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ATF Dingo

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Inhaltsverzeichnis


1 Kurzbeschreibung

2 Geschichte

3 Einsatzspektrum

4 Aufbau und Schutz

5 Bewaffnung

6 Technische Daten

7 Weblinks


Kurzbeschreibung

Das Allschutz Transport Fahrzeug Dingo ist ein gepanzertes, minengeschütztes, luftverladbares, leicht bewaffnetes Radfahrzeug, das von der Bundeswehr vor allem in Auslandseinsätzen eingesetzt wird.


Geschichte

Mitte der 90er Jahre des 20.Jahrhunderts wurde von seiten des Unternehmens Krauss-Maffei Wegmann darüber nachgedacht, wie die ausstattungstechnische Lücke zwischen dem TPz Fuchs und dem Geländewagen Wolf geschlossen werden könnte um die Bundeswehr entsprechend ihrer neuen Aufgaben bei Auslandseinsätzen auszurüsten. Man entschloss sich zu einem gepanzertem Radfahrzeug auf dem Fahrgestell des bewährten Daimler Chrysler UNIMOG U, das nur entsprechend modifiziert werden mußte. Die ersten ATF1 Dingos besaßen noch ein UNIMOG U 100 L Fahrgestell, das sich jedoch als zu schwach erwies, so daß die folgenden ATF2 Dingos mit dem UNIMOG U 1150 L Fahrgesstell ausgerüstet wurden. Im Jahr 2000 wurden die ersten 2 von 56 ATF Dingos an das Heer geliefert und Truppenversuche bei der KFOR durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Truppentests unter Einsatzbedingungen führten zu mehreren Änderungen am Dingo. So mußte die Aufhängung des Staukastens verstäkt werden, da er bei starken Stößen häufig abbrach. Auch die Federung mußte verstärkt werden, da sie dem höheren Gewicht des Dingos im Vergleich zum UNIMOG nicht gewachsen und zu nachgiebig war, so daß manche Soldaten während der Fahrt seekrank wurden und der ganze Dingo zum Umfallen neigte. Kleinere Änderungen betrafen die Ausstattung des Dingos im Hinblick auf Wartungsfreundlichkeit und Bediensicherheit. Seit November 2001 wurden 91 weitere ATF2 Dingos an die Bundeswehr geliefert und auch bei der ISAF in Afghanistan eingesetzt, da hier eine ähnlich hohe Minengefährdung wie im Kosovo herrscht. Ab 2003 stand den Kunden von Krauss-Maffei Wegmann der ATF3 Dingo zur Verfügung, der ein nochmals verbessertes Fahrgestell namens UNIMOG UHN besitzt, was eine höhere Achslast erlaubt, die wiederum eine größere oder massivere Sicherheitszelle ermöglicht, um den Insassenschutz noch weiter zu erhöhen.


Einsatzspektrum

Die Hauptaufgaben des ATF Dingo sind Konvoi- und Patrouillenfahrten auf halbwegs befestigtem Untergrund. Der Dingo ist haupsächlich für Einsätze zur Friedenserhaltung insbesondere in minengefährdeten Gebieten konzipiert. Hierbei bietet er durch seinen Aufbau einen in dieser Gewichtsklasse hervorragenden Minenschutz ist aber aufgrund seiner relativ geringen Abmessungen auch noch in eng bebauten urbanen Gebieten einsetzbar. Der Schutz der Insassen hat beim Dingo oberste Priorität so daß selbst die Waffenanlage, anders als beim TPz Fuchs unter Panzerschutz bedienbar ist. Für den Einsatz in mittlerem und schwerem Gelände hingegen ist der Dingo im Gegensatz zum TPz Fuchs weniger geeignet, da er einen relativ hohen Schwerpunkt, nur 4 Räder und eine sehr weiche Federung hat. Jedoch ist das ATF Dingo luftverladbar, so daß z.B. 2 komplett ausgerüstete ATF Dingos inklusive Besatzung und deren Kampfausrüstung mit einer C-160 Transall ohne Verzögerung genauso schnell wie Infanterieeinheiten in jeden Teil der Welt verlegbar sind, wo sie sofort ihre Aufgaben wahrnehmen können.


Aufbau und Schutz

Der ATF Dingo hat einen modularen Aufbau und besteht aus folgenden 5 Teilen: Fahrgestell, Schutzzelle, Stauraum, Motorraum und Minendeflektor. Alle Baugruppen sind nur über das Fahrgestell miteinander verbunden, auf dem sie wiederum beweglich gelagert sind. Am Fahrgestell sitzen Reifen die über eine Notlauffelge verfügen mit der auch bei zerstörtem Reifenmantel eine Weiterfahrt mit maximal 50km/h oder 40km weit möglich ist. Der Motorraum befindet sich vor der Sicherheitszelle auf dem Fahrgestell und ist so beschaffen, das er den Motor vor direktem Beschuss aus Schusswaffen mit einem Kaliber bis 7,62*51mm schützt, um das Fahrzeug auch bei Beschuss bewegungsfähig zu erhalten. Der Minendeflektor hat ein V-förmiges Profil und sitzt unter der Sicherheitszelle. Er besteht aus mehreren Lagen spezieller Schutzmaterialien und leitet durch seine Form etwa die Hälfte der Energie einer möglichen Minen- oder Sprengfallenexplosion zur Seite hin ab, um der Sicherheitszelle einen zusätzlichen Schutz von unten zu bieten. Die Sicherheitszelle sitzt über dem Minendeflektor auf dem Fahrgestell und besteht aus Panzerstahl mit zusätzlichen innenliegenden Schutzmaterialien sowie 5 großen Panzerglasscheiben für eine gute Rundumsicht. Sie ist für die Aufnahme von 5 voll ausgerüsteten Soldaten ausgelegt. Die komplette Sicherheitszelle ist gegen Beschuss von Schusswaffen mit einem Kaliber bis 7,62*51mm und die Sprengkraft von 4kgTNT geschützt. Der Innenraum der Schutzzelle ist so konzipiert, das sich bei Beschuss oder einer Explosion kein Bauteil losreißen und als Geschoss die Insassen gefährden könnte. Dazu ist es jedoch auch nötig, das die Insassen darauf achten, das keine größeren Schmutzteilchen ins Wageninnere gelangen, da diese sonst bei einer Explosion zu tödlichen Geschossen werden. Der Stauraum ist hinter der Sicherheitszelle auf auf dem Fahrgestell montiert. In der unteren Hälfte des Stauraums befindet sich des explosions- und beschussgeschützte Treibstofftank. Die obere Hälfte des Stauraums ist aus Gründen der Gewichtsersparniss nicht gepanzert sondern von einer Plane über einem Stahlrahmen abgedeckt. Zur leichteren Beladung ist der Stauraum mit einer Heckklappe versehen. Die Lackierung des ATF Dingo enthält Infrarot filternde Elemente, so daß das Fahrzeug mit Wärmebildgeräten nur schwer aufzuklären ist und auch für hitzesuchende Geschosse ein schwieriges Ziel darstellt.


Bewaffnung

Der ATF Dingo verfügt über eine hydraulische Waffenstation, die vom Aufklärungsfahrzeug Fennek entliehen ist und standardmäßig mit einem MG3 im Kaliber 7,62*51mm ausgerüstet. Sie ist hinten mittig auf der Sicherheitszelle installiert und wird von einer Person bedient. Es sind vom Hersteller aus auch Ausführungen mit Granat-Maschinen-Waffe GMW 40*53mm und cal.50 mG im Angebot, jedoch von der Bundeswehr bisher(2004) nicht beschafft worden. Die Waffenstation ermöglicht es dem Schützen die Waffe unter komplettem Panzerschutz zu bedienen, wobei die Waffe sowohl elektrisch als auch manuell (Notabfeuerung) abgeschossen werden kann. Nur zum Nachladen oder bei Waffenstörungen muß der Schütze zum Teil den Panzerschutz verlassen. Die nicht benötigte Munition für die Waffe wird in der Sicherheitszelle in separaten gepanzerten Fächern gelagert um die Insassen bei Feindeinwirkung nicht zusätzlich zu gefährden. Der Seitenrichtwinkel der Waffenstation beträgt 360° und der Höhenrichtwimkel -5° und +45°. Die rein optische Zielhilfe der Waffenstation hat eine 4-fache Vergrößerung sowie einen Nachtzielgerät das jedoch Strom benötigt.


Technische Daten

Tabelle


Weblinks



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