Bilchbeutler kommen im ganzen südlichen und östlichen Australien sowie auf Neuguinea vor.
Beschreibung
Bilchbeutler ähneln äußerlich Nagetieren. Ihr Fell ist an der Oberseite grau oder braun, an der Unterseite heller. Der Schwanz, der länger als der Körper ist, ist außer an der Wurzel unbehaart und dient als Greiforgan. Die fünf Finger der Vorderhand erinnern an Primatenhände, die erste Zehe der Hinterpfoten kann den anderen gegenübergestellt werden. Bilchbeutler erreichen eine Kopfrumpflänge von sieben bis 13 cm und ein Gewicht von bis zu 50 g.
Lebensweise
Außer dem Bergbilchbeutler, der zeitweise am Boden lebt, sind die Bilchbeutler Baumbewohner. Mit ihrem Greifschwanz und den zum Greifen geeigneten Pfoten klettern sie geschickt durch die Äste. Sie sind nachtaktiv, tagsüber ziehen sie sich in ein Nest zurück. Dieses Nest kann selbst gebaut sein, manchmal beziehen sie auch ein verlassenes Vogelnest. Während der Paarungszeit leben sie in Paaren oder kleinen Gruppen zusammen, ansonsten sind sie Einzelgänger.
Das herausragendste Merkmal ist, dass Bilchbeutler als einzige australische Beuteltiere einen Winterschlaf halten können. (Bei allen Beuteltieren wird ein Winterschlaf nur noch bei der amerikanischen Chiloé-Beutelratte berichtet.) Zu diesem Zweck wächst die Schwanzwurzel an Fettspeicher vorher an. Aum ausgeprägtesten ist dieses Phänomen beim Bergbilchbeutler zu beobachten, der im Gebirge lebt.
Nahrung
Bilchbeutler sind Allesfresser. Auf ihrem Speiseplan stehen neben Samen, Früchten, Blättern und anderem pflanzlichen Material auch Würmer, Insekten und deren Larven sowie kleine Wirbeltiere.
Fortpflanzung
Bilchbeutler haben einen gut entwickelten Beutel mit vier oder sechs Zitzen, der sich nach vorne öffnet. Die Zeit der Geburt hängt vom Lebensraum ab: Während die im Gebirge lebenden Arten ihren Nachwuchs nur im Frühling zur Welt bringen, können die Arten in wärmeren Gebieten ganzjährig gebären. Nach 13- bis 16-tägiger Tragzeit werden ein bis vier Junge geboren, die wie alle Beuteltiere im Beutel der Mutter weiterwachsen. Mit drei bis vier Wochen verlassen die Jungtiere den Beutel, mit zwei bis drei Monaten sind sie entwöhnt und nach 12 bis 15 Monaten werden sie geschlechtsreif.
Bilchbeutler haben eine Lebenserwartung von vier bis sechs Jahren.
Bedrohung
Der Bergbilchbeutler gilt laut IUCN als bedroht, da sein Lebensraum immer mehr der touristischen Erschließung der australischen Gebirge zum Opfer fällt. Die anderen Arten sind nicht gefährdet.
Systematik
Der Bergbilchbeutler (Burramys parvus) war bis in die 1960er nur durch Fossilien bekannt, ehe die ersten lebenden Exemplare gefunden wurden. Er bewohnt gebirgige Regionen in Höhen bis zu 1800 m in einem kleinen Gebiet im südöstlichen Australien.
Die vier Arten der Schlafbeutler (Cercartetus) sind über Australien und Neuguinea verbreitet.
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