Die Geschichte des Auslegerkanus begann vor etwa 5.000 Jahren im Südchinesischem Meer. Von dort startete die Besiedlung von über 10.000 Inseln im südlichen Pazifischem Ozean. Durch die Erfindung des Auslegers (polynesisch Ama) konnte der Rumpf (Wa'a) so schmal konstruiert werden, dass leicht erhebliche Geschwindigkeiten, bei hoher Stabilität im Wasser, erreicht werden konnten.
Etwa vor 2.000 Jahren waren es die Polynesier, die mit verbesserten Booten größere Distanzen über das offene Meer überwanden und damit die entferntesten Winkel eroberten, bis sie zuletzt vor etwa 1.000 Jahren Neuseeland entdeckten. Das Auslegerkanu war die Grundlage zur Besiedlung der gesamten Südsee. Dazu kam die hervorragende Fähigkeit mit Hilfe der Sterne zu navigieren und Inseln in ihrer Nähe förmlich zu riechen oder durch Veränderungen der Wellenformationen zu orten.
Dieser Bootstyp ist bis in unserer Zeit in der Südsee immer noch ein Nutzfahrzeug, freilich häufig mit Außenbordmotoren ausgestattet. Allerdings wird die Tradition des Paddelns mit dem Auslegerkanu auf vielen Inseln sehr gepflegt, auf Tahiti ist Va'a oder Pirogue-Sport, wie er im französischsprachigem Raum heißt, mit Fußball in Deutschland zu vergleichen. In Australien (Hamilton Island) und auf Hawaii finden große internationale Outrigger-Regatten zwischen einigen Inseln statt. Das Molokai-Rennen ist wohl das Imageträchtigste, mit ca. 1.000 Athleten am Start und einer Renndistanz von über 40 Meilen. Die für solche Regatten genutzten Outrigger-Canoes (OC), wie sie im Englischen heißen, werden aus modernen Verbundkunststoffen hergestellt.
Es gibt verschiedene Bootstypen, vom OC-1/2/3/4 oder 6er, vom Lagunen-oder Flachwasserboot bis zum hochseetauglichen Auslegerkanu. Aber am häufigsten werden 1er, 2er und natürlich die "Königsklasse", der OC-6 eingesetzt. Ein solches Boot ist etwa 13,70 m lang, hat ein Gewicht von 155 kg und kostet mit Ausrüstung ca. 13.000 Euro (Stand 2004).
Der Weg dieses außergewöhnlichen Bootes ist aber eigentlich noch nicht beendet, denn nachdem es in Asien, Australien, Nord- und Südamerika schon vor längerem Einzug gehalten hat, kommt es nun auch nach Europa. Die erste offene Europameisterschaft wurde im Oktober 2003 in Frankreich mit großem Erfolg ausgetragen. Auf unserem Kontinent sind es wohl 20 Clubs, die diesen Sport betreiben, am häufigsten in Italien und Frankreich, aber auch in England und Schweden. In Deutschland gibt es z.Z. 3 Vereine, die diesen Sport anbieten und z.Z. (Stand 2004) nur einen an der deutschen Küste.
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