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Arlberg

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Inhaltsverzeichnis


1 Allgemeines

2 Passstraße und Arlberg-Straßentunnel

3 Arlbergbahn

  3.1 Vorgeschichte und Bau

  3.2 Entwicklung des Betriebes


Allgemeines

Der Arlberg ist ein Gebirgsstock zwischen Vorarlberg und Tirol.


Der höchste Gipfel ist der Valluga mit 2.809 Metern. Der Name Arlberg leitet sich nach einer Überlieferung von der Arlenburg ab, die zu Füßen des Arlbergpasses (1793 m ü. NN) auf Tiroler Seite einst gelegen haben soll; eine andere Geschichte will den Namen von den hier sehr zahlreichen Arlenbüsche ableiten. Einen Berg mit dem Namen Arlberg gibt es nicht. Bekannte Orte am Arlberg sind Lech, Zürs am Arlberg, Stuben am Arlberg, St. Christoph am Arlberg und St. Anton am Arlberg.


Passstraße und Arlberg-Straßentunnel

Die alte Passstrecke ist bereits seit dem 14. Jahrhundert in Form eines schmalen Saumpfades bekannt, als man begann, mit Salz in dieser Gegend zu handeln. Da jedoch der Arlberg sehr schlecht erschlossen war, mied man über Jahrhunderte hinweg die Strecke und nahm Umwege über den Fernpass oder Immenstadt in Kauf. Die Entwicklung der Textilindustrie und des Postverkehres führten jedoch bis 1824 zu einer Befestigung der Straße.


Mit der Zunahme des Kraftverkehrs im 20. Jahrhundert war diese jedoch unzureichend geworden. Man entschied sich für den Bau eines 13,97 km langen Straßentunnels zwischen Langen und St. Anton. Am 5. Juli 1974 begannen die Arbeiten, der Durchstich war am 9. Oktober 1977, so dass am 1. Dezember 1978 der Verkehr freigegeben werden konnte. Für die Querung des Tunnels muss der Kraftfahrer eine Maut entrichten, oder er benutzt die alte Straße über den Pass. Eine Besonderheit des Straßentunnels ist, dass er eigentlich aus zwei Tunneln besteht. Auf Tiroler Seite wird er nämlich noch einmal von der Rosannaschlucht durchtrennt, bevor sich das eigentliche Massiv in Richtung Vorarlberg über die Röhre erhebt.


Arlbergbahn

Vorgeschichte und Bau


[Bild:] Gedenkstein im Bahnhof St. Anton am Arlberg

Bereits 1845 war eine Bahn über den Arlbergpass im Gespräch, als die Engländer nach einer Schienenverbindung für den Verkehr von England nach Ägypten suchten. Zwei Jahre später fand sich in dem Feldkircher Textilindustriellen Carl Ganahl auch ein einheimischer Unterstützer des Baus. Doch gab es damals noch zu viele (technische) Vorbehalte. Die Eröffnung der Semmeringbahn (1854 zeigte jedoch, dass eine Gebirgsbahn über den Arlberg keineswegs umöglich ist.


Erst 1880 konnte man mit dem Bau beginnen, dafür schritt dieser viel schneller als geplant voran (eine Fertigstellung war nicht vor Herbst 1885 zu erwarten): Schon am 29. Mai 1883 wurde die Talstrecke von Innsbruck nach Landeck in Betrieb genommen. Am 21. September 1884 folgte schließlich die gesamte Strecke, inklusive des vorerst einspurigen, 10.249,9 Meter langen Arlbergtunnels. Im Gegensatz zu anderen Alpentunnelprojekten dieser Zeit gab es am Arlberg wenige Probleme. Trotzdem forderte allein der Tunnelbau 92 Menschenleben.


Entwicklung des Betriebes

Mit der Eröffnung wurde tatsächlich eine völlig neue Verbindung zwischen dem Bodensee und der Adria geschaffen. Der Verkehr entwickelte sich so erfreulich, dass bereits am 15. Juli 1885 das zweite Gleis durch den von Anfang an zweigleisig projektierten Arlbergtunnel eröffnet werden konnte. Vorzeigezug der Arlberg-Strecke wurde der Arlberg-Orient-Express, der ausschließlich Schlafwagen, Speisewagen und Salonwagen der ersten Klasse von London nach Bukarest mitführte.


Als problematisch erwies sich früh der Dampfbetrieb: Der Tunnel machte die Durchfahrten zu einem besonders schwefelsäurehaltigen Problem. Die Steigungen von bis zu 31 Promille auf der West- und 27 Promille auf der Ostrampe machten den Dampfloks ebenfalls zu schaffen. Am 20. November 1924 beseitigte man das Problem mit der Elektrifizierung des Tunnels ein für allemal. 1925 folgten schließlich noch die Rampenstrecken. Die Elektrifizierung der Bahn fand vorausschauend mit dem System 15 kV, 16 2/3 Hz statt. Von nun an konnten viel schwerere Züge über die Strecke geschleppt werden. Als Folge mussten jedoch Gleise und Kunstbauten für die erhöhten Achslasten ertüchtigt werden. Dazu gehörte auch 1964 die Erneuerung der bekannten Trisannabrücke bei Schloss Wiesberg.


Insgesamt hat sich bis heute der Verkehr trotz Konkurrenz durch den Straßentunnel so stark entwickelt, dass mittlerweile auch die Zufahrtsstrecken fast durchgehend zweigleisig sind. Über die Verbindung rollen schnelle InterCity-Züge von Wien nach Vorarlberg. Der Bahnhof St. Anton am Arlberg am Ostportal des Tunnels wurde anlässlich der Ski-WM 2001 aus dem Ort heraus auf die Südseite des Ortes verlegt und völlig neu gestaltet. Auf den Talstrecken rollen moderne Regionalzüge mit Triebwagen der Reihe 4020.


Siehe auch: Liste von Eisenbahnstrecken in Österreich


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