Eine Bibelübersetzung versucht, das hebräische Alte Testament beziehungsweise das griechische Neue Testament in eine andere Zielsprache zu überführen. Von den Bibelübersetzungen sind die Bibelausgaben abzugrenzen.
Bibelübersetzungen müssen, wie jede andere Übersetzung auch, die Brücke schlagen von einer fremden Sprache mit ihrer Grammatik und Ausdrucksweise zu einer heute verständlichen Sprache.
Gleichzeitig soll eine Bibelübersetzung eine korrekte theologische Auslegung erlauben; diese Forderung bedingt die Existenz konfessionell erstellter Übersetzungen.
Geschichte der Übersetzung
Während die Ostkirchen schon früh Bibeln in der jeweiligen Landessprache verwendeten (vergleiche Altkirchenslawisch), war im Westen die Vulgata maßgebend, die lateinische Bibelübersetzung von Hieronymus. Die gotischeWulfila-Bibel (4. Jahrhundert) fällt in den Bereich der Ostkirche und kann nicht zu den deutschen Übersetzungen gerechnet werden. Deutsche Übersetzungen der Vollbibel entstanden erst im späten Mittelalter.
Zu größerer Bibelverbreitung im Volk kam es durch die Übersetzungen von Luther und Zwingli 1522-1534 sowie den Buchdruck. Die Lutherbibel war auch für die Kirchenmusik (Joh. Seb. Bach) und für die Entwicklung der deutschen Schriftsprache wichtig.
Ansatz zur Übersetzung
Jede Übersetzung versucht, dem Leser den Sinn des ursprünglichen Texts nahezubringen. Da sich jedoch der Bibeltext in Wortschatz, Ausdrucksform und Grammatik stark vom heutigen Deutsch unterscheidet, muss ein Übersetzer da notwendigerweise Kompromisse machen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Ansätze für Bibelübersetzungen sind:
Wort- und formgetreue Übersetzungen: Einige Bibelübersetzungen versuchen, den hebräischen und griechischen Text möglichst getreu in seiner Satzstruktur und Wortwahl ins Deutsche zu übertragen. Der Vorteil dieser Methode ist, dem Leser einen relativ guten Eindruck vom Originaltext zu vermitteln. Der Nachteil ist, dass sowohl Ausdrucksweise als auch Satzbau nicht leicht verständlich sind. Gewisse Ausdrücke sind, wörtlich übersetzt, heute nicht verständlich oder werden sogar falsch verstanden (beispielsweise ist Talent eine Gewichtseinheit).
Konkordante Übersetzungen: Ein noch weiter gehender Ansatz ist die konkordante Übersetzungsmethode. Dabei wird für ein Wort des Grundtextes möglichst ein deutsche Wort verwendet, für unterschiedliche Wörter werden unterschiedliche Begriffe verwendet (zum Beispiel Hades, Gehenna, Tartarus); Wortstämme werden erkennbar (Äon, äonisch). Eine solche Übersetzung spiegelt je nach Anwendungsgrad der Methode mehr oder weniger exakt den Gebrauch der Wörter in der Ursprache wider. Bei besonders strenger Anwendung des Prinzips und durch ungewöhnliche Wortwahl (die manchmal auch Neuschöpfungen einschließt) ist der Text nicht mehr leicht lesbar (Beispiel: DaBhaR).
Interlinearübersetzung: Hier steht unter jedem Wort des Originaltextes dessen deutsche Übersetzung. Interlinearübersetzungen sind nur sinnvoll, wenn man zumindest Anfängerkenntnisse der Originalsprache hat, und bergen die Gefahr, dass man sich zu sehr auf die Worte konzentriert und die Grammatik nicht beachtet.
Inhaltsgetreue Übersetzungen: Ein anderer Ansatz versucht, den biblischen Text sinngemäss in die heutige Sprache zu übersetzen, so dass der Sinn des ursprünglichen Texts verstanden wird. Diese Übersetzungen lesen sich flüssig und sind dem gelegentlichen Leser leichter verständlich, sie eignen sich jedoch weniger um theologische Feinheiten zu diskutieren, da sie weniger Rückschlüsse auf den ursprünglichen Text ermöglichen und bei der Sinnsuche theologische Meinungen eine Rolle spielen.
Übertragungen: Eine Übertragung möchte den Sinn eines biblischen Texts für ein bestimmtes Zielpublikum verständlich machen, ohne dabei Anspruch auf eine genaue Übersetzung zu erheben. Darunter fallen Kinderbibeln, Jugendbibeln, Bibelcomics, manche Dialektausgaben oder chronologische Zusammenstellungen der biblischen Geschichte. Solche Bibeln sind in der Regel sehr gut lesbar und geben einen Einblick ins Geschehen. Durch die freie Textgestaltung schimmert öfters die theologische Ausrichtung des Übersetzers deutlich durch. Übertragungen erfolgen oft nicht direkt aus der Ursprache sondern gehen von einer vorhandenen Übersetzung aus.
Wahl des Originaltextes
Sowohl für das Alte als auch für das Neue Testament der Bibel liegen eine Reihe von Handschriften vor, die sich in einigen Punkten unterscheiden.
Eine Bibelübersetzung ist daher gleichzeitig eine Auswahl einer Textversion, wobei moderne Übersetzungen unterschiedliche Ursprungstexte oft in Fußnoten kennzeichnen.
Im alten Testament sind die bedeutendsten Texte der hebräische masoretische Text und die griechische Septuaginta.
Der masoretische Text wird in protestantischen Kirchen als der verlässlichere angesehen; orthodoxe und katholische Kirchen benutzen traditionell eher die Septuaginta.
Für das neue Testament gibt es eine Vielzahl an Manuskripten, deren wichtigste (Codex Vaticanus, Codex Sinaiticus) aus dem 4. Jahrhundert stammen, und Grundlage aller traditionellen Übersetzungen sind. Die seit der Reformation dominanten Grundtextausgaben waren aber geprägt von der Textschiene des so genannten "Textus receptus", einem Grundtext, der erstmals von Erasmus von Rotterdam herausgegeben wurde. Auf dieser Textgrundlage basierten die entscheidenden Bibelübersetzungen seit der Reformation wie beispielsweise die englische King-James-Version, die Lutherbibel 1545, die Zürcherbibel vor 1931 usw. und auch jetzt wieder die Schlachter-2000-Bibel (herausgegeben 2003).
Einige ältere Manuskripte haben an einigen Stellen Abweichungen, die auch theologisch bedeutsam sind. Diese veränderten Manuskripte haben die meisten Übersetzungen der Neuzeit geprägt.
Übersetzungen der Bibel in die deutsche Sprache
Die Bibel oder Teile derselben sind seit der Reformation mehrfach in die deutsche Sprache übersetzt worden.
Hier werden nur Übersetzungen zumindest eines der Testamente, nicht aber die einzelner Bücher angegeben.
Alte Übersetzungen erleben oft Revisionen, in denen die Sprache an die sich wandelnde Umgangssprache angepasst wird, und eventuell auch neue Erkenntnisse der Ursprungstexte einfließen.
Die Übersetzungen sind nach dem Erscheinungsdatum der Erstausgabe der ersten Revision geordnet.
Soweit bekannt, werden der Ansatz zur Übersetzung sowie die zugrundeliegeden Ursprungstexte angegeben.
Die Zürcher Bibel geht auf den Reformator Huldrych Zwingli zurück und hat das Ziel, eine möglichst philologisch korrekte Übersetzung anzubieten.
Entstanden 1531 und revidiert 1907 gilt sie als etwas lesbarer als die Elberfelder Übersetzung. Die 1996-er Revision ist noch nicht abgeschlossen. Die Zürcher Bibel gilt als die deutsche Übersetzung, die am nächsten am Urtext des alten Testamentes ist.
Deshalb ist das Reich der Himmel gleich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Als er aber anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war zehntausend Talente schuldig.
Zürcher Katholische Familienbibel
1947 entstand eine katholische Ausgabe durch T. Schwegler, F. A. Herzog, H. Haag, Johannes Perk.
Dietenberger/Ulenberg Bibel
Johann Dietenberger konnte 1534 seine Übersetzung abschließen.
Nach der Revision im Jahre 1630 durch Kaspar Ulenberg spricht man von der Dietenberger/Ulenberg-Bibel.
Die Elberfelder Bibel gilt als die deutsche Übersetzung, die am nächsten am Urtext des neuen Testamentes ist (Gerüchten zufolge wird sie sogar von Griechisch-Studenten als "Übersetzungshilfe" verwendet). Sie wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts unter anderen von Carl Brockhaus und John Nelson Darby übersetzt, und erschien erstmals vollständig 1871.
Ziel der Übersetzung war und ist es, "den des Urtextes Unkundigen._.. mit wenigen Kosten eine möglichst treue und genaue Darstellung des Wortes Gottes in ihrer eigenen Sprache darzureichen" (aus dem Vorwort der ersten Ausgabe).
Deswegen ist es mit dem Reich der Himmel wie mit einem König, der mit seinen Knechten* abrechnen wollte. Als er aber anfing abzurechnen, wurde einer zu ihm gebracht, der zehntausend Talente** schuldete.
*wörtlich Sklaven
**größte damalige Geldeinheit
Konkordantes Neues Testament
Anwendung des Prinzips der konkordanten Übersetzungsmethode (siehe oben), die allerdings Ausnahmen zulässt und durch Füllworte dennoch eine gute Lesbarkeit erreicht. Nach dem eigentlichen Text ist eine umfangreiche Konkordanz angefügt, die alle verwendeten deutschen Wörter, deren Vorkommen und den entsprechenden griechischen Begriff aufführt, teilweise ergänzt um eine Definition. Außerdem werden die (oft vielfältigen) Übersetzungen der Lutherbibel erwähnt. Direkt übersetzte Begriffe werden in Fettdruck, Füllworte in Dünndruck dargestellt:
Deshalb gleicht das Königreich der Himmel einem Menschen, einem König, der mit seinem Sklaven abrechnen wollte. Als er aber anfing abzurechnen, wurde ein Schuldner über zehntausend Talente zu ihm gebracht.
Münchener Neues Testament
Am Anfang stand ein von Prof. Dr. Otto Kuss angeregter Übersetzerkreis für seine Promovenden. "Gängige" Übersetzungen wurden anfangs bewusst vermieden, Wortschöpfungen eher gesucht als verworfen und alles eingeklammert, was im griechischen Text keine Entsprechung hat; später, als sich der Schülerkreis 1970 zum Verein Collegium Biblicum München (CBM) e.V. zusammenschloss und allmählich der Plan zur Veröffentlichung der Übersetzung entstand, wurden Kompromisse eingegangen, um "die Anstößigkeit des Textes nicht zu überziehen". Zwar ist die Übersetzung an möglichst einheitlicher Wiedergabe des Urtextes interessiert und um konkordante Wiedergabe griechischer Wörter und Begriffe bemüht, dennoch wurde nur mit einer "weitgehenden" Konkordanz gearbeitet und das konkordante Prinzip nicht "um jeden Preis" und nicht "mechanisch" verfolgt (Auszüge aus dem Vorwort).
Deshalb wurde verglichen das Königtum der Himmel einem Menschen, einem König, der Abrechnung halten wollte mit seinen Sklaven. Als er aber begann (sie) abzuhalten, wurde hingebracht zu ihm einer, ein Schuldner von zehntausend Taleten.
"Die Geschriebene", auch DaBhaR-Übersetzung
Äußerst konkordante Übersetzung, initiiert von Fritz Henning Baader in den Jahren von 1975-1990. Da selbst Wortteile konkordant übersetzt wurden, ist dies die deutsche Übersetzung, die dem Grundtext am nächsten ist - allerdings um den Preis einer schlechten Lesbarkeit. Ergebnis ist ein hochgenauer Text im Zustand zwischen Grundtext und auslegender Übersetzung, der an den Leser hohe Anforderungen stellt und daher vor allem für Wortstudien geeignet ist.
Kursivdruck verdeutlicht Zusätze:
Deshalb wurde gleichgesetzt die Regentschaft der Himmel einem Menschen, einem Regenten, der willens war, in Bezug auf ein Rechnunglegen Zusammenerhebungen* zu machen* mit seinem Sklaven. Indem er aber anfing, Zusammenerhebungenzu machen, wurde zu ihm ein Schuldner vieler* TALANTA gebracht.
*-* für das Rechnunglegende Erforderliche aufzusammeln
Die erste Ausgabe erschien 1905 in der Übersetzung von Franz Eugen Schlachter als Miniaturbibel beim Verlag der "Miniatur-Bibel" in Biel (Kanton Bern) und für Deutschland bei Johannes Schergens in Bonn am Rhein.
Nach Schlachters Tod erfolgte seit 1911 durch die schweizer Pfarrer Linder aus Oberhelfenswil (Kanton St. Gallen) und Kappeler aus Zollikon (Zürich) eine erste Überarbeitung. Gedruckt wurde die Bibel ab 1916 in Stuttgart bei der Privilegierten Württembergischen Bibelanstalt.
Die Nachfolgerin der 1951-er Schlachter-Bibel ist die "Revidierte Schlachter-Bibel 2000". Im Jahre 2003 wurde die Revision nach sieben Jahren Bearbeitungszeit abgeschlossen. Es handelt sich ebenfalls um ein Projekt der Genfer Bibelgesellschaft. Die neue revidierte Schlachterbibel benutzt den reformatorischen Grundtext (Textus Receptus) als Textgrundlage.
Die Übersetzung ist sinngemäß urtextgenau, öfters sogar konkordant, aber an vielen Stellen auch dynamisch gleichwertig, so dass eine gut verständliche, sprachlich schöne und doch urtextgenaue Übersetzung entstanden ist. Seit November 2003 liegt eine Studienausgabe mit zirka 100.000 Parallelstellen, einem reichhaltigen Anhang beziehungsweise Fußnotenapparat vor.
Darum gleicht das Reich der Himmel einem K?nig, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war zehntausend Talente schuldig.
Die Einheitsübersetzung ist eine ökumenische Arbeit, die von katholischen und evangelischen Theologen übersetzt wurde. Sie ist recht nah am Text, aber gleichzeitig sehr gut lesbar und insbesondere auch für den liturgischen Gebrauch geeignet.
Das neue Testament wurde 1972, das alte 1980 abgeschlossen.
Aufgrund der unterschiedlichen Auffassungen der katholischen Kirche und der evangelischen Kirchen bezüglich der Apokryphen wurden für das alte Testament die evangelischen Übersetzer nur beratend tätig. Die Übersetzung des neuen Testaments hingegen ist auch von evangelischer Seite offiziell anerkannt.
Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.*
*Ein Talent (griechische Rechnungseinheit) entsprach 6000 Drachmen. Ein Denar war damals einer Drachme gleichwertig und war der Taglohn eines Arbeiters. Die Schuld umfasste also eine ungeheure Summe, die kaum aufzubringen war. Die Jahreseinkünfte Herodes' des Großen betrugen 900 Talente, Das Steueraufkommen von ganz Galiläa und Peräa im Jahr 4 n. Chr. 200 Talente. Unter dem "Diener" kann man sich etwa den Finanzminister eines orientalischen Königs vorstellen, dessen Beamte als Sklaven oder Diener des Herrschers angesehen wurden.
Die Gute-Nachricht-Bibel ist eine sinngemäße Übersetzung in modernes, einfaches Deutsch, das wo immer möglich auf eine biblische Sondersprache verzichtet.
Das neue Testament erschien 1968, und wurde 1971 revidiert.
1982 wurde die Übersetzung des alten Testaments abgeschlossen.
Wenn Gott seine Herrschaft aufrichtet, handelt er wie ein König, der mit dem Verwaltern seiner Güter abrechnen wollte. Gleich zu Beginn brachte man ihm einen Mann, der ihm einen Millionenbetrag schuldete.
Hoffnung für Alle
In der Hoffnung für Alle ist die Bibel sinngemäß in heutiges Deutsch übersetzt. Sie verzichtet nahezu vollständig auf jegliche Sondersprache und ist dadurch für Leser ohne Vorkenntnisse gut verständlich. Begriffe und Redewendungen, die dem modernen Durchschnittsleser eventuell nicht geläufig sein könnten, sind darin entweder durch annähernde moderne Entsprechungen oder durch wortreich umschreibende Nebensätze ersetzt. Einzelne Verse, die sehr frei interpretiert wurden oder verschiedene Deutungen erlauben, erscheinen zusätzlich als Fußnote in wörtlicher Übersetzung.
Die Revision von 2002 stellt eine Überarbeitung der Ausgaben des neuen Testaments von 1983 und des alten Testaments von 1996 dar.
Man kann das Reich Gottes mit einem König vergleichen, der mit seinen Verwaltern abrechnen wollte. Zu ihnen gehörte ein Mann, der ihm einen Millionenbetrag schuldete.
Jörg Zink
Jörg Zink hat eine Übertragung in modernes Deutsch erstellt.
Das neue Testament erschien 1966, die vollständige Bibel kam 1998 heraus.
So geschieht's auch in Gottes Reich. Deshalb ist es vergleichbar mit einem Herrscher, der mit seinen Untergebenen Abrechnung halten wollte. Als er zusammenzurechnen begann, stieß er auf einen, der ihm einen Millionenbetrag schuldete.
Freilich, sie könnten ihn kennen. Gott hat sich ihnen deutlich gezeigt, wer er ist. Unsichtbar ist er, gewiß! Aber seine Schöpfung ist sichtbar. Seit es Mensche gibt, konnten sie seine Werke schauen, wenn sie nur nachdenken wollten! Seine ewige Macht und sein göttliches Wesen konnten sie sehen, und niemand befreit sie von ihrer Schuld, wenn sie sagen: Ich sehe ihn nicht. (Römer 1,19f)
Ds Nöie Teschtamänt Bärndütsch
Recht nah beim Text, aber in Umgangssprache.
Mit Gottes Rych isch es drum eso: E Chünig uf der Wält het mit synen Aagstellte wellen abrächne. Won er het aafa abrächne, het men eine zuen im bbracht, won ihm meh als a Million isch schuldig gsi.
Neue Genfer Übersetzung
Die Neue Genfer Bibel benutzt eine natürliche und zeitgemäße Sprache. Höchste Priorität ist inhaltliche Genauigkeit, wobei zahlreiche Fußnoten auf wörtliche Übersetzung oder Varianten hinweisen. Der Text ist gut lesbar und verständlich.
Sie ist noch nicht vollständig übersetzt; ab 1988 erschienen Einzelteile des neuen Testaments. 2003 erschien ein Band mit den Evangelien, der Apostelgeschichte, den wichtigsten Briefen und der Offenbarung.
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der mit den Dienern, die seine Güter verwalteten, abrechnen wollte. Gleich zu Beginn brachte man einen vor ihn, der ihm zehntausend Talente* schuldete.
*Ein Millionenbetrag. Um ein Talent (eine Geldeinheit, etwa 6000 Denare) zu verdienen, hätte ein Tagelöhner 20 Jahre arbeiten müssen.
Nestle-Alands Interlinearübersetzung
Die wichtigste griechische Textausgabe, der Nestle-Aland, ist seit 1989 auch mit einer Interlinearübersetzung erhältlich.
Darum ist das Königreich der Himmel einem Menschen, einem König, gleich geworden, der mit seinen Sklaven abrechnen wollte. Als er mit der Abrechnung anfing, wurde ein Mann hereingebracht, der ihm zehntausend Talente [=60 000 000 Denare] schuldete.
Johannes Greber
Johannes Greber wurde im Mai 1876 in Wenigrath, Kreis Bernkastel, geboren. Seit 1900 war er als Dorfpfarrer tätig. 1923 bekam er Kontakt zum Spiritismus. Während dieser Zeit "kontaktiert" ihn ein so genannter "Hochengel", ein Geist, der sich ihm sogar mit Namen vorstellt. 1925 scheidet J. Greber aus der katholischen Kirche wegen seiner spiritistischen Praktiken aus. 1929 wandert er nach Amerika aus und gründet dort eine spiritualistische Gemeinde. Auch die bekannte "Geistige Loge Zürich" ist eine spiritistische Vereinigung um Johannes Greber. Wie sahen die spiritistischen Praktiken J. Grebers bei seinen Übersetzungsarbeiten aus? Eine Werbebroschüre der Johannes-Greber-Memorial-Foundation führt dazu folgendes aus:
"Bei der Übersetzung des Neuen Testamentes wurden ihm Widersprüche zwischen den antiken Schriften und dem NT unter Gebet auf spiritistische Weise erklärt. Manchmal zogen ihm die richtigen Antworten in großen hellen Buchstaben vor den Augen vorüber. Andererseits wurden ihm die richtigen Antworten während einer Gebetssitzung von seiner Frau, die als Geistermedium diente, übermittelt."
Christus ist nicht "der" Sohn Gottes, sondern nur "der Erste" Sohn Gottes. Ein "Erster" unter den Geistgeschöpfen, ein so genannter "primus inter pares", ein Gleicher unter Gleichen.
Johannes 1:1. Der Text lautet nach J. Greber "... und das Wort war ein Gott."
Hermann Menge
Hermann Menge (geboren am 7. Februar1841 in Seesen am Harz, gestorben am 9. Januar1939 in Goslar), studierte alte Sprachen und Geschichte und promovierte zum Dr. phil. Danach unterrichtete er an verschiedenen Gymnasien bis ins Jahr 1900. Im Ruhestand widmete er sich vor allem seiner Bibelübersetzung, die 1926 erschien. Außerdem verfasste er noch heute gebräuchliche lateinische und griechische Wörterbücher (bei Langenscheidt verlegt) und zwei noch viel benutzte Repetitorien.
Der Sprachenkenner Menge versuchte, wörtlich und gleichzeitig sinngemäß zu übersetzen, wobei er im Konfliktfall der freieren Methode den Vorzug gab. Das Ergebnis ist ein philologisch geprägte, literarisch schöne Bibel.
Menge verwendete Fußnoten (zum Teil auch in Klammern im Text) mit Hinweisen auf alternative Übersetzungsmöglichkeiten und ein mehrstufiges System von Überschriften.
Darum ist das Himmelreich einem König vergleichbar, der mit seinen Knechten (Dienern oder Beamten) abrechnen wollte. Als er nun mit der Abrechnung begann, wurde ihm einer vorgeführt, der ihm zehntausend Talente **) schuldig war.
Wenn ich in höchsten Tönen der Menschen, ja der Engel zu reden vermöchte und wäre der Liebe bar: ich gliche einer Glocke ohne Herz, ich gäbe nur gellenden Schall. Und wenn ich die Gabe der Weissagung hätte Und wenn ich alle Geheimnisse durchschaute, ja wenn mir jede Erkenntnis kund wäre und ich allen Glauben zum Bergeversetzen hätte, und wäre der Liebe bar: so wäre ich nichts! Und wenn ich mein ganzes Hab und Gut dahingäbe, ja selbst mein Leben einer großen Sache opferte, wäre aber der Liebe bar: rein wertlos wäre das alles für mich. Langmütig ist die Liebe und großer Güte voll. Eifersucht ist ihr fremd. Sie brüstet sich nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie achtet auf das, was sich schickt. Frei von aller Selbstsucht Kennt sie auch keine Erbitterung Und trägt kein Böses nach. Am Unrecht hat sie kein Gefallen. Mit der Wahrheit hält sie jauchzend Schritt. Alles trägt sie, alles glaubt sie, alles hofft sie und wird darin nie müde. Niemals sinkt die Liebe dahin. (1. Korinther 13,1ff)
Interlinearübersetzung
Ein Spezialfall ist die Interlinearübersetzung.
Hier steht unter dem jeweiligen Wort des Originaltextes dessen deutsche Übersetzung: (Mt 18,23 f.):
Deswegen ist gleichgemacht worden das Reich der Himmel einem Mann einem König, der wollte halten Abrechnung mit seinen Knechten. Als begonnen hatte aber er, sie zu halten, wurde gebracht zu ihm ein Schuldner von zehntausend Talenten.
Hans Bruns
Hans Bruns hat die Bibel nicht nur übersetzt, sondern auch jeden kleinen Abschnitt kommentiert.
Herbert John Jantzen
Herbert J. Jantzen hat nur seine Übersetzung der Briefe des neuen Testamentes veröffentlicht (1999), die auf dem traditionellen Grundtext ("Mehrheitstext"), in der Ausgabe des französischen Verlegers Estienne von 1550, basiert. Die Übersetzung ist beim Schwarzkopf-Verlag erschienen. Trotz der sehr genauen Übersetzung lässt diese sich gut lesen. Aufgrund seines Bibelstudiums war Jantzen bemüht, "die bedeutenderen Begriffe mehr oder weniger konstant wiederzugeben." Hier einige Beispiele:
"Sklave" wird auch mit "leibeigener Knecht" beziehungsweise "Leibeigener" wiedergegeben.
da das Griechische kein spezielles Wort für "Engel" kennt, benutzt Jantzen sowohl den Begriff "Bote" als auch "Engel".
Fridolin Stier
Fridolin Stiers (1902-1981) aus dem Nachlass des Theologen und Orientalisten 1989 herausgegebenes Werk Das Neue Testament. Übersetzt von Fridolin Stier hat sich ähnlich Martin Buber einer Verdeutschung unterzogen, der neben genauer Wörtlichkeit ebenso an der Gestalt eines Textes und deren adäquat nachgestaltender Wiedergabe gelegen war.
Darum: Mit dem Königtum der Himmel ist es gleich wie mit einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Als er rechnen wollte, war ihm einer vorgeführt, der ihm zehntausen Talente schuldete. (Matthäus 18,23f)
Wenn ich mit Zungen
der Menschen und der Engel rede
die Liebe aber nicht habe
- dröhnender Gong bin ich oder lärmende Zimbel. (1. Korinther 13,1)
Übersetzungen des Alten Testaments in jüdischer Tradition
Aufgrund der theologischen Ausrichtung sind jüdische Übersetzungen, die sich naturgemäß auf das Alte Testament beschränken (mit Ausnahme von David H. Stern: Das jüdische Neue Testament von 1997), von Interesse.
Hier ist zuerst die 1783 (revidiert 1820) von Moses Mendelssohn entstandene Übersetzung von Torah und Psalter zu nennen, die eine wichtige Bedeutung hat für die jüdische Aufklärung, die Haskala.
Die erste komplette jüdische Übersetzung ins Deutsche gab Dr. Leopold Zunz erstmals 1837 heraus.
Moderner ist die Version von Martin Buber und Franz Rosenzweig (Buber-Rosenzweig-Übersetzung) mit konkordantem Ansatz, die 1925 erstmals herausgegeben wurde, und sowohl 1954 als auch 1979 bearbeitet wurde.
Textbeispiel zu Martin Buber, Bereschit (= Genesis, 1. Mose) 1,1f:
Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Die Erde aber war Irrsal und Wirrsal. Finsternis über Urwirbels Antlitz. Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser.
Zu nennen sind auch die Übersetzungen von Lazarus Goldschmidt und Tur-Sinai.
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