Mit dem Niedergang der Fatimiden in Ägypten begannen verstärkte Angriffe der Kreuzfahrer des Königreichs Jerusalem. Gegen diese riefen die Fatimiden die Zengiden zur Hilfe die Syrien beherrschten. Diese entsandten Truppen unter Sirkuh nach Ägypten, der sich zum Wesir ernennen ließ. Nach seinem Tod wurde sein Neffe Saladin1169 Wesir und beseitigte die Dynastie der schiitisch-ismailitischen Fatimiden (1171) und begründete die kurdischstämmige Dynastie der Ayyubiden.
Unter Saladin (1171-1193) wurde Ägypten reorganisiert und die Wirtschaft durch die Förderung von Landwirtschaft und Handel weiter gestärkt um die Kreuzfahrer aus Jerusalem und Palästina vertreiben zu können. Bis 1181 wurde die Herrschaft über Syrien, Obermesopotamien, den Jemen und Nubien ausgedehnt, so dass Saladin bis auf Bagdad die arabischen Kernländer regierte. Nach Festigung der Herrschaft besiegt Saladin die Kreuzfahrer am 4. Juli1187 in der Schlacht bei Hattin bei Tiberias entscheidend und eroberte Jerusalem. Im nun folgenden 3. Kreuzzug konnten die Kreuzfahrer zwar die Küstenstädte teilweise zurückerobern (z.B. Akkon), doch konnte ein erneuter Verlust von Jerusalem verhindert werden.
Da Saladin vor seinem Tod das Reich teilte, kam es zunächst zu Machtkämpfen, bei den sich al-Adil (1200-1218) gegen al-Malik (1193-1200) durchsetzen konnte. Zwar teilte auch al-Adil das Reich vor seinem Tod, doch konnte sein Nachfolger al-Kamil (1218-1238) den Angriff von Kreuzfahrern auf Ägypten abwehren und den 5. Kreuzzug (1228-1229) unter Kaiser Friedrich II. durch Verhandlungen, bei denen das unbefestigte Jerusalem abgetreten wurde, beenden. Auch konnte sich al-Kamil in Syrien durchsetzen.
Nach dem Ausbruch dynastischer Machtkämpfe gelang es as-Salih (1240-1249) das Ayyubidenreich wieder zu vereinigen, auch wenn Nordsyrien, Obermesopotamien und der Jemen endgültig verloren gingen. Ebenso wurde Jerusalem endgültig erobert und die Kreuzfahrer vertrieben.
Als während des 6. Kreuzzugs (1249-1254) wieder Ägypten angegriffen wurde, viel der letzte Ayyubide Thuran Shah einer Verschwörung der türkischen Mamelucken im Heer zum Opfer als er deren Einfluss einschränken wollte. Bis 1257 führte nun Sagarat ad-Dub als Regentin die Regierung, wobei sie den Mameluckenführer Aybak heiratete. Dieser erhob sich als al-Malik al-Muizz 1252 zum Sultan, beendete die Dynastie der Ayyubiden in Ägypten und begründete das Mameluckenreich (1252-1517.
Seitenlinien der Ayyubiden herrschten in Damaskus und Aleppo noch bis 1260, in Homs bis 1262 und in Hama bis 1341.
Im Gegensatz zu den Fatimiden und den folgenden Mamelucken regierten die Ayyubiden keinen Zentralstaat. Vielmehr wurden die Söhne des Herrschers und andere Seitenzweige der Dynastie an der Verwaltung des Reiches beteiligt. Dies führte allerdings nach dem Tod eines Herrschers immer wieder zu Kämpfen um die Einheit des Gesamtreichs.
Literatur
Geschichte der Arabischen Welt, Ulrich Haarmann, C.H.Beck 2001
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