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Ausbelichtung

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Als Ausbelichten bezeichnet man in der Fotografie den Vorgang der Anfertigung von dauerhaften Abzügen auf Fotopapier. Das Ausgangsmaterial für die Ausbelichtung kann sowohl chemisch-mechanisch (Negativ- oder Positivfilm) als auch digital vorliegen; in der Verarbeitung gibt es auch hybride Prozesse wie Agfa Digiprint, bei dem ein Diapositiv nicht optisch ausbelichtet, sondern zunächst digitalisiert wird.


Inhaltsverzeichnis


1 Formate

2 Digitales Ausgangsmaterial

  2.1 Orientierungshilfen

  2.2 Weitere Einflußfaktoren

  2.3 Bestimmung der Mindest-Auflösung

  2.4 Betrachtungsabstand

  2.5 Ausbelichtungs-Einheit

3 Analoges Ausgangsmaterial

4 Siehe auch

5 Literatur

6 Weblinks


Formate

Ausbelichtungen aus dem Consumer-Fotolabor werden grundsätzlich in Standardformaten angefertigt; das Seitenverhältnis liegt dabei beim Kleinbildformat (Negativgröße von 24x36 mm, bei gerahmten Dias etwa 34x22 mm) sowie bei digitalten Spiegelreflexkameras i.d.R. bei 2:3, während die meisten Digitalkameras einen Sensor mit dem Seitenverhältnis 4:3 besitzen.


Folgende Abmessungen bzw. Papierformate sind bei Ausbelichtungen üblich:

Standardformate:
  • 9x13 cm (9x12 cm)
  • 10x15 cm (10x13 cm)
  • 13x18 cm (13x17 cm)
  • 18x24 cm
Posterformate:
  • 20x30 cm (20x27 cm) - etwa DIN A4
  • 30x40 cm - etwa DIN A3
  • 40x60 cm
  • 50x70 cm
  • 60x80 cm


Professionelle Labore liefern Ausbelichtungen in jedem technisch machbaren Format.


Digitales Ausgangsmaterial

Bei digitalem Ausgangsmaterial wird die maximal mögliche Qualität des ausbelichteten Abzugs mit durch die Auflösung des CCD- bzw. CMOS-Sensors bestimmt, die in Megapixeln (Kurzform für Millionen Pixel) oder dpi (Dots per inch) angegeben werden kann.


Orientierungshilfen

Folgende Werte können als erste Orientierungen verwendet werden:


Tabelle


Weitere Einflußfaktoren

Die Megapixel-Auflösung ist zwar für eine erste Orientierung hilfreich, jedoch spielen auch andere Faktoren eine Rolle:


  • Die Bedeutung der optischen Leistung des Objektivs sowie der kamerainternen Bildverarbeitungselektronik und -algorithmen nimmt insbesondere bei Kameras höherer Leistungsklassen (ab etwa 5 Megapixel) zu; eine hochwertige Optik oder eine rauscharme Bildverarbeitung kann bei einer vergleichsweise niedrigen Auflösung zu höherwertigen Ausbelichtungen führen als eine schlechte Optik mit verrauschender Bildverarbeitung aber hoher Auflösung.
  • Die Kompression bei Formaten wie JPEG sollte behutsam eingesetzt werden; zu hohe Kompressionsraten führen zu unnatürlichen Hauttönen und Artefakten in scharfen Konturen.
  • Unproblematisch sind i.d.R. die Farbräume sRGB und Adobe RGB; andere können, müssen aber nicht zu brauchbaren Ergebnissen führen.


Bestimmung der Mindest-Auflösung

Zur präziseren Bestimmung der Mindest-Pixelzahl kann die Faustregel verwendet werden. mindestens 60, besser 100 Pixel pro Zentimeter Bildseite, d.h. 3.600 bis 10.000 Pixel pro Quadratzentimeter, zu kalkulieren. Daraus ergibt sich für einen Abzug im Format 10x13 cm eine Mindestauflösung von 1,3 Megapixeln bzw. 1000x1300 Pixel).


Betrachtungsabstand

Entscheidend für die subjektiv wahrgenommene Bildqualität ist der Betrachtungsabstand in Verbindung mit der Auflösung des menschlichen Auges, die in Winkelminuten angegeben wird und je nach medizinischer Quelle zwischen ein und zwei Winkelminuten liegt. Eine Winkelminute bedeutet, dass das Auge Details unterscheiden kann, die etwa 0,017° voneinander entfernt liegen; ein entsprechend Scharfsichtiger kann mit dieser Sehleistung noch einen Krümel von 0,3 mm Durchmesser auf einen Meter Abstand erkennen (tan 0,017° mal 1 Meter).


Als Orientierung kann man beispielsweise bei Ausbelichtungen in Postergrößen eine Sehleistung von einer Winkelminute bzw. bei der Projektion eine Sehleistung von zwei Winkelminuten ansetzen; dies entspricht bei der Projektion einer Mindestauflösung von 1,5 Megapixeln, durch Verdopplung in beiden Raumrichtungen sind dies bei einem Poster dann bereits sechs Megapixel. Ein aus einem Abstand von einem Meter betrachtetes Poster im Format 50x70 cm muss also mindestens in 500/0,3x700/0,3, also 1666x2333 Pixel bzw. 3.886.778 oder rund 4 Megapixel zerlegt werden, um uneingeschränkt scharf zu wirken.


Ausbelichtungs-Einheit

Letzlich beeinflusst auch die Auflösung der Ausbelichtungs-Einheit das Ergebnis; gebräuchlich sind Maschinen mit 150, 300 und 400 dpi bzw. ppi; Zeitschriften werden meist mit einer Druckauflösung von 150 ppi produziert, während die besten Fotobelichter eine Auflösung von 400 ppi erreichen. Die Auflösungen der Fotobelichter werden oft formatabhängig eingestellt: Kleinere Bilder werden z.B. mit 300dpi belichtet, größere mit 150dpi. Geht man von einer 1:1 Zuordnung Pixel-zu-Dot aus, dann kann man bei einer 4-MPixel Kamera bei 300dpi bis 18cm (lange Achse des fertigen Bilds) mit einer guten Bildqualität rechnen, bei 150dpi mit 36cm.


Diese Werte dürfen nicht verwechselt werden mit den Angaben von Consumer-Fotodruckern, die nach dem Tintenstrahldruckerprinzip arbeiten; hier werden die Bildpixel zur Halbtonbildung aus bis zu 16 Dots gebildet, eine Auflösungsangabe von 2440 dpi aus der Werbung entspricht dann also effektiv rund 150 dpi bei einem Fotobelichter.


Analoges Ausgangsmaterial

Die Schärfeleistung und Körnung eines fotografischen Films bestimmen bei analogem Ausgangsmaterial die mögliche Bildqualität; diese Parameter werden wiederum vor allem von der Filmempfindlichkeit beeinflusst: Hochempfindliche Filme (800 bis 1600 ASA) haben prinzipiell eine geringere Schärfe als niedrigempfindliche Filme (25 bis 50 ASA); die gebräuchlichen Alltagsfilme mit 100/21° ISO genügen jedoch sowohl in Bezug auf Schärfe als auch auf die Körnung allen normalen Anforderungen.


Diafilme bieten eine enorme Auflösung von bis zu 10.000 dpi; entsprechend einem Digitalbild liegt die Auflösung eines Diafilms also etwa bei 14.250x9.500 Pixeln, was einer Dateigröße von rund 133 Megabyte entspräche. Der qualitativ begrenzende Faktor in der Analogfotografie ist jedoch die Optik der Kamera: Je nach Güte schwankt dieses zwischen 1.500 und etwa 2.600 dpi, dies entspricht etwa drei bis neun Megapixeln unter praktischen Bedingungen.


Siehe auch



Literatur

  • Carsten Meyer und Peter Walz: Bilderfabriken. Mehr aus Digitalfotos machen: Aus Pixeln werden echte Bilder. In: c't 15/04, S. 180 (cm)


Weblinks



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