Die Avocado (Persea americana MILL., Fam. Lorbeergewächse) ist ein bis 15 m hoher Baum, der seinen Ursprung in Südmexiko hat. Er wurde bereits von den Azteken kultiviert. Heute wird der Baum in über 400 Kultursorten weltweit in den Tropen sowie in Südafrika, Israel und Kalifornien angebaut.
Die Bezeichnung "Avocado" stammt von dem Nahuatl-Wort ahuacatl, was auch Hoden bedeutet. Die Spanier machten daraus Avocado, ein ihnen vertrautes Wort, war es doch eine altertümliche Bezeichnung für Anwalt. Früher wurde die Avocado gelegentlich auch als Abacata bezeichnet (nach dem Portugiesischen).
Das Wort Guacamole - jenem mexikanischem Wort, das einen Avocadodip bezeichnet, stammt von dem Nahuatl-Wort ahuacamolli, das übersetzt Avocadosuppe oder Avocadosauce bedeutet.
Die Spanier erwähnen die Frucht 1519 in einem Buch erstmals.
Merkmale der Pflanze
Der Avocadobaum ist immergrün und schnellwüchsig und wächst in warmen, tendenziell trockeneren Gebieten. Der Baum trägt dunkelgrüne Blätter, die bis zu 40 cm lang werden. Die kleinen gelbgrünlichen Blüten stehen in end- oder seitenständigen Blütenständen. Die Avocadofrucht selbst ist reich an ungesättigten Fettsäuren. Bestimmte Arten werden auch zu medizinischen Zwecken verwandt. (z.B. als Bakterizid und gegen Durchfallerkrankungen)
Aussehen der Frucht
Die Avocadofrucht, die eigentlich eine Beere ist, ist birnenförmig bis rund, je nach Art ist ihre ledrige Außenschale mittel- bis dunkelgrün; im Inneren befindet sich ein Kern, der etwa golfballgroß wird. Das Fruchtfleisch ist grüngelb bis goldgelb und oxidiert zu einer dunkeln Farbe, sobald es der Luft ausgesetzt ist.
Die im Handel angebotenen Früchte sind meist noch hart, können aber bedenkenlos gekauft werden, da sie nachreifen. Wenn die Schale auf Druck leicht nachgibt, ist die Frucht zum Verzehr geeignet.
Avocadofrüchte reifen nicht am Baum aus, sondern fallen in einem harten grünen Zustand auf die Erde, wo sie rasch reifen. Im Anbau werden die Früchte daher gepflückt, sobald sie eine marktfähige Größe erreichen.
Verwendung in der Küche
Während die Schale der Frucht nicht genießbar ist, ist das Fruchtfleisch um den großen Kern sehr nahrhaft. Das nicht süße Fleisch der Avocadofrucht ist weich, von einer fast cremeartigen Textur. Für den Verzehr teilt man die Frucht mit einem Messer in zwei Teile, entfernt den Kern mit einem Löffel und entnimmt das buttrige Fruchtfleisch. Man kann es pur genießen, mit etwas Zitronensaft beträufeln oder auch mit einem Kräutersalz etwas zusätzlich würzen und als Brotaufstrich verwenden.
Avocados werden auch für die Zubereitung vegetarischer Sushis in der japanischen Küche verwendet. Avocados sind darüberhinaus auch in der vegetarischen Küche sehr geschätzt, weil sie ein guter Ersatz für Fleisch und Käse sind.
Ein bekanntes Rezept ist die Guacamole, ein aus der mexikanischer Küche stammender Dip, welcher aus Avocados,, Tomaten, Chili und frischem Koriander besteht.
Weitere Verwendungen
Das Öl der Avocadofrucht sowie anderer Pflanzenteile wurde bereits von den Azteken genutzt und findet auch heute noch in der Kosmetik- und Pharmazieindustrie Verwendung. Aus dem braunen Holz des Baumes werden u.a. auch Möbel hergestellt.
Botanische Besonderheiten
Barlow und Martin haben die Avocado als eine Pflanze identifiziert, die sich in einer ökologischen Beziehungen mit großen Säugetieren entwickelte. Diese großen Säugetiere, die - wie beispielsweise das südamerikanische Riesenfaultier mittlerweile ausgestorben sind - fraßen die Früchte inklusive ihres mildgiftigen Samens und schieden sie in weiter Entfernung von der Mutterpflanze mit ihrem Dung wieder aus. Bis jetzt hat der Avocadobaum noch keine alternative Samenverbreitungstechnik gefunden.
Literatur
Nadja Biedinger; Die Welt der Tropenpflanzen, Köln 2000
Barlow, Connie und Paul Martin; The Ghosts of Evolution: nonsensical fruit, missing partners and other ecological anachronisms, 2002
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