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Atommodell

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Ein Atommodell ist ein Modell, das auf der Grundlage beobachtbarer Eigenschaften der Materie und experimentell ermittelter Daten den Aufbau der Atome beschreibt.


Die Modelle der Atomphysik konnten im Laufe der Zeit immer mehr Beobachtungen erklären, wurden aber auch komplizierter. Heute ist man in der Lage, Atome mit Hilfe der Quantenmechanik zu beschreiben.


Inhaltsverzeichnis


1 Voraussetzungen

  1.1 Daltons Atomhypothese (1808)

2 Atommodelle

  2.1 Thomsonsches Atommodell (1903)

  2.2 Rutherfordsches Atommodell (1911)

  2.3 Bohrsches Atommodell (1913)

  2.4 Bohr-sommerfeldsches Atommodell (1916)

  2.5 Orbitalmodell (1928)

3 Didaktische Modelle

  3.1 Schalenmodell

  3.2 Kugelwolkenmodell

  3.3 Punktteilchen und inkompressible Kugeln

4 Kern und Hülle


Voraussetzungen

Voraussetzung für die Entwicklung von Atommodellen war die Entdeckung der Atome und die Entdeckung, dass auch diese aus kleineren Teilchen aufgebaut sind.


    • Daniel Sennert (1618): Gesetz der Erhaltung der Elemente. Bei einer chemischen Reaktion gehen Elemente weder verloren, noch werden Elemente neu geschaffen.
    • Antoine Laurent de Lavoisier (1785): Gesetz der Erhaltung der Massen. Die Summe der Massen der Edukte ist stets gleich der Summe der Massen der Produkte.
    • Jeremias Benjamin Richter (1791/92): Gesetz der äquivalenten Proportionen.


Erste experimentelle Hinweise auf Atome gibt es erst Ende des 18. Jahrhunderts, als John Dalton sein Gesetz der multiplen Proportionen findet. Aufgrund seiner Atomhypothese sagt er das Gesetz der konstanten Proportionen voraus, welches von Joseph-Lois Proust 1826 formuliert wird.


Siehe auch: Atomphysik


Daltons Atomhypothese (1808)

  • 1. Elemente bestehen unteilbaren Teilchen, den Atomen.
  • 2. Atome eines Elements sind untereinander gleich. Atome verschiedener Elemente unterscheiden sich.
  • 3. Atome können sich (in chemischen Reaktionen) zu Molekülen verbinden.


Meist wurden Atome als feste Kugeln angenommen. Dies änderte sich erst, als Joseph John Thomson 1897 das Elektron entdeckte.


Atommodelle

Thomsonsches Atommodell (1903)

Nach dem thomsonschen Atommodell besteht das Atom aus einer gleichmäßig verteilten positiven Ladung und Elektronen, die sich darin bewegen. Dieses Modell wird auch als Plumpudding-Modell bezeichnet.


Rutherfordsches Atommodell (1911)

Nach dem rutherfordschen Atommodell (nach Ernest Rutherford) besteht das Atom aus einem positiv geladenen Atomkern, der nahezu die gesamte Masse des Atoms beinhaltet und einer Atomhülle, in der sich die Elektronen befinden.


Bohrsches Atommodell (1913)

Nach dem bohrschen Atommodell (nach Niels Bohr) besteht das Atom aus einem positiv geladenen Kern und Elektronen, die diesen auf diskreten konzentrischen Bahnen umkreisen. Dieses Modell war das erste Schalenmodell.


Bohr-sommerfeldsches Atommodell (1916)

Das bohr-sommerfeldsche Atommodell ist eine Erweiterung des bohrschen Atommodells durch Arnold Sommerfeld. In ihm sind auch bestimmte Ellipsenbahnen um den Atomkern zugelassen.


Orbitalmodell (1928)

Nach dem Orbitalmodell besteht das Atom aus einem Kern, der von Orbitalen umgeben ist. Die Form der Orbitale ist durch die räumliche Aufenthaltswahrscheinlichkeit der Elektronen gegeben.


Didaktische Modelle

Schalenmodell

Im Schalenmodell wird ein positiv geladener Atomkern von Kugelschalen umgeben, in denen sich die Elektronen befinden. Nur die jeweils äußerste Schale ist für die chemischen Eigenschaften des Elements verantwortlich. Über die Bewegung der Elektronen wird keine Aussage gemacht. Das Schalenmodell ist eine Erweiterung des bohrschen Atommodells und eine Vereinfachung des Orbitalmodells.


Kugelwolkenmodell

Das Kugelwolkenmodell ist ein in der Schule häufig verwendetes Atommodell, mit dem sich viele Phänomene (Atombindung, Molekülbau) erklären lassen. Es stellt einer Erweiterung des Schalenmodells dar und ist eine Vereinfachung gegenüber dem genaueren Orbitalmodell.


Punktteilchen und inkompressible Kugeln

In einigen Fällen können Atome als Punkte ohne Ausdehnung genähert werden (z.B.: ideales Gas), in anderen als Kugeln mit bestimmtem Volumen (z.B.: Van-der-Waals-Gas).


Kern und Hülle

Der Radius des Atomkerns ist etwa um den Faktor 10.000 kleiner als der Radius der Atomhülle.


Wenn man also vom Radius eines Atoms spricht, dann ist immer der Außen-Radius der Atomhülle gemeint (im anderen Falle spricht man vom Kernradius). Der Atomradius schwankt zwischen 0,3·10-10 m und 2,62·10-10 m.


Der Atomkern wird aus Protonen und Neutronen gebildet. Er enthält fast die gesamte Masse des Atoms (mehr als 99,9%) und ist positiv geladen. Die Anzahl der Protonen bestimmt die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Element. Sein Radius beträgt ungefähr 10-14 m Bei Atomen mit der gleichen Anzahl Protonen, aber unterschiedlich vielen Neutronen im Kern spricht man von Isotopen des jeweiligen Elements.


Die Atomhülle wird von den Elektronen gebildet. Sie kompensiert durch ihre negative Ladung die Ladung des positiven Atomkerns, sodass das Atom nach außen neutral ist. Enthält die Hülle mehr oder weniger Elektronen als der Kern Protonen, so spricht man von einem Ion.


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