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Aussiedlerhof

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Aussiedlerhöfe sind landwirtschaftliche Betriebe, die im Deutschland der Nachkriegszeit geschaffen wurden. Jeder dieser Betriebe befindet sich im Umfeld eines Dorfes, allerdings in deutlicher Entfernung zu den anderen Gebäuden des Dorfes. Gegründet wurden diese Betriebe von Landwirten, die ihren Hof zunächst innerhalb des Dorfbereichs hatten, sich aber aufgrund der besonderen Bedingungen der Nachkriegszeit zu einer Aussiedelung entschlossen.


Inhaltsverzeichnis


1 Gründe für die Entstehung von Aussiedlerhöfen

2 Gesetzliche Regelungen

3 Auswirkungen der Aussiedelungen

4 Heutige Situation


Gründe für die Entstehung von Aussiedlerhöfen

Aus der Sicht der Landwirte gab es diese Gründe für die Schaffung von Aussiedlerhöfen:


  • In der Nachkriegszeit setzte in der Landwirtschaft ein Konzentrationsprozess ein. Für die einzelnen Landwirte ergab sich die Notwendigkeit, mehr Felder als zuvor und auch größere Felder als zuvor zu bewirtschaften. Ebenso gab es eine Tendenz zur Vergrößerung der Viehbestände.

  • Aufgrund der räumlichen Enge in den Dörfern war eine Modernisierung und Vergrößerung der Betriebe innerhalb der Dorfgrenzen zumeist nicht realisierbar.


Aus der Sicht der staatlichen Raumplaner gab es Gründe, die dafür sprachen, Aussiedlungen zu fördern:


  • Der Lebensstandard der ländlichen Bevölkerung lag deutlich unter dem der städtischen Bevölkerung.

  • Es gab marode Bausubstanz und fehlende Infrastruktur: für Tausende von Dörfern gab es weder Strom- noch Wasserversorgung und auch keine ausgebauten Straßen.

  • Es gab Abwanderung aus dem ländlichen Raum.


Für die Raumplaner gab es das Ziel, eine Gleichwertigkeit der Lebensbedingungen in allen Teilen der Bundesrepublik zu schaffen. Die Aussiedelung von Bauernhöfen wurde als eines der Mittel gesehen, mit dem sich die Lebensverhältnise auf dem Lande an die modernen Standards anpassen ließen.


Gesetzliche Regelungen

Anfang der Fünfziger Jahre gab es staatliche Maßnahmen zur Förderung von Aussiedelungen. Sie standen in einem direkten Zusammenhang mit anderen Maßnahmen für eine Verbesserung der Agrarstruktur, insbesondere mit Maßnahmen zur Flurbereinigung.


Das Flurbereinigungsgesetz von 1953 zielte darauf ab, die Konkurrenzfähigkeit der Landwirtschaft zu steigern. In dem Gesetz gab es auch die ausdrückliche Forderung nach einer Auflockerung der Ortslagen.


Auswirkungen der Aussiedelungen

  • Das soziale Gefüge der Dörfer änderte sich und die ausgesiedelten Familien musssten sich auf eine geänderte Lebenweise umstellen.

  • Mit jedem Aussiedlerhof entstanden Kosten durch den nötigen Ausbau der Infrastruktur (Stromanschluss, Strassenausbau, Unterhalt der Straßen, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung)

  • In den Dörfern selbst reduzierte sich infolge der Aussiedlung die Geruchs-, Lärm- und Schmutzbelästigung, weitergehende Sanierungsmaßnahmen in Bezug auf die dörfliche Bausubstanz und in Bezug auf die dörfliche Infrastruktur blieben jedoch aus.


Heutige Situation

Bei der Raumplanung stehen heutzutage die Argumente im Vordergrund, die gegen Aussiedelungen sprechen:


  • Es soll keine weitere Zersiedelung der Landschaft geben, nicht durch Ausweitung der Bauzonen und auch nicht durch neue Aussiedlerhöfe.

  • Durch die Mechanisierung der Landwirtschaft hat das Argument, die Aussiedelung von Höfen würde für kürzere Fahrwege sorgen, an Bedeutung verloren.

  • Viele Raumplaner gehen davon aus, dass Aussiedelungen an die Dorfränder gehören. Man verweist dabei unter anderem darauf, dass die Dienstleistungsbetriebe im Dorf besser genutzt werden können, wenn sich der Aussiedlungsbetrieb am Dorfrand befindet.

  • Bei Aussiedlerhöfen gibt es eine Tendenz zur Umstellung auf eine gewerbliche Nutzung. Wenn aus einem Aussiedlerhof ein Reitstall, ein gastronomischer Betrieb oder ein anderer Publikumsmagnet wird, dann bringt das steigendes Verkehrsaufkommen mit sich, und es treten Forderungen nach einem Ausbau der vorhandenen Infrastruktur auf, denen sich nur schwer nachkommen lässt.


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