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Boll

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Dieser Artikel befaßt sich mit Boll im Kreis Göppingen, andere Namensträger finden sich unter Boll (Begriffsklärung)

Tabelle

Boll ist eine Gemeinde am (Nord)Rand der Schwäbischen Alb bei Göppingen und Sitz des Gemeindeverwaltungsverbands Raum Bad Boll.


Inhaltsverzeichnis


1 Geografie, Lage und Gliederung

  1.1 Geologie

  1.2 Gliederung

2 Geschichte

  2.1 Einwohnerentwicklung

3 Wappen

4 Kultur und Sehenswürdigkeiten

5 Infrastruktur und Einrichtungen

6 Persönlichkeiten

7 Weblink


Geografie, Lage und Gliederung

Boll liegt ca. 10 km südlich von Göppingen zwischen den Gemeinden Aichelberg, Dürnau, Gruibingen und Zell u.A.. Im Südosten von Boll liegt der Kornberg (779 m ü. NN).


Geologie

Am Fuße der Schwäbischen Alb liegt Boll im Bereich des schwarzen Juras, speziell dem Posidonienschiefer. Die Gegend zwischen Holzmaden und Boll bildet eines der fossilienreichsten Gebiete dieser Schicht des Juras. So wurde z.B. der erste Fischsaurier 1749 dort gefunden. Viele Fossilien die in Boll entdeckt wurden tragen den Zusatz bollensis. Beispiele davon sind z.B. im Urweltmuseum Hauff in Holzmaden oder im Museum am Löwentor in Stuttgart zu sehen.


Im Bereich des Ortsteils Bad Boll befinden sich gesundheitsfördernde Schwefelthermalquellen.


Gliederung

Boll besteht aus drei Ortsteilen : Boll, Bad Boll und Eckwälden. Gelegentlich wird noch der mit dem Hauptort verschmolzene, nicht offizielle, Ortsteil Sehningen unterschieden. Die Gesamtgemeinde trägt den Namen Boll, bemüht sich aber um den Zusatz Bad für die gesamte Gemeinde.


Zusammen mit den Gemeinden Aichelberg, Dürnau, Gammelshausen, Hattenhofen und Zell u.A. bildet Boll seit 1970 den Gemeindeverwaltungsverband Raum Bad Boll.


Geschichte

Erste urkundliche Erwähnung : 1155 (Erwähnung der Stiftskirche durch Friedrich Barbarossa).


Die ersten menschlicher Spuren stammen aus der Zeit keltischer Besiedelung (ca. 700-200 v.Chr.)


in Form einer Anlage (vermutlich eine Fliehburg) im Bereich Bertaburg auf dem Kornberg.


Spuren römischer Besiedelung in Form eines Gutes wurden durch Scherbenfunde im Bereich Bad Boll nachgewiesen. Nach dem Fall des Limes im dritten Jahrhundert wurde die Gegend durch Alemannen besiedelt und der heutige Ortsteil Sehningen gegründet.


Vermutlich um 800 n.Chr wurde eine erste Kirche gebaut, deren Spuren in Form der Krypta der heutigen Stiftskirche zu finden sind.


Anfang des 12. Jahrhunderts wurde dann die Stiftskirche St. Cyriakus vermutlich durch Berta von Boll


(Schwester von Konrad III.) auf der vorigen Kirche erbaut. Diese wurde zum ersten mal 1155 urkundlich erwähnt.


1595 wurden die Schwefel- und Thermalquellen im Bereich Bad Boll gefunden und 1596 wurde das heutige Kurhaus in seiner ersten Form erbaut. 1823-1825 wurde das Kurhaus in seine heutige Form umgebaut.


1945 wurde in Bad Boll die erste deutsche ev. Akademie gegründet.


Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerentwicklung zwischen 1837 und 2004.


DatumEinwohner
18371.461
19071.364
17. Mai 19391.529
13. September 19502.426
27. Mai 19703.692
31. Dezember 19834.286
31. März 20045.270

Wappen

Die Farben des Ortes sind Weiß-Grün.


Der Brunnen im Ortswappen weist auf das Schwefelbad des Ortes hin. Darunter weist die Hirschstange auf die württembergische Zugehörigkeit hin.


Das Wappen wurde am 25. Januar 1961 vom Innenministerium verliehen.


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die sich im Ortskern befindliche Stiftskirche St. Cyriakus ist eine sehenswerte, typisch


romanische Kirche, die Teil der Straße der Staufer ist.


Während der Grabungen nach den Thermalquellen wurden auch in Boll Fossilien gefunden,


Diese befinden sich zum Teil in öffentlichen Gebäuden wie dem Rathaus oder der Schule,sowie in der Versteinerungen-Sammlung-Hohl in Boll. Außerhalb Bolls sind Boller Fossilien auch im Urweltmuseum Hauff in Holzmaden und dem Museum am Löwentor in Stuttgart zu finden.


Infrastruktur und Einrichtungen

Im Ortsteil Bad Boll befindet sich die erste evangelische Akademie Deutschlands, sowie eine Kurklinik, die die Thermalquellen nutzt.


Persönlichkeiten

  • Johann Christoph Blumhardt (* 1805 in Stuttgart, † 1880 in Boll) Theologe [1]
  • Christoph Friedrich Blumhardt (* 1842 in Möttlingen, † 1919 in Jebenhausen) Theologe, wirkte in Bad Boll [2]
  • Theodor Niemeyer (* 1857 in Boll, † 1939 in Berlin) Völkerrechtler [3]
  • Martin Semmelrogge (* 1955 in Eckwälden) Schauspieler [4]


Weblink



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