Auferstehung meint nach neutestamentlicher Auffassung, den Eintritt des ganzen - dann allerdings vollendeten - Menschen nach Leib, Seele und Geist in ein neues Leben nach dem Tod. Es handelt sich also nicht einfach um eine Rückkehr in das alte, durch den Tod beendete Leben, sondern um den Beginn eines Lebens in anderen Dimensionen. Jedoch besteht zwischen dem irdischen und auferstandenen Menschen auch eine Kontinuität. Von daher wählte man in der christlich-religiösen Kunst den Schmetterling als Symbol der Auferstehung: Raupe ("irdisch-zeitliches Leben") und Schmetterling ("ewiges Leben") sind zwei völlig unterschiedliche Erscheinungsformen derselben Identität.
Das Neue Testament spricht von verschiedenen Auferstehungen. Bedeutsam ist zunächst die Auferstehung Jesu als entscheidende Überwindung des Todes und gleichsam als "Modellfall" der menschlichen Auferstehung. Weiter spricht das Neue Testament von einer "ersten Auferstehung", die allen verheißen ist, die "in Christus entschlafen sind" (siehe zum Beispiel 1.Korintherbrief 15,23ff; 1. Thessalonicher 4,13ff). Am Ende steht die Auferstehung aller Menschen zum Jüngsten Gericht.
Gemäß dem Neuen Testament ist Jesus von Nazareth am dritten Tag nach seinem Tod am Kreuz vom Tod auferstanden. Dieses für Christen zentrale Geschehnis wird in der christlichen Terminologie als Auferstehung Jesu Christi (= Auferstehung des Jesus des Christus = Auferstehung des Jesus des Gesalbten) bezeichnet, die jedes Jahr zu Ostern gefeiert wird.
Neutestamentliche Berichte
Die Berichte in den Evangelien über die Auferstehung Jesu Christi variieren in Einzelheiten, stimmen aber in den Hauptaussagen überein: Jesus von Nazareth wurde nach seinem Tod am Kreuz noch am Freitag vor dem Sabbat im Felsengrab des Josef von Arimathäa bestattet; das Grab wurde mit einem Stein verschlossen. Einige Frauen (Maria Magdalena) wollten am frühen Sonntag die Einbalsamierung vornehmen, fanden aber den Stein vom Grab weggerollt und das Grab leer (siehe: noli me tangere), ebenso die Jünger, die sich davon überzeugen wollten. In den folgenden vierzig Tagen erlebten die Jünger unter verschiedenen Umständen Erscheinungen von Jesus, die sie als körperliche Erscheinungen erlebten (Jesus aß, ließ sich berühren, etc.) und die sie, in Verbindung mit dem leeren Grab, überzeugt verkünden ließen, Jesus sei vom Tod auferstanden.
Eine besondere Bedeutung für den Auferstehungsglauben der frühen christlichen Gemeinde hat die Bekehrung des ehemaligen Christenverfolgers Paulus (Apostelgeschichte 9,1-19; 1. Korinther-Brief15 und andere). Konnte man den Anhängern des Gekreuzigten noch vorwerfen, sie hätten die Auferstehungsgeschichten aus verständlichen Gründen erfunden beziehungsweise sich diese eingebildet, so greift diese Argumentation angesichts des von dem ehemaligen Christenfein Paulus bezeugten Begegnung mit dem Auferstandenen nicht. Paulus führt in 1. Korinther 15 den sogenannten "historischen Beweis" und nennt die Zeugen des Auferstandenen, von denen zur Zeit der Abfassung des Briefes "die meisten noch leben" (1. Korinther 15,6) und fügt dann die Aussage hinzu: "Zuletzt von allen ist er (Jesus Christus) auch mir erschienen, der ich doch nur eine Spätgeburt bin; ich bin der Geringste unter ihnen (den Aposteln) und ich bin es nicht wert, ein Apostel zu heißen, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe._.." (1. Korinther 15,8ff).
Wertung
Während kaum ein Christ bestreitet, dass zwischen dem Tod von Jesus und dem Auftreten der ersten überzeugten Christen, die den auferstandenen Jesus als Sohn Gottes verkündigten, etwas geschehen sein muss, das diese Menschen in ihrem Weltbild erschütterte, gehen die Interpretationen darüber, was tatsächlich geschehen ist, extrem auseinander.
In der Kirchengeschichte wurde die Auferstehung Jesu Christi bis zur Aufklärung als historische Tatsache gesehen, und manche konservative Christen und Theologen sehen das auch heute noch so.
Viele moderne Theologen interpretieren die Berichte in anderer Weise - als einmalige religiöse Erlebnisse. Die Vorstellung von einer Totenauferstehung ist dann ein Paradigma, das unüberbietbar und unverzichtbar ist, weil es die genuine christliche Glaubenserfahrung zum Ausdruck bringt; sie kommt aber philosophisch und erkenntnistheoretisch mit der allgemeinen Erfahrung nicht mehr in Konflikt. In moderner Zeit hat sich die Idee von einem Wiedersehen nach dem Tode in den Auferstehungsglauben eingefügt.
In der Befreiungstheologie wird Körper und Handeln Jesu in unmittelbarer Kontinuität zum Leben vor dem Tod wahrgenommen (Franz J. Hinkelammert). Das Lehramt der katholischen Kirche hält an der Auferstehung Christi als geschichtlicher Tatsache fest, die das leere Grab voraussetzt. Der Zugang zum Auferstehungsglauben ist nur möglich auf Grund der Erscheinungen des Auferstandenen an seine Apostel und Jünger. Zugleich wird der transzendente Charakter des Auferstehungsmysteriums anerkannt: Jesus Christus kehrte nicht einfach ins irdische Leben zurück, sondern seine verwandelte und verklärte Leiblichkeit gehört einer neuen Seinsordnung an (vgl. "Katechismus der Katholischen Kirche", Nr. 638-658).
Literatur
Wolfhart Pannenberg, Christologie
N.T. Wright, The Resurrection of the Son of God, 2003
Frans Hinkelamert, Das Reich des Lebens und das Reich des Todes: Leben und Tod in der christlichen Botschaft, In: ders.: Die ideologischen Waffen des Todes. Zur Metaphysik des Kapitalismus, Münster: Exodus (1985), S. 163 ff
Auferstehung in versch. Religionen
Auferstehungsbegriff des Zarathustrismus
Die Schöpfungsgeschichte des Zarathustrismus (auch: Zoroastrismus, 1200 v. Chr.) besagt, das Ahura Mazdā in den ersten 3.000 Jahren durch einen langherrschenden Windhauch zuerst den eiförmigen Himmel und daraufhin die Erde und die Pflanzen erschuf. In dem zweiten Zyklus von 3.000 Jahren entstanden die Urstiere und danach der Urmensch.
Dann ist der Einbruch des Anramainyu erfolgt, welcher den Urmenschen und den Urstier tötet und eine Periode des Kampfes eröffnet, die ihr Ende erst mit der Geburt des Zarathustra erreicht. Und von da an werden wieder 3.000 Jahre vergehen, bis der Heiland Saoschjant geboren wird, welcher die bösen Geister vernichten und eine neue, unvergängliche Welt herbeiführen wird; auch die Toten sollen dann auferstehen.
Im Zarathustrismus, nach Zarathustra (630-553 v.d.Z.), gelangen die Seelen nach dem Tod an die Činvat-Brücke. Hier wird Gericht über Gute und Böse gehalten. Für den rechtschaffenen Menschen ist die Brücke breit wie ein Pfad, für den anderen schmal wie eine Messerspitze. Die Guten gelangen in die seligen Gefilde des Paradieses Garodemäna (später Garotman), des "Orts der Lobgesänge" (siehe auch: Himmel); die Seele des Bösen aber gelangt an den "schlechtesten Ort", d.h. in die Hölle. Parallelen zur späteren christlichen Lehre vom Jüngsten Gericht und zur Eschatologie im Islam sind unverkennbar.
Der Kynismus geht auf den griechischen PhilosophenDiogenes zurück (3. Jahrhundert v. Chr.). Die Kyniker verbanden dessen Weltanschauung mit anderen Philosophien wie der Stoa und integrierten auch Elemente der griechischen Mythologie. Sie verehrten zum Beispiel den HalbgottHerakles und praktizierten Mysterienkulte um Tod und Auferstehung.
Auferstehungsbegriff des Judentums
Der Tod wird im Judentum vor allem als das Ende des Lebens angesehen. Das Entwickeln von Vorstellungen, die das Leben nach dem Tod, das Eingehen in ein Reich der Toten oder die Auferstehung betreffen, haben mindere Bedeutung und sind in der jüdischen Theologie auch nicht systematisch ausgearbeitet.
Das Judentum entwickelte nie eine eindeutige Vorstellung über das Geschehen im Jenseits, nach dem Tode. Es haben sich vielmehr wesentlich zwei Lehrmeinungen herausgebildet, die sich auf eine unbestimmte Menge von Hinweisen im Tanach beziehen.
1. Die eine Lehrmeinung nimmt die Auferstehung der Toten an, d.h. die Menschen sterben mit Leib und Seele, aber werden in der messianischen Zeit wiederbelebt und leiblich auferstehen (Daniel 12,2; Sanhedrin 10,1).
In der jüdischen Apokalyptik wurde diese Vorstellung weiter ausgebaut zu einer Auferstehung in Verbindung mit einem Gericht Gottes über die Welt. Mit dieser Auferstehung war nach jüdischen Begriffen eine körperliche Auferstehung gemeint - entweder die körperliche Auferstehung aller Menschen oder die körperliche Auferstehung der Menschen, die im Bund Israels mit Gott eingeschlossen sind. Das Schicksal des einzelnen Menschen trat in dieser kollektiven Sicht zurück, war aber darin eingeschlossen.
Das Pharisäertum zur Zeit Jesu bejahte den Glauben an eine Auferstehung; das herrschende Priestertum (vorwiegend aus der Grupper der Sadduzäer, die mit der römischen Besatzungsmacht kollaborierte) lehnte sie ab.
1. Die andere jüdische Lehrmeinung nimmt an, das die reine Seele, unbefleckt durch Geburt, Leben und Tod, wieder rein zu Gott zurückkehrt. Sie geht von der Unsterblichkeit der Seele aus und davon, dass diese nach dem Tod unabhängig vom Körper weiterlebt (Schabbat 152b, Proverbien 12,28). Das herrschende Priestertum (vorwiegend aus der Gruppe der Sadduzäer), kollaborierend mit der römischen Besatzung, zur Zeit Jesu, lehnte die fleischliche Auferstehung ab.
2. Weiterhin gab es eine Vermengung dieser beiden Lehrmeinungen zur folgenden, dass nämlich die Seele den Tod des Menschen überlebe und bis zur messianischen Zeit weiterlebe und sich schließlich mit dem Körper neu vereinige und leibhaftig auferstehe.
Für das rezente orthodoxe Judentum ist der Glaube an ein Leben nach dem Tod von großer Bedeutung, wenn auch die Definition, wie dieses Leben aussehen wird, nicht überall gleich ist. Es kann ein Weiterleben des Geistes, des Geistes und Körpers oder irgendeine andere Form gemeint sein, das kann und will man in den meisten Ausrichtungen nicht festlegen. Wichtig ist hierbei, dass der Körper nach dem Tod auf jeden Fall unversehrt bleiben muss, also keine Feuerbestattung erlaubt ist. Obduktionen sind nur erlaubt, wenn sie aus rechtlicher Sicht notwendig sind oder ihre Ergebnisse anderen Menschen zum Leben verhelfen. Dies zeigt, dass man die Möglichkeit einer leiblichen Auferstehung durchaus nicht verworfen hat.
Im nicht-orthodoxen Reformjudentum spricht man dagegen ausschließlich vom Weiterleben der Seele oder dem Wiedereingehen der reinen, unbefleckten Seele zu Gott und Feuerbestattungen sind erlaubt.
In der Tora lässt sich zur Auferstehung nach dem Tod kein genauerer Hinweis finden. In den 13 Glaubenssätzen des Maimonides heißt es: "Ich glaube in ganzem Glauben, dass einst zu seiner Zeit, wenn es dem Schöpfer, gelobt sei sein Name und erhoben sein Gedenken immer und ewig, wohl gefällt, die Toten auferstehen werden.", aber Maimonides meinte dies sicher nicht wörtlich, wie man in seinem Mischna-Kommentar lesen kann. Dort steht: "Die Lehrer haben gesagt, die Übeltäter werden zu ihren Lebzeiten Tote genannt, die Gerechten aber werden Lebende genannt, wenn sie gestorben sind." Wer also ein Leben als Gerechter (Zaddik) führt, wird auch nach seinem Tod noch leben.
Es gibt auch keine Hinweise in jüdischen Texten von der Annahme der Auferstehung eines einzelnen, insbesondere eines Messias oder Christus, getrennt von der endzeitlichen Auferstehung aller gerechten Menschen bzw. Seelen; dies trennt vom Christentum.
Im modernen Judentum spielt der Auferstehungsglaube überwiegend keine Rolle mehr, sondern vielmehr die Unsterblichkeit der Seele, die, da göttlich, nicht befleckt werden könne. Genaueres über die Wesenhaftigkeit der Seele nach dem Tod hat das Judentum nie spezifiziert. Heute spricht man eher vom "Weiterleben" der guten Taten eines Menschen über seinen Tod hinaus.
Literatur
W. Gunther Plaut (Hrsg.); Die Tora. In jüdischer Auslegung, Band 1, Genesis; Gütersloh, 1999,ISBN: 3579026461
Susannah Heschel, Der jüdische Jesus und das Christentum - Abraham Geigers Herausforderung an die christliche Theologie, Jvb, Jüdische Verlagsanstalt, Berlin, März 2001, ISBN: 3934658040
Der Glaube an die fleischliche Auferstehung Jesu Christi ist das zentrale und charakterisierende Element des Christentums. Dies wird im Osterfest, dem bedeutendsten Fest der Christenheit gefeiert. Darüberhinaus gibt es im Christentum die traditionelle Lehrauffssung, dass jeder Mensch am Jüngsten Tag auferstehen wird (siehe: Apokalypse). Das Glaubensbekenntnis redet davon.
Das mögliche Empfinden, dass der Tod endgültig und eine Bedrohung sei, von der Erbsünde überschattet, ist eine existenzielle Beunruhigung für viele christliche Menschen. Es ist eine wichtige Funktion der christlichen Religion, diese Beunruhigung ihrer Lehre in der Glaubensgemeinschaft ihrer Anhänger zu mildern oder aufzuheben. Den Christen ist dies dank der bezeugten Auferstehung Jesu Christi im Neuen Testament der Bibel keine Jenseitsvertröstung, sondern kraftvolle und lebensspendende Glaubensbotschaft, im Halo der religiösen Lehrmeinung der erbsündlichkeit aller Menschen.
Bezüglich des Neuen Testaments der Bibel und der unterschiedlichen Dogmatiken der verschiedenen Konfessionen, erfolgt nach dem Tode das persönliche Gericht zu Himmel, Hölle oder Fegefeuer und am Jüngsten Tag das allgemeine Gericht, an dem alle Menschen einen erneuerten Leib erhalten.
Im Lukasevangelium fährt Jesus gleich nach seiner Auferstehung in den Himmel auf, in der Apostelgeschichte nach 40 Tagen und im ursprünglichen, authentischen, nicht ergänzten, Markusevangelium fehlt die Auferstehung gänzlich. Vom heiligen Augustinus ist folgendes überliefert: Wahrlich, wäre es nicht wegen der Autorität der katholischen Kirche, so würde ich dem Evangelium keinen Glauben schenken.
Es gibt im Christentum jedoch auch die Auffassung, das dieses Gericht für alle Menschen stellvertretend von Jesus am Kreuz, als blutiges Menschenopfer, in Analogie zum Lammopfer des Pessach-Festes des Judentums zu Ostern (Jesus ist Lamm Gottes, siehe Agnus Dei, durch die römische Besatzungsmacht vollzogen worden ist.
Ohne Parallele in der Tradition und den Überlieferungen des Judentums ist jedoch, dass Jesus Christus der erste der von Gott Auferweckten ist (1Kor15,20). Die Auferstehung Jesu Christi ist nach Paulus der Anfang der endzeitlichen Auferweckung.
Diskussion
In modernen Strömungen der Theologie gibt es die Sprechweise vom "Selbstgericht", d.h. nicht Gott verurteilt gegen den Willen des Menschen, sondern in der Schau Gottes vollzieht der Mensch sein Ja oder Nein zu Gott endgültig - eine Entscheidung, die er bereits auf Erden vorläufig getroffen hat.
Problematisch ist hier, dass die Willensfreiheit, die besonders aufgrund der Fragen der Theodizee von dem Christentum betont wird, Gott schuf den Menschen mit freiem Willen nach seinem Vorbild, durch das Dogma der Erbsünde geschwächt wird. Kurz gesagt bleibt den Menschen nur die Entscheidung an Jesus als den Messias und an Jesu Auferstehung zu glauben, wollten sie nach dem Tode nicht die Qualen der Hölle, der Verdammnis erleiden.
Die frohe Botschaft ist zugleich eine ängstigende und die aggressive Mission des Christentums empfehlende: Wenn nur der rechte Glaube zur Auferstehung führt, ist es schwer für rechtgläubige, nicht die ganze Welt, mit glühendem Herzen, beglücken zu wollen (siehe dazu: Missionsbefehl).
Manche Christen halten heute die körperlich-leibliche Auferstehung, da sie allen bisherigen Erfahrungen der Menschen widerspricht, für einen geschichtlichen Mythos und nicht für das Zentrum ihres Glaubens. Aufgrund deutlicher biblischer Worte (vor allem 1. Korinther 15), der frühen Glaubensbekenntnisse und (für die protestantischen Kirchen) der Bekenntnisschriften der Reformationszeit kommen allerdings alle christlichen Konfessionen um eine Diskussion dieses Bekenntnisses nicht herum. Insbesondere in der Theologie der Befreiung wird der realutopische Gehalt dieser Tradition betont: die Transzendentalität liegt innerhalb dieses Lebens. Die Mission, die sich aus dem blutigen Menschenopfer Christi am Kreuz ergibt, ist wie dieses Dogma, eine Schöpfung der frühen Kirche. Der Missionsbefehl wird als "Erfindung" der Kirchenväter und ihrer Organisation angenommen. Begründet wurde diese Lehre unter anderem von dem jüdischen Pharisäer Paulus.
Literatur:
Susannah Heschel, Der jüdische Jesus und das Christentum, Jvb, Jüdische Verlagsanstalt, Berlin, März 2001, ISBN_3934658040
Der Tod beschließt das Leben und führt den Menschen wieder zu Gott. Niemand kann dem Tod entrinnen, er ist das Ende der von Gott gesetzten Zeit auf der Erde.
Nach dem Tod warten die Seelen nach den Vorstellungen des Islam auf das Gericht, in dem entschieden wird, ob ein Leben im Jenseits im Paradies bei Gott möglich ist. Für gläubige Muslime ist der Tod also seiner Schrecken beraubt, da er nur einen Übergang in ein anderes Leben bedeutet, nicht das Ende.
Tod und Bestattung im Islam
Nach dem Tod warten die Seelen auf das Gericht, in dem darüber entschieden wird, ob ein Leben bei Gott im Paradies sein wird.
Der Verstorbene muss möglichst schnell beerdigt werden. Weil es in Deutschland an geeigneten Grabstätten fehlt und aus Verbundenheit mit der ursprünglichen Heimat der eingewanderten Muslime werden viele Verstorbene in ihre Herkunftsländer überführt.
Bestattung (Jinaza)
Nach rituellen Waschungen und Gebeten soll der Verstorbene umgehend beerdigt werden. Zur Beerdigung wird der Leichnahm in Tücher gewickelt und seitlich in die Erde gelegt, wobei der Kopf nach Mekka ausgerichtet wird.
Viele Muslime in Deutschland haben lange Zeit ihre Verstorbenen in die frühere Heimat überführt, da die traditionellen islamischen Bestattungsregeln mit deutschem Beerdigungsrecht nicht kompatibel waren. Es werden jedoch zunehmend islamische Grabfelder auf deutschen Friedhöfen angelegt, um eine Bestattung auch in Deutschland zu ermöglichen.
Im Atheismus wird die Wiederauferstehung von nachweisbar toten Menschen als mit den Ergebnissen der Naturwissenschaft und der evidenten Alltagserfahrung unvereinbar als unentscheidbar, nicht reproduzierbar abgelehnt.
Literatur
Frans Hinkelamert, Das Reich des Lebens und das Reich des Todes: Leben und Tod in der christlichen Botschaft, In: ders.: Die ideologischen Waffen des Todes. Zur Metaphysik des Kapitalismus. Münster: Exodus (1985), S. 163 ff
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