Josef von Arimathäa oder Joseph von Arimathia war ein reicher Jude und wahrscheinlich ein Mitglied des Synedriums, des altjüdischen Gerichts in Jerusalem, der aber zum JüngerJesu geworden war. Nach der Kreuzigung von Jesus Christus bat er den römischen Statthalter Pontius Pilatus um den Leichnam, um ihn in sein eigentlich für sich selbst bestimmtes Felsengrab zu legen (Mt 27, 57 ? 61).
Josef hatte bereits vorsorglich ein eigenes Grab für sich selbst ausgesucht. Es lag in der Nähe der Kreuzigungsstätte Golgota und hier setzte man Jesus bei, von wo der christliche Erlöser drei Tage später auferstand.
Nach einer Legende sammelte Josef von Arimathäa das Blut Christi in einer Schale. Das Blut stammte aus der Wunde, die der römische Hauptmann Longinus Jesus mit seiner Lanze zugefügt hatte.
Das apokryphe »Evangelium des Nikodemus« (5. Jahrhundert) schreibt die biblische Geschichte des Josef von Arimathäa fort. Als der Leichnam Jesu durch seine Auferstehung aus dem Grab verschwunden war, wird Josef verhaftet und des Leichenraubs beschuldigt, zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Kerker erscheint ihm Jesus, übergibt ihm den Kelch und bestimmt ihn zu dessen Hüter. Josef soll nur wegen der Kraft des Kelches den Kerker überlebt haben. Jeden Tag kam eine Taube und legte ein Stück Brot darauf.
Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis soll der greise Josef seiner Heimat den Rücken gekehrt haben.
Danach soll Josef (oder sein Schwager Bron mit seinem Sohn Alan) den Gral nach England gebracht und dort eine kleine Kirche in Glastonbury, in Somerset, gegründet haben. Diese Kirche brannte 1184 ab und wurde durch die Abtei ersetzt, die im Jahr 1539 von König Henry VIII. zerstört wurde, und von der heute nur noch die Ruinen erhalten sind.
Diese Schale wurde in zahlreichen Legenden als Heiliger Gral zum Gegenstand der Suche vieler Ritter. Besonders berühmt ist die Gralssuche der Ritter an der Tafelrunde des König Artus. Als der Gral eines Tages verschwunden war, machten es sich die Ritter der Tafelrunde zur heiligen Aufgabe, den Gral zu suchen, aber nur Galahad war es vergönnt, das Heiligtum zu schauen. Ihm soll der damals bereits vor über dreihundert Jahren verstorbene Josef den Gral überreicht haben.
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