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Arnika

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Die Arnika (Arnica montana), auch Berg-Wohlverleih genannt, gehört zur Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae), Gattung Arnika und ist eine gelb blühende, krautige Pflanze. Hauptinhaltsstoffe sind verschiedene Flavonoide, die für die antiphlogistische Wirkung verantwortlich sein sollen.


Arnika steht unter Naturschutz.


Inhaltsverzeichnis


1 Beschreibung

2 Vorkommen

3 Arnika als Heilpflanze

4 Arnika im Aberglaube

5 Besonderheiten

6 Literatur


Beschreibung

Die meist einzelstehenden orangegelben Blüten werden ca. 4,5-6 cm groß. Die weichharige Staude selbst wird ca. 20-60 cm hoch. Die Blütezeit ist Mai bis August.


Vorkommen

Arnika bevorzugt saure und magere Wiesen und ist kalkmeidend. Im Gebirge ist sie bis auf eine Höhe von 2800 m anzutreffen.


Arnika als Heilpflanze

Alle Teile der Pflanze sind giftig; u.a. enthält Arnika das giftige Helenalin, deswegen sollte Arnika als Selbstmedikation nicht innerlich angewendet werden. Das Laub kann aufgrund des Wirkstoffes Arnicin Hautreizungen hervorrufen.


Den antiken Schriftstellern war Arnika als Heilpflanze nicht bekannt. Die wohl früheste Erwähnung findet sich bei der hl. Hildegard von Bingen. Bei der von ihr als »Wolfsgelegena« bezeichneten Pflanze könnte es sich um die Arnika handeln. Ende des Mittelalters war sie dann eine bekannte Wundheilpfanze.


Umschläge mit Arnika-Tinktur helfen bei Zerrungen von Muskeln und Sehnen, bei Faserrissen und Quetschungen. Blutergüsse klingen mit Hilfe von Arnika-Umschlägen schneller ab, da die Resorption verbessert wird. Diese Wirkung ist auf den Wirkstoff Helenalin zurückzuführen. Bei zu hoher Konzentration von Arnika-Tinktur kann es allerdings zu Reizungen und Schädigungen der Haut kommen, eine Einnahme kann sogar zu Atemlähmung und Herzstillstand führen.


Arnika war in manchen Herz- und Kreislaufmitteln enthalten. Schon Johann Wolfgang von Goethe soll sein flatterndes Herz mit Arnikatropfen beruhigt haben. Moderne experimentelle Untersuchungen bestätigten die volksmedizinische Verwendung bei Herzschwäche. Die in der Arnika enthaltenen Flavonoide steigern die Durchblutung der Herzkranzgefäße, wodurch es zu einer verbesserten Leistung der Herzmuskulatur kommt. Allerdings kann es bei der innerlichen Einnahme bei zu hoher Dosierung zu gefährlichen Nebenwirkungen wie Schwindel, Durchfall, Herzrhythmusstörungen und Muskelzittern kommen, weshalb nur auf die exakt dosierten Fertigpräparate zurückgegriffen werden sollte.


Arnika im Aberglaube

Hildegard von Bingen mag eine der ersten gewesen sein, die die heilende Wirkung dieser Pflanze erkannt hat. Sie schrieb ihr jedoch auch beachtliche magische Kräfte zu:


Wenn ein Mann oder eine Frau in Liebe erglüht, dann wird, wenn jemand sie oder ihn auf der Haut mit Wolfesgelena (=Arnika) berührt, der Berührte in der Liebe zum anderen verbrennen, und wenn das Kraut vertrocknet ist, dann werden Mann oder Frau durch die Liebesglut fast rasend, so dass sie schließlich unsinnig werden.


Die Arnika zählt zu den alten Zauberpflanzen, worauf einige volkstümliche Namen hindeuten, z.B. Donnerwurz, Wolfsbanner, Johannisblume. Als leuchtend gelb blühende Pflanze spielte sie früher im Kult der Sommersonnwende eine Rolle. Viele dieser heidnischen Bräuche gingen dann ins volkstümliche Brauchtum über. So galten z.B. die am Johannistag, also dem 24. Juni, dem Tag der Sonnenwende, gesammelten Blüten als besonders heilkräftig.


Am Vorabend zum Johannistags steckten Bauern Arnikasträuße an die Ecken ihrer Getreidefelder. Dies sollte den "Bilmesschnitter" davon abhalten, das Getreide zu vernichten. Dieser war ein Korndämon und ging besonders gerne um die Zeit der Sommersonnenwende über die Getreidefelder und legte dort die Halme um. Dieser Aberglaube beruht aber wahrscheinlich auf guter Beobachtungsgabe, denn auf Arnikapflanzen legt die Arnikafliege (Trypeta arnica), ein Getreidenützling, die Eier ab.


In einigen Gegenden zählt Arnika auch zu den Blumen, die in den Strauß der Kräuterweihe an Maria Himmelfahrt, dem 15. August gehörte. Damit zählt Arnika zu den Marienpflanzen. Möglicherweise war sie schon in vorchristlicher Zeit der Muttergöttin Freyja (oder Freia) zugeordnet.


Besonderheiten

Arnika wurde früher dem Schnupftabak zugesetzt, denn die getrockneten Blätter reizten die Nasenschleimhäute. Gemeinsam mit Huflattich und Königskerzenblüten wurde Arnika auch als Kräutertabak geraucht.


Literatur

  • Hartwig Abraham und Inge Thinnes; Hexenkraut und Zaubertrank, Unsere Heilpflanzen in Sagen, Aberglauben und Legenden, Greifsberg 1995
  • Detlef Arens, Sechzig einheimische Wildplanzen in lebendigen Porträts, Köln 1991
  • Manfred Bocksch, Das praktische Buch der Heilpflanzen, München
  • Gertrud Scherf; Zauberpflanzen, Hexenkräuter - Magie und Mythos heimischer Wild- und Kulturpflanzen, München 2002


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