Zu Ehren seiner kurz zuvor verstorbenen Frau Sophie Charlotte erhielt die Siedlung gegenüber dem Schloss Lützenburg am 5. April1705 von König Friedrich I. den Namen Charlottenburg und gleichzeitig das Stadtrecht. Das Schloss Lützenburg wurde ebenfalls in Schloss Charlottenburg umbenannt. Bis 1720 war der König zugleich Bürgermeister der Stadt. Im dem Jahr wurde auch das Dorf Lütze (auch Lietzow, Lützow, Lucene genannt), die älteste Siedlung auf Charlottenburger Grund im Bereich der heutigen Straße Alt-Lietzow gelegen, nach Charlottenburg eingemeindet.
Friedrichs Nachfolger Friedrich Wilhelm I., bekannt als Soldatenkönig, hielt sich nur selten im Charlottenburger Schloss auf, was sich negativ auf die Entwicklung der noch sehr kleinen Residenzstadt auswirkte. Er versuchte sogar - erfolglos - Charlottenburg das Stadtrecht wieder zu entziehen. Erst mit dem Regierungsantritt seines Nachfolgers Friedrichs des Großen1740, der im Schloss zumindest regelmäßig Hoffeste abhielt, rückte auch die Stadt Charlottenburg mehr ins Rampenlicht. Im Laufe seiner Regierungszeit bevorzugte er jedoch das teilweise von ihm selbst geplante Schloss Sanssouci nahe Potsdam als Sommersitz. Als jedoch nach seinem Tod im Jahre 1786 sein Neffe Friedrich Wilhelm II. die Regierungsgeschäfte übernahm, wurde das Schloss Charlottenburg zu seinem bevorzugten Wohnsitz. Bereits 1769 hatte er seiner Geliebten und vielleicht einzigen Vertrauten Wilhelmine Enke, der späteren Gräfin von Lichtenau, einen Palast mit dazugehörigem Park im Dreieck zwischen Berliner Straße (heute Otto-Suhr-Allee), Spreestraße (heute Wintersteinstraße) und der Spree geschenkt. Das Areal schloss sich direkt an den Schlosspark an. Auch sein Sohn und Nachfolger Friedrich Wilhelm III. erkor das Schloss Charlottenburg zu seinem Lieblingswohnsitz.
Nach der Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt1806 wurde Charlottenburg für zwei Jahre von den Franzosen besetzt. Napoleon residierte selbst im Schloss Charlottenburg während seine Truppen ein großes Heerlager jenseits der heutigen Ringbahn im Bereich der Königin-Elisabeth-Straße errichteten.
Nicht nur die persönlichen Vorlieben der Regenten förderten die Entwicklung Charlottenburgs im ausgehenden 18. Jahrhundert. Die auf wenig fruchtbarem Grund errichtete kleine Stadt wurde auch als Naherholungsgebiet der aufstrebenden Stadt Berlin entdeckt. Nachdem in den 1770er Jahren der erste richtige Gasthof in der Berliner Straße (Otto-Suhr-Allee) eröffnet wurde, folgten viele weitere Gaststätten und Biergärten, die vor allem am Wochenende gut frequentiert waren. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts blieb Charlottenburg Ausflugsgebiet und Sommerfrische für die Berliner. Wer nicht mit dem Schiff über die Spree gefahren kam, konnte sich vom Brandenburger Tor nach Charlottenburg und zurück fahren lassen: zunächst mit so genannten Torwagen, wenig komfortablen und unregelmäßig verkehrenden offenen Gefährten, ab 1865 auch mit der Pferdestraßenbahn.
Die Stadt Charlottenburg wurde 1877 aus dem Kreis Teltow ausgegliedert und zum eigenständigen Stadtkreis erhoben. Im Jahre 1893 hatte Charlottenburg erstmals mehr als 100.000 Einwohner und wurde somit zur Großstadt und gleichzeitig zur größten Stadt in der Provinz Brandenburg. Bei der Volkszählung 1910 wohnten in Charlottenburg bereits 306.000 Einwohner. Durch das 1920 verabschiedete Groß-Berlin-Gesetz wurde Charlottenburg am 1. Oktober1920 als 7. Stadtbezirk in das neugeschaffene Groß-Berlin eingegliedert.
Scholzplatz: Platz im Westen des Stadtbezirkes. Dort betreibt der ORB seit 1963 einen Rundfunksender für UKW und TV, welche die Sendeanlagen auf dem Berliner Funkturm ersetzte. Als Antennenträger kommt ein 230 Meter hoher, abgespannter Stahlrohrmast zum Einsatz.
Weblinks
http://www.charlottenburg-wilmersdorf.de die offizielle Website des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf mit vielen aktuellen und historischen Informationen zum Bezirk
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