Die Austauschwechselwirkung ist eine Konsequenz des
Pauli-Prinzips, und zwar eine logische Folge, die sich aus dem Austausch ununterscheidbarer Teilchen ergibt. Es handelt sich hierbei nicht um eine Wechselwirkung, die
eines Systems vonn Fermionen antisymmetrisch, d.h. die
Wellenfunktion wechselt bei paarweiser Vertauschung
(Austausch) von jeweils zwei Teilchen ihr Vorzeichen.
Physikalisch bedeutet das Pauli-Prinzip, dass zwei Fermionen niemals den selben Quantenzustand besetzen.
Bei einer Separation in Ortswellenfunktion und Spinwellenfunktion fordert die Antisymmetrie der Gesamtwellenfunktion bei symmetrischer Ortswellenfunktion eine antisymmetrische Spinwellenfunktion, und umgekehrt. Eine (anti)symmetrische Spinwellenfunktion kennzeichnet eine paarweise (anti)parallele Spinorientierung. Die Bedeutung einer antisymmetrischen Ortswellenfunktion wird im weiter unten folgenden Beispiel veranschaulicht.
Heuristische Darstellung der Austauschwechselwirkung
Zustände ist deren Energieniveau entscheidend. Die Austauschwechselwirkung berücksichtigt den Einfluss des Pauli-Prinzips auf das Energieniveau eines Zustands. Unmittelbar hat das Pauli-Prinzip jedoch keinen Einfluss auf das Energiniveau unterschiedlicher Zustände. Der energetische Effekt des Pauli-Prinzips ist vielmehr mittelbarer Natur. Am einfachsten wird dies verdeutlicht anhand eines Beispiels mit lediglich zwei Fermionen:
Beispiel mit zwei Fermionen
In einem solchen System können die beiden Spins parallel oder antiparallel ausgerichtet sein. Das Pauli-Prinzip ordnet diesen beiden Konstellationen keinen energetischen Unerschied zu, es verlangt lediglich, daß die zugehörigen Ortswellenfunktionen antisymmetrisch, respektive symmetrisch sind. Bei antisymmetrischer Ortswellenfunktion ist eine Lösung der zugehörigen Bedingung
gegeben durch
,
d.h. die beiden Fermionen befinden sich am selben Ort. Dies ist prinzipiell nicht ausgeschlossen. Handelt es sich bei den Fermionen jedoch um gleichsinnig geladene Teilchen (z.B.
tragen), so ist aufgrund der elektrischen Abstoßung diese Konstellation ausgeschlossen. Die Elektronen versuchen vielmehr einen maximalen Abstand einzunehmen. Daher ist hier eine symmetrische Ortswellenfunktion günstiger, die ihrerseits mit einer antiparallelen Spinorientierung korreliert. D.h. aus der Kombination des Pauli-Prinzips mit der Coulombabstoßung folgt, daßdie Konstellation mit antiparallelen Spins energetisch günstiger ist.
Allgemein ist der Überlapp der Wellenfunktionen der einzelnen Fermionen begrenzt, auch ist ein Verlauf der Ortswellenfunktion denkbar, der antisymmetrische Lösungen auch für Fermionen liefert,die an unterschiedlichen Orten lokalisiert sind. Die begünstigte Spinordnung in einem beliebigen Fermionensystem hängt daher vom konkreten Verlauf der Wellenfunktion ab. In Festkörpern beobachtet man unterschiedlichste Spinordnungen, die die magnetischen Eigenschaften des jeweiligen Festkörpers prägen.
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