jene so die Anerkennung ihrer ehemaligen Vorrechte, dieser dagegen die Beschränkung der herzoglichen Gewalt auf das Verhältnis des ehemaligen Hochmeisters zu seinem Orden zu erreichen hofften. Fast das ganze Land stand dem Fürsten feindselig gegenüber, der angeklagt wurde, die Ausländer zu sehr zu begünstigen, in der Tat viele Jahre sich von einem Abenteurer, Skalich, hatte beherrschen lassen und überdies sehr verschuldet war. Die Stände suchten Hilfe in Polen. Dieses, der Gelegenheit zur Einmischung froh, sandte 1566 eine Kommission nach Königsberg, die gegen den Herzog entschied. Des Herzogs Beichtvater Funcke, der Schwiegersohn Osianders, und zwei Genossen wurden als Hochverräter zum Tod verurteilt, Mörlin zurückberufen und zum Bischof von Samland ernannt. Als solcher schrieb er zur Verdammung der Osianderschen Lehren das symbolische Buch Preußens: Repetitio corporis doctrinae Prutenicae. Neue Räte wurden dem Herzog von der polnischen Kommission und den Ständen aufgenötigt. Von ihnen abhängig, verlebte Albrecht seine letzten Tage in tiefem Kummer. Er starb am 20. März 1568 in Tapiau an der Pest, 16 Stunden nach seinem Tod auch seine zweite Gemahlin, Anna Maria, aus dem Haus Braunschweig.
Literatur
Hase, Herzog Albrecht und sein Hofprediger, Leipzig 1879
Rindfleisch, Herzog Albrecht und die Reformation, Danzig 1880
Hubatsch, Walther: Albrecht von Brandenburg-Ansbach. Deutschordens-Hochmeister und Herzog in Preußen 1490-1568. Heidelberg 1960
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