Unter dem Begriff Aufwärmen versteht man aktive und passive, allgemeine und spezielle Tätigkeiten zur Herstellung einer optimalen psycho-physischen Verfassung vor Training oder einem Wettkampf.
Unter allgemeinem Aufwärmen werden Übungen verstanden, welche nichtsportartspezifische Beanspruchungen enthalten. Spezielles Aufwärmen betrifft hingegen die Absolvierung der sportartspezifischen Bewegungen.
Dem aktiven steht das passive Aufwärmen in Form von heißer Dusche oder Einreibungen gegenüber. Die passive Erwärmung des Körpers führt gegenüber der aktiven Aufwärmarbeit zu wesentlich geringerer Leistungssteigerung.
Ein sinnvolles Aufwärmen aktiver, allgemeiner und spezieller Art schafft für das spätere Trainings- oder Wettkampfprogramm bessere Ausgangsbedingungen hinsichtlich der Koordination, Flexibilität, Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit. Neben höherer Leistungsfähigkeit wird gleichzeitig das Verletzungsrisiko verringert. Vor Wettkämpfen können während des Aufwärmens die besonderen Gegebenheiten der Wettkampfstätte besichtigt werden.
Die Wirkung des Aufwärmens besteht darin, dass der Körper bereits zu Beginn der sportlichen Belastung auf hohem Leistungsniveau ist. Ohne Aufwärmen dauert es bis zu vier Minuten bis die O2-Aufnahme dem Belastungsniveau entspricht. Während dieser Zeit des Einarbeitens werden infolge Sauerstoffmangels verstärkt Kohlensäure, Milchsäure und andere Stoffwechselzwischenprodukte gebildet, die alle zusammen die Ermüdung in hohem Maße verstärken.
Wirkung auf spezielle Körperteile
Durch Ausstoß von Gelenkflüssigkeit wird die Gleitfähigkeit der Sehnen und Bänder erhöht. Das Bindegewebe passt sich beim Aufwärmen langsamer an als die Muskulatur. Muskeln reagieren durch aktiven Stoffwechsel schneller auf Belastung.(wie?)
Die Geschwindigkeit der Erregungsleitung in den Nerven steigt mit der Körpertemperatur an: bei 5°C sind Hautrezeptoren unempfindlich gegen Reize, bei 20°C weist die Haut erst 1/6tel der Empfindlichkeit gegenüber 36°C auf. Beim Aufwärmen steigt die Körpertemperatur bis 38.5°C.
Latenzzeit und Gipfelzeit bei der Kontraktion der Skelettmuskulatur verringern sich bei zunehmender Körpertemperatur.
Durch die Aufwärmarbeit nehmen das Atemminutenvolumen und das Herzminutenvolumen schon vor dem Start der Belastung zu. Dadurch verringert sich der anaerob bereitzustellende Energiebetrag, die initiale O2-Schuld wird verringert; insgesamt ergibt sich eine größere Spurtkapazität.
Fazit: Bei steigender Körpertemperatur erhöht sich die körperliche Leistungsfähigkeit.
Die Dauer eines sinnvollen Aufwärmens richtet sich nach der Sportart und den gegenwärtigen Bedingungen, vor allem der Temperatur:-). Die Ruhepause zwischen Aufwärmen und Belastung sollte nicht länger als fünf Minuten dauern. Nach spätestens 30 Minuten ist der Effekt des Aufwärmens vorüber. Man sollte bei der Erwärmung darauf achten, dass man sich nicht dehnt. Lieber nach der Sporteinheit dehnen, da sonst das Verletzungsrisiko zu groß ist.
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