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Assyrische Kirche des Ostens

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Die Assyrische Kirche des Ostens ist eine alte christliche Kirche, die im weiteren Sinn zu den altorientalischen Kirchen gezählt wird, aber nicht zu den monophysitischen Kirchen gehört.


Inhaltsverzeichnis


1 Synonyme und andere Sprachen

2 Verbreitung

3 Lehre

4 Gottesdienst und Praxis

5 Organisation

6 Geschichte

7 Bedeutende Angehörige der Assyrischen Kirche

8 Ökumene

9 Kontroversen

10 Weblinks


Synonyme und andere Sprachen

Der offizielle Name der Kirche ist "Assyrische Heilige Apostolische Katholische Kirche des Ostens". Andere Bezeichnungen sind "Chaldäische Kirche", ""Chaldäisch-syrische Kirche", "Persische Kirche", "Mesopotamisch-Persische Kirche" "Kirchen der Syrischen Tradition" oder "Ostsyrische Kirche". Die Bezeichnung "Nestorianer" wird nur von andern Kirchen gebraucht und ist theologisch nicht korrekt.


Die Assyrischen Christen werden manchmal auch als "Protestanten der Orthodoxen Kirche" bezeichnet.


Sie darf nicht verwechselt werden mit der Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, die zu den monophysitischen Kirchen gehört. Die Syro-Malabarischen Kirche und Chaldäisch-katholische Kirche haben sich von der Assyrischen Kirche des Ostens abgespalten und sind heute mit Rom uniiert.


Verbreitung

Heute gehören etwa 400.000 Menschen im Iran, Irak, Syrien, der Türkei, den USA und Australien der Assyrischen Kirche an. Ihr Hauptsitz war lange Zeit im Iran, ist heute aber aus politischen Gründen in Chicago in den USA.


In Deutschland gibt es eine Kirche in Wiesbaden, in Österreich eine Mission in Wien.


Lehre

Die Assyrische Kirche hält sich in der Lehre streng an das, was in der Bibel steht und lehnt alle Lehren ab, die nicht in der Schrift stehen.


Die Beschlüsse der ökumenischen Konzilien von Nicäa 325 und Konstantinopel 381 werden voll anerkannt.


Das grundlegende Glaubensbekenntnis ist das Nicäno-Konstantinopolitanum. Die Mysterien der Trinität und der Inkarnation sind zentrale Punkte der Lehre. In der Christologie vertritt sie, dass Jesus Gott und Mensch war, und dass seine zwei Naturen unvermischt, unverändert, untrennbar und ungetrennt sind.


Sakramente sind die Eucharistie (Qurbana) und die Taufe.


Der Begriff Muttergottes oder Theotokos (Gottesgebärerin) für die Jungfrau Maria wird abgelehnt, der Begriff "Mutter Christi" wird bevorzugt.


Die Nestorius vorgeworfene Häresie dass in Jesus eine göttliche und menschliche Person gewesen seien, wurde von der Assyrischen Kirche nie vertreten.


Der Monophysitismus wird ebenfalls abgelehnt.


Ein Zölibat gibt es nur für Bischöfe und Mönche. Priester dürfen heiraten, im Gegensatz zu den übrigen orthodoxen Kirchen auch nach der Priesterweihe.


Gottesdienst und Praxis

Die Kirchensprache ist aramäisch und die Bräuche sind ähnlich wie in den andern altorientalischen Kirchen. Ikonen werden allerdings abgelehnt.


Die Eucharistie wird als Qurbana (Opfer, vgl. Hebräisch Korban) bezeichnet und wird jeden Sonntag gefeiert. Es wird immer ein Teil des geweihten eucharistischen Brotes wieder in den neuen Brotteig gemischt; dieser Brauch geht nach dem Glauben der Kirche bis auf das allererste heilige Abendmahl zurück, das Jesus Christus selbst abhielt. Die Kirche verwendet in der Eucharistie heute noch eine Liturgie von Theodor von Mopsuestia aus dem 5. Jahrhundert. Die Gemeinde steht während des Gottesdienstes. Weihrauch gehört zur Liturgie.


In der siebenwöchigen Fastenzeit vor Ostern wird auf Fleisch, Eier und Milchprodukte verzichtet.


Kirchenfeste sind Christi Geburt, Epiphanias, Palmsonntag, Auferstehung, Himmelfahrt, Pfingsten, Fest des Kreuzes, und Heiligung der Kirche.


Von Theodor von Mopsuestia hat die Assyrische Kirche, als einzige orthodoxe Kirche, das Konzept der Allversöhnung in die Liturgie aufgenommen.


Organisation

Das Oberhaupt der Assyrischen Kirche des Ostens ist der Katholikos-Patriarch. Gegenwärtiger Inhaber des Amts ist Seine Heiligkeit Mar Dinkha IV. Khanania (geb. 1935).


Ein Bischof muss durch mindestens zwei (oder mehr) Bischöfe geweiht werden, die ihrerseits in der Apostolischen Sukzession und vollen Kommunion mit der Kirche stehen. Er bleibt so lange legitimer Bischof, wie er selbst in der vollen Kommunion mit der Assyrischen Kirche des Ostens steht.


Geschichte

Die Assyrische Kirche des Ostens führt sich zurück auf den Apostel Thaddäus (aramäisch: Mar Addai), der zwischen den Jahren 37 und 65 in Mesopotamien predigte, rechnet sich also zu den apostolischen Kirchen und den ältesten Kirchen der Welt (nach Jerusalem und Antiochia).


Der erste Bischofssitz war Edessa im heutigen Syrien, dann ab dem dritten Jahrhundert Seleucia im heutigen Iran.


Im der Rivalität der Lehre zwischen der Alexandrinischen Schule und der Antiochenische Schule hielt sich die Assyrische Kirche an Antiochia.


Im nestorianischen Streit des frühen 5. Jahrhunderts nahm die Assyrische Kirche Partei für Nestorius, weil Nestorius selbst in ihrer Sicht die ihm vorgeworfene Häresie nicht vertrat und ein orthodoxes Christentum lehrte, und folgerichtig weigerte sie sich daher, ihn zu exkommunizieren. Entgegen weitverbreiteter Annahmen wurde die Assyrische Kirche des Ostens nicht von Nestorius gegründet - Nestorius stammte aus Antiochia, gehörte nie der Assyrischen Kirche an und hatte nie irgendein Amt dort, geschweige denn Bischof oder Patriarch.


Sie gehörte jahrhundertelang zu den lebendigsten christlichen Kirchen, die in großen Teilen Asiens missionarisch tätig war.


Es gab chaldäische Gemeinden entlang der ganzen Seidenstrasse und vom 7. bis 9. Jahrhundert auch in China, nach Ansicht mancher Forscher sogar in Japan. Im 13. und 14. Jahrhundert fanden europäische Reisende an der indischen Südküste und in Ceylon alteingesessene christliche Kirchen, deren Kirchensprache das Syrische war. Im 13. Jahrhundert hatte der Patriarch der Nestorianer eine Hierarchie von 25 Metropoliten und etwa 250 Bischöfen (zum Vergleich: am etwa gleichzeitigen 4. Laterankonzil, einem der Höhepunkte der mittelalterlichen Papstkirche, nahmen 400 Bischöfe teil). Im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit schrumpfte die Kirche aber unter dem ständigen Druck von Islam, Hinduismus und Buddhismus stark zusammen.


Die indischen Christen standen seit dem 4. Jahrhundert unter ihrer Jurisdiktion, bis die Portugiesen im 16. Jahrhundert den Anschluss an die römisch-katholische Kirche mit Gewalt durchsetzten.


Kulturell spielte die Assyrische Kirche eine wichtige Rolle bei der Tradierung des Wissens der Antike: es waren chaldäische Christen, die am Hof der arabischen Kalifen die griechischen Philosophen, vor allem Aristoteles, übersetzten - die dann über diesen Umweg einige hundert Jahre später auch in Europa wieder bekannt wurden.


Bedeutende Angehörige der Assyrischen Kirche



Ökumene

Die Assyrische Kirche des Ostens ist Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen.


Besonders enge Beziehungen bestehen zur mit Rom uniierten Chaldäisch-katholischen Kirche, wo unter gewissen Bedingungen auch eine gegenseitige Teilnahme an der Eucharistie möglich ist.


Kontroversen

Weblinks

http://home.t-online.de/home/niko.wy/homepage.htm
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