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Auenböden

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Als Auenböden werden alle Böden bezeichnet, die aus Sedimenten von Fluss- oder Bachläufen entstanden sind. Die Bodenentwicklung wird durch das Wechselspiel von Erosion und Sedimentation sowie durch den deutlich schwankenden Grundwasserspiegel beeinflusst. Dabei werden die abgelagerten Sedimente in Richtung zur Flussmündung immer feiner.


Inhaltsverzeichnis


1 Die braunen Auenböden (Vegen)

2 Auengleye

3 Eigenschaften und Nutzung

4 Kalkbraunerde, Braunerde


Die braunen Auenböden (Vegen)

Allochthonen Auenböden


Darunter versteht man, durch Abtransport von braunem Material aus den umliegenden Feldern und dessen Wiederablagerung entstandene Böden. Sie sind auf Flächen, die häufig Überflutungen ausgesetzt sind zu finden. Dabei durchläuft der Oberboden eine terrestrische Entwicklung, während der Unterboden durch den z.T. hohen Grundwasserstand (ca. 1 m unter der Geländeoberfläche) beeinflusst wird.


Autochthone Vegen


Autochthon sind Auenböden dann, wenn sie durch eine eigene Bodenentwicklung entstehen.


Eigenschaften und Nutzung Allochthone und Autochthone Auenböden lassen sich in ihren Nutzungseigenschaften zusammenfassen. Sie sind locker, gut durchwurzelbar, biologisch aktiv und recht fruchtbar. Wodurch sich auch die hohen Bodenzahlen in diesem Bereich der Talaue ergeben. Als natürliche Vegetation würde sich ein Auenwald aus Ulmen, Pappeln, Eschen und Stieleichen einstellen.


Genutzt werden diese Böden, aufgrund ihrer hohen Fruchtbarkeit, heute ausschließliche ackerbaulich. Dabei sind die Vorteile durch die hohe Ertragsfähigkeit so hoch, dass das Anbaurisiko durch die regelmäßigen Überflutungen bewusst eingegangen wird.


Auengleye

Auengleye stehen unter einem stärkeren Grundwassereinfluss als die Vegen. Der mittlere Grundwasserstand liegt hier bei ca. 0,8 m unter der Geländeoberfläche, bei einer Schwankung von 0,5-1,0 m. Ihnen fehlt der Bv Horizont völlig (durch Verwitterung verbraunter und verlehmter Horizont). Der A Horizont ist nicht vom Grundwasser beeinflusst. Darunter liegt der Oxidationshorizont (Go). Er ist gekennzeichnet durch rostrote Flecken und Konkretionen von höherwertigen Eisen- und Manganverbindungen. In ihn dringt das Grundwasser nur vorübergehend ein.


An den Go Horizont schließt sich der Reduktionshorizont (Gr) an. Er ist fahlgrau bis grün oder blauschwarz und ist ständig im Grundwasserbereich. Diese Horizontaufteilung entsteht durch aufsteigendes Grundwasser. Dort wo dieses mit der Bodenluft in Berührung kommt werden die im Wasser gelösten Eisen und Manganverbindungen oxidiert und setzen sich ab.


Eigenschaften und Nutzung

Durch den hohen und schwankenden Grundwasserstand sind Gleye im Winter und im Frühjahr nass, luftarm und kalt, im Sommer und im Herbst trocken rissig und fest. Ihr Nährstoffvorrat ist vergleichbar mit dem der Braunen Auenböden, wobei aber eine geringere Verfügbarkeit gegeben ist.


Als natürliche Vegetation würde sich aufgrund des großen Wasservorrates ein Auenwald aus Wasserbedürftigen Baumarten einstellen (Erle, Pappel, Esche). Auch als Gründlandstandorte sind sie geeignet.


Da in der Moseltalaue Gleye nur in Senken und Flutmulden vorkommen und dort oft noch in Übergangsformen zur Vega werden die ackerbaulichen Nachteile des hohen Grundwasserstandes zu Gunsten einer möglichst großflächigen und einheitlichen Schlaggestaltung in Kauf genommen.


Kalkbraunerde, Braunerde

Braunerden sind gekennzeichnet durch die braune Farbe des Bv- Horizontes. Sie entstehen im gemäßigten humiden Klima auf silikatischem Gestein. Die Horizontfolge ist Ah (durch Anreicherung von Humus entstandener, oberer Mineralbodenhorizont) - Bv - C (allgemein für das Gestein)


Entstehung


Braunerde entsteht ausgehende von einem Ranker (A - C Rohboden) durch die Prozesse der Verbraunung und der Verlehmung. Im Bereich des Betriebes sind als Ausgangsmaterial lehmige Schluffe in Sedimentationsbereichen und Kalkstein in allen anderen Bereichen vorhanden.


Bei der Verbraunung werden durch Verwitterung freigesetzte Eisenionen oxidiert und bilden allmählich braungelb rötlich gefärbte Fe III- Oxide. Die die Mineralkörnchen als feine Häutchen umhüllen. Wodurch die typische Farbe des Bv - Horizontes entsteht. Mit der Verbraunung ist ein zweiter Prozess eng verbunden. Durch die Verlehmung d.h. Tonanreicherung, dabei werden durch hohe Bodenfeuchtigkeit Silikate verwittert wobei neue Tonminerale gebildet werden.


Braunerden entwickeln sich häufig weiter zu Parabraunerde oder Podsol- Braunerden.


Eigenschaften und Nutzung


Die Eigenschaften und damit auch die landwirtschaftliche Nutzung hängen stark mit dem vorhandenen Ausgangsmaterial zusammen. Das trifft besonders auf die Porenverteilung sowie den Wasser und Lufthaushalt zu. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Braunerden sich leicht bearbeiten lassen und einen PH - Wert im mäßig bis stark saurem Bereich haben.


Als Landwirtschaftliche Nutzung ist Ackerbau und Weide möglich.


Als natürliche Vegetation würde sich unter dem vorherrschenden Klima ein Mischwald aus Eiche, Rotbuche und Fichte einstellen.


Pelosol- Braunerde


Pelosole sind Tonböden. Das typische Profil ist eine A - P - C wobei der P-Horizont ein »Aufweichungshorizont« ist der durch Quellungs- und Schrumpfungsvorgänge geprägt ist. Weitere Prozesse die zur Entstehung eines Pelosol führen, sind eine fortgesetzte Verbraunung, Entkalkung, und Versauerung Von einer Pelosol- Braunerde spricht man dann, wenn die Eigenschaften des Pelosols denen einer Braunerde zuneigen.


Kolluvisole Grundsätzlich entstehen Kolluvisole durch Abschwemmung weiter obenliegenden Geländes. Im Betriebsbereich bestehen diese weitgehend aus lehmigen Abschwemmmassen und Bodensedimenten. In ihren Eigenschaften ähneln sie denen ihrer Ausgangsmaterialien. Hier also weitgehend denen der Braunerde.


[Bild extern:] Bild:Bodenarten2.jpg


Schema einer typischen Bodengesellschaft in einer Flussaue


Literatur:


Bach, Waldemar; Ortschronik Nennig; 2. Auflage; Nennig 1992


Bettinger, Dr. Andreas; Kiesabbau in der Moselaue zwischen Besch und Nennig; Nohfelden-Neukirchen/Nahe 2000


Oehmichen, Jobst; Pflanzenproduktion; Berlin 1983


Vorlesungsskript zur Vorlesung: Allgemeine Landschafts- und Bodenkunde


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