Die Auteur-Theorie ist die theoretische Grundlage für den französischen Autorenfilm in den 1950er-Jahren in Abgrenzung zum Produzenten-Kino.
Ende der 1940er-Jahre wurde die Auteur-Theorie von dem französischen Filmkritiker Alexandre Astruc formuliert, indem er die Frage nach dem geistigen Besitz eines Films aufwarf.
Im traditionellen Schaffensprozess lassen sich die Anteile von Drehbuchautor, Kameramann und Regisseur am Gesamtwerk nur schwer zuordnen.
Durch die Zuteilung der Teilaufgaben als Honorartätigkeit durch die Filmgesellschaften leide die Kreativität, so die These.
Im Umkehrschluss fordert die Auteur-Theorie die Zusammenführung der Tätigkeiten zu einer kreativen Einheit.
Diese Idee wurde von Filmkritikern um André Bazin aufgegriffen, die mit eigenen Filmarbeiten und weiteren Schriften zur Vertiefung der Auteur-Theorie als Wegbereiter der Nouvelle Vague gelten.
Mit der umfassenden Kontrolle aller kreativen Teilprozesse setzte eine Diskussion um den Realismusbegriff im Film ein.
Der französische Autorenfilm ersetzte den Manierismus einer abgefilmten Realität durch eine "intelektuelle Realität" ähnlich dem epischen Theater, die die dialektische Auseinandersetzung mit dem Publikum sucht (Jean-Luc Godard).
Für die Umsetzung dieses Konzepts war die Auteur-Theorie von zentraler Bedeutung, da sie für den Filmemacher, den Auteur, drei Forderungen stellt:
die sichere Handhabung der Gestaltungsmittel,
eine klar definierte Sicht der Welt und
eine möglichst umfassende Kontrolle über seine Werke.
Während bis in die 1970er die Auteur-Theorie prägend für den europäischen Film war, setzte sich danach wieder eine Abkehr von der "verhängnisvollen Macht der Regisseure" (Günter Rohrbach) durch.
Wirtschaftlicher Druck und der technische Fortschritt, der mit der Computeranimation auch in kreative Bereiche eingreift, zwang zur Rückkehr zu einer arbeitsteiligen Produktionsweise, wie sie für den Produzenten-Film charakteristisch ist.
Damit einher ging notwendigerweise auch wieder die Einigung aller Beteiligten auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner und somit auch häufig eine gewisse Banalisierung der Filminhalte, die um so stärker zu Tage tritt, je weniger der Produzent als Projektverantwortlicher in den eigentlichen schöpferischen Prozess eingebunden ist.
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