Manuel José de Arriaga Brum da Silveira (* 8. Juni1840 in Horta; † 1917 in Lissabon) war ein portugiesischer Politiker. Er war von 1911 bis 1915 der erste verfasungsmäßige Präsident Portugals nach dem Fall der Monarchie und der Ausrufung der ersten Republik.
Leben
In seiner Jugend studierte Manuel de Arriaga Rechtswissenschaften an der Universität Coimbra. Dort kam er auch mit republikanischen Ideen in Berührung. Seine Begeisterung für die Republikaner führte zu einem schweren Konflikt mit seinem Vater, der ihn aus diesem Grunde enterbte. 1890 wurde er wegen seiner Beteiligung an republikanischen Demonstrationen kurz verhaftet. 1891 wird in das Direktorium der Republikanischen Partei gewählt. 1892 wird er für die Republikaner zum ersten Mal in das portugiesische Parlament, die Cortes gewählt. Nach der Revolution von 1910 ist er zunächst Rektor der Universität Coimbra, danach Generalstaatsanwalt. Außerdem wird er zum Abgeordneten in der verfassungsgebenden Nationalversammlung gewählt. Nachdem diese 1911 eine neue republikanische Verfassung verabschiedet hat, setzt er sich bei den ersten Präsidentschaftswahlen nach dieser Verfassung gegen seinen Gegenkandidaten Bernardino Machado durch. Dieser war ebenfalls von der Republikanischen Partei aufgestellt und repräsentierte den radikalen Flügel der Partei (die Anhänger von Afonso Costa), der sich kurze Zeit später als Demokratische Partei konstituierte. De Arriaga wurde so Nachfolger von Teófilo Braga, der nach der Abdankung König Emanuel II. zunächst als Übergangspräsident fungiert hatte.
De Arriaga war ein ausgezeichneter Redner, einige seiner Reden gaben der republikanischen Bewegung in Portugal wichtige Impulse. Er legte Wert auf ein gutes Verhältnis zur katholischen Kirche und stand deshalb im Gegensatz zum dem militanten Antiklerikalismus, der von anderen führenden republikanischen Politikern, besonders Afonso Costa, gepflegt wurde.
Die Präsidentschaft de Arriagas war von großen innenpolitischen Problemen überschattet. Die Republikanische Partei spaltete sich in verschiedene Parteien auf, die Zersplitterung der Parteienlandschaft führte dazu, dass eine Regierungsmehrheit im Parlament nicht mehr zu erreichen war. Die Verfassung gab Präsident de Arriage nicht die Befugnis das Parlament aufzulösen, so dass dieser gezwungen war, immer neue Regierungen zu ernennen, die alle nach kurzer Zeit scheiterten. Die Frage, ob Portugal in den ersten Welkrieg eintreten sollte, spaltete noch zusätzlich das Land. Dazu kamen auch noch monarchistische Aufstände, geschürt vor allem von Hauptmann de Paiva Couceiro.
Dies alles führte dazu, dass de Arriage schließlich keine andere Wahl mehr hatte, als einen Militär, General Pimenta de Castro zum Regierungschef zu ernennen. Dieser putscht nach kurzer Zeit, suspendiert die Verfassung und löst das Parlament auf. Die Diktatur Pimento de Castro wurde am 14. Mai1915 durch einen republikanischen Aufstand gestürzt. Auch Präsident de Arriaga war diskreditiert, da er ja schließlich Pimento de Castro zum Regierungschef ernannt hatte. Nach dessen Sturz wurde de Arriaga deshalb zum Rücktritt gezwungen, Teófilo Braga wurde erneut für kurze Zeit Übergangspräsident.
Manuel de Arriaga war einmal verheiratet und hatte sechs Kinder.
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