Das DramaBaal wurde von Bertolt Brecht1918 während seines Militärdienstes verfasst und enthält autobiografische Elemente. Viele Elemente des Stücks hatte Brecht aus den Gedichten François Villons. Baal war das erste Stück von Bertold Brecht, mit dem er gleich einen Theaterskandal hervorrief. Es wurde 1922 in München bei den Kammerspielen, bei denen Brecht Dramaturg war, uraufgeführt und begründete seinen Ruf als Dramatiker.
Brecht teilte seinem Freund Münsterer im Mai 1918 den geplanten Titel mit:
Ort der Handlung: Unbestimmt; Zeit der Handlung: Gegenwart
Personen:
Baal: Lyriker
Ekart: Lomponist, Freund Baals
Mech: Verleger und Großkaufmann
Emilie: Mechs Frau
Dr. Piller: Kritiker
Johanna: Baals Freundin
Luise: Kellnerin
Johannes Schmidt: Baal-Künger
Die beiden Schwestern
Handlung
Baal ist ein junger talentierter Dichter und trägt seinem Gönner, dem Großkaufmann Mech, bei einer Abendgesellschaft ein Gedicht vor. Obwohl man ihm Begeisterung sowie Verwunderung entgegenbringt, zeigt Baal kein Interesse, benimmt sich rüpelhaft und wird hinausgeworfen. Baal dazu: Was kann ich dafür wenn dein Wein, den du mir gibst mich besoffen macht!
Mechs Frau wird Baals Liebhaberin, er behandelt sie roh, zwingt sie z.B. in einer Branntweinschenke einen Kutscher zu küssen. Er schläft mit Johanna, der wesentlich jüngeren Freundin seines Bewunderers Johannes, diese stürzt sich, als er sich nichts weiter aus ihr macht, verzweifelt in einen Bach.
Baal schwängert Sophie Dechant, die er anfangs wohl liebte, dann jedoch schnell als Last ansieht und seinem Freund Ekart "abtreten" will (Baal: Was muß ich dir geben daß du meine Frau nimmst?), im Frühling haut er mit Ekart ab. Mit Ekart zieht Baal betrügenderweise durch die Lande. Acht Jahre später ersticht Baal Ekart im Streit und stirbt beinahe bei Holzfällern, zu denen er sich geflüchtet hat. Sie bringen ihn ins Trockene, verlassen ihn aber dann und die Szene endet recht offen: Sterne... Hm (ab hier Regieanweisung) Er kriecht hinaus[aus der Hütte]
Baal entspricht kaum dem Epischen Theater, das Brecht ja prägte. Zwar sind Anfang und Ende offen, existiert die Stadt als Handlungsebene und der Wald auf der anderen Seite.
Aber eines der wichtigsten Elemente des Epischen Theaters sind die V-Effekte, die Verfremdungseffekte. Brecht wollte in Baal nie etwas Fremdes für den Zuschauer darstellen, Brecht lässt hier sehr viel offen. So schafft er nahezu ideale Voraussetzungen für eine Identifikation.
Literatur
Ausgaben
Bertolt Brecht: Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Band 1. Stücke 1 Suhrkamp Verlag, 1989 (Die neue kommentierte Ausgabe)
Bertolt Brecht: Baal. Der böse Baal der asoziale. Texte, Varianten und Materialien edition Suhrkamp, 1973 (preiswerte Taschenausgabe)
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