Artikel 20 des Deutschen Grundgesetzes. Inhalt dieses Artikels sind Verfassungsgrundsätze und das Widerstandsrecht. Dieser Artikel darf vom Sinngehalt nicht verändert werden. Der Absatz 4 wurde durch die Notstandsgesetze eingeführt.
(2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.
(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.
(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.
Erläuterung zu den einzelnen Absätzen
Absatz 1:
In Absatz 1 werden die Hauptziele der Bundesrepublik Deutschland festgesetzt, nämlich Demokratie (wie in den vorangegangen Artikel mit den Grundrechten und den nachfolgenden Artikeln über den Staatsaufbau) und soziales Denken durch das Sozialstaatspostulat (hierdurch wird u.a. das Recht auf Sozialhilfe hergeleitet). Durch das Wort "Bundesstaat" wird festgelegt, dass Deutschland föderal ist.
Absatz 2:
Das Volk als Souverän, dass durch "besondere Organe der Gesetzgebung" (Legislative), also Bundestag, Bundesrat und Landtage, "der vollziehenden Gewalt" (Exekutive), Regierungen und Verwaltung, und "der Rechtsprechung" (Judikative), also alle Gerichte, vertreten wird. Diese Organe üben repräsentativ für das Volk die Staatsgewalt aus. Das Volk hat auf jeden Fall das Recht, die drei Gewalten durch Wahlen und Abstimmungen zu leiten. Damit folgt Deutschland dem Prinzip der mittelbaren Demokratie.
Absatz 3:
Diese verdeutlicht nochmal die unbedingte Gewaltenteilung und verpflichtet die Legislative bei ihrer Gesetzgebung auf jeden Fall an die Grundgedanken und Grundzielen des Grundgesetzes festzuhalten. Hiervon kann man herleiten, dass Gesetze die nicht Grundgesetz-konform sind ungültig sind und aufgehoben werden müssen. Sowohl der Inhalt der Gesetze als auch die Entstehung dieser Gesetze müssen mit dem Grundgesetz übereinstimmen. Die Judikative und die Exekutive sind verpflichtet sich an die von der Legislative verabschiedeten Gesetze zu halten und sind so an sie gebunden.
Absatz 4:
Das Widerstandsrecht ist mit der Einführung der Notstandsgesetzgebung in das Grundgesetz 1969 eingeführt worden. Der Widerstand gegen jeden, der es unternimmt die Grundfesten der Bundesrepublik Deutschland zu zerstören, ist somit rechtlich abgesichert und zwar noch bevor die Ordnung gefährdet worden ist, die Vorbereitungen zu diesem Umsturz dürfen auch bekämpft werden. Deutsche, also Ausländer eindeutig ausgenommen, dürfen dieses Recht aber nur als Ultima Ratio nutzen, es müssen alle anderen Mittel vorher ausgeschöpft sein. Nach Meinung einiger Sozialwissenschaftler haben die Widerständler auch das Recht, Anschläge und Morde zu begehen um die grundgesetzliche Ordnung wieder herzustellen.
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