Ashoka (Sanskrit), Asoka (Pali) war ein Herrscher der altindischenMaurya-Dynastie und regierte ca. 268 v. Chr. - 232 v. Chr.).
Die Maurya-Dynastie geht zurück auf Chandragupta Maurya, der im nordostindischen Reich Magadha (Gebiet des heutigen Bihar) und Kernland des frühen Buddhismus die Grundlagen für das größte Reich der indischen Antike legte.
Chandragupta herrschte um 322 v. Chr. - 300 v. Chr. Sein Nachfolger war Bindusara (reg. ca. 300 v. Chr. - 270 v. Chr.).
Ihm wiederum folgte Ashoka als dritter Herrscher der Maurya-Dynastie.
Zunächst war Ashoka damit befasst, das wachsende Großreich durch neue Eroberungen zu erweitern. Die letzte Etappe auf diesem Weg bildete die Einnahme Kalingas im Osten Indiens (Gebiet des heutigen Orissa).
Nach der blutigen und verlustreichen Unterwerfung Kalingas wurde Ashoka angesichts des Leids und Elends, die seine Eroberungszüge mit sich brachten, von einer psychischen Krise erfasst.
Er verbot die Kriegführung und ermahnte seine Untertanen, generell auf jede Gewaltanwendung zu verzichten (unter anderem durch Verbot der blutigen Tieropfer und Propagierung des Vegetariertums).
Jede Aggression ablehnend, strebte er fortan nach freundschaftlichen Beziehungen mit seinen Nachbarn.
In seinem Reich unterstellte er die Verwaltung der staatlichen Kontrolle, beendete die steuerliche Willkür, förderte die gerechte Verteilung von Landbesitz, errichtete Schulen und Krankenhäuser (auch Tierhospitäler) und ließ die Prinzipien seiner auf den Lehren des Buddhismus beruhenden Politik im ganzen Land verbreiten (so genanntes Säulen-Edikte des Ashoka).
Ashoka dezentralisierte weiter die Verwaltung seines Riesenreichs, das den ganzen indischen Subkontinent - mit Ausnahme des südlichsten Zipfels (dravidische Staaten) - umfasste.
Durch diese Dezentralisierung des weitläufigen Herrschaftsgebietes, das durch verschiedene Vizekönige verwaltet wurde, war freilich der frühe Zerfall der Reichseinheit vorgezeichnet, die ab dem Jahr 184 v. Chr. einsetzte.
Die Herrschaft des Ashoka war auch und vor allem für den Buddhismus, den er - unter gleichzeitiger Respektierung auch anderer Lehren - eifrig förderte, von großer Bedeutung.
Unter seiner Herrschaft fasste die Lehre auch in Ceylon, dem heutigen Sri Lanka Fuß.
Überdies entsandte er erste religiöse Gesandtschaften nach Kleinasien (Syrien, Ägypten, Griechenland, Makedonien), die Kunde von der friedfertigen buddhistischen Botschaft verbreiten sollten.
Unter seiner Patronage fand im Jahre 253 v. Chr. oder 250 v. Chr. ein buddhistisches Konzil statt, das nach Pataliputra (heute: Patna), der Hauptstadt des Maurya-Reiches, einberufen wurde.
Historisch gilt Ashoka als der größte Herrscher der indischen Antike und als erster Vertreter eines sozialen Wohlfahrtsstaates in der Geschichte der Menschheit.
In Indien wird er bis heute als herausragendes Beispiel einer gerechten und friedfertigen Politik verehrt.
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