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Archaeopteryx

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Der (oder die) Archaeopteryx ist der früheste bekannte Vorläufer der heutigen Vögel.


Der Name "Archaeopteryx" ist aus den altgriechischen Wörtern archaios (uralt) und pteryx (Flügel, Vogel) zusammengesetzt und kann mit Urvogel übersetzt werden.


Inhaltsverzeichnis


1 Rekonstruktionsversuch

2 Bedeutung für die Evolutionstheorie

3 Fundstücke

4 Biologische Einordnung

5 Literatur

6 Weblinks


Rekonstruktionsversuch

Bedeutung für die Evolutionstheorie

Der Archaeopteryx ist eines der wertvollsten und berühmtesten Fossilien der Welt.


Charles Darwin hatte in der von ihm entwickelten Evolutionstheorie vorhergesagt, dass es bei der Entwicklung neuer Arten Übergangsformen geben sollte, die noch Merkmale der alten, aber auch schon Merkmale der neuen Art besitzen müssten. Als Darwin seine Theorie veröffentlichte, waren noch keine solchen Fossilien bekannt, sie wurden deshalb als Missing Link (fehlendes Bindeglied) bezeichnet.


Der Archaeopteryx war das erste Fossil, an dem bereits deutliche Merkmale von Vögeln, aber auch noch solche von Reptilien bzw. Sauriern zu erkennen waren. So besaß er schon Federn, hatte aber noch Finger mit Krallen, einen langen knöchernen Schwanz und statt eines Hornschnabels einen knöchernen Kiefer mit Zähnen. Der Archaeopteryx ist damit ein wichtiges Indiz für die Richtigkeit der Darwinschen Evolutionstheorie.


Fundstücke

Bisher wurden nur sieben Exemplare der Gattung Archaeopteryx sowie eine Feder gefunden. Alle gefundenen Fossilien stammten aus den Schichten des oberen weißen Jura in den Steinbrüchen bei Eichstätt und Solnhofen. Der Abdruck der einzelnen Feder wurde 1860 entdeckt, das erste Skelett 1861 und das bisher letzte Exemplar 1997.


Dabei handelt es sich um folgende Stücke (geordnet nach dem Zeitpunkt, an dem der jeweilige Fund erstmalig als Archaeopteryx erkannt wurde):


  • 1. Die Feder, gefunden 1860 im Gemeindesteinbruch Solnhofen und 1861 beschrieben von Hermann von Mayer, war der erste bekannt gewordene Fund. Der eine Teil des Abdrucks befindet sich im Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin, die andere Seite im Paläontologischen Museum in München.
  • 2. Das Londoner Exemplar, gefunden 1861 auf der Langenaltheimer Haardt bei Solnhofen, gehört zu den drei bedeutendsten Exemplaren. Es war das erste gefundene Skelett und ist das Typus-Exemplar der Art Archaeopteryx lithographica. Es wurde wenige Monate nach dem Fund vom Londoner British Museum of Natural History erworben.
  • 3. Das Berliner Exemplar (1877 auf dem Blumenberg bei Eichstätt), gilt mit seinen deutlichen Federabdrücken und einem erhaltenen Schädel als das wahrscheinlich schönste und vollständigste Stück. Nur durch die Unterstützung durch Werner von Siemens konnte dieses Skelett für ein deutsches Museum erworben werden. Es lagert seitdem im Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität.
  • 4. Das Maxberger Exemplar (1956 auf der Langenaltheimer Haardt bei Solnhofen), eine Torso mit einigen Federabdrücken, befand sich bis zum Tod des Entdeckers 1991 in dessen Privatbesitz. Seitdem gilt es als verschollen.
  • 5. Das Haarlemer Exemplar (1855 in Riedenburg) wurde schon 1855, also fünf Jahre vor der Feder gefunden, aber erst 1970 dem Archaeopteryx zugeordnet. Das Fragment ist in Besitz des Teyler's Museum, Haarlem.
  • 6. Das Eichstätter Exemplar (1951 in Workerszell bei Eichstätt), galt zunächst als Compsognathus, wurde 1973 wieder entdeckt und 1974 von P. Wellnhofer beschrieben. Das Jura-Museum in Eichstätt verfügt über diesen Fund.
  • 7. Das Solnhofener Exemplar wurde in den 60er Jahren von einem türkischen Gastarbeiter in der Nähe von Eichstätt entdeckt und zunächst ebenfalls fälschlich als Compsognathus bestimmt, 1988 aber durch P. Wellnhofer beschrieben. Es hängt im Bürgermeister-Müller-Museum zu Solnhofen. (2001 entschied das Oberlandesgericht Nürnberg, dass das Fossil nicht an einen Steinbruchbesitzer herausgegeben werden muss, der behauptet hatte, es sei 1985 von seinem Besitz entwendet worden. Die Abweisung der Klage ist mittlerweile rechtkräftig; dennoch ist die tatsächliche Herkunft immer noch nicht restlos geklärt)
  • 8. Das Exemplar des Solnhofener Aktienvereins (Sommer 1992, in einem Steinbruch der "Solenhofer Aktien-Verein AG" auf der Langenaltheimer Haardt bei Solnhofen) kann im Paläontologischen Museum München besichtigt werden. 1993 wurde der Fund von P. Wellnhofer als neue Art Archaeopteryx bavarica in die Wissenschaft eingeführt. Die schönen Federabdrücke und das sehr gut erhaltene Skelett ermöglichten zahlreiche neue Erkenntnisse, so weist ein, ähnlich wie bei modernen Vögeln, ausgebildetes Brustbein auf möglicherweise doch recht gute Flugfähigkeiten hin. Auch zahlreiche Details des Schädels, des Kiefers und des Schwanzes des elstergroßen Urvogels öffneten neue Blickwinkel auf die Evolution der Vögel. Durch diese Besonderheiten gehört dieser letzte große Fund zweifellos zu den drei bedeutendsten, manche halten ihn sogar für schöner als das Berliner Exemplar.


Ein sehr fragmentarischer, achter Fund ist seit 1997 nur durch einen Abguss bekannt, unbekannt sind aber Besitzer und Aufbewahrungsort.


Im Jahr 2004 wurde über einen weiteren, ebenfalls fragmentarischen Fund berichtet, der sich jetzt im Bürgermeister-Müller-Museum Solnhofen befindet.


Biologische Einordnung

Ob Archaeopteryx, der vor rund 150 Millionen Jahre lebte, richtig fliegen oder nur von Bäumen herabgleiten konnte, ist bis heute unter den Experten umstritten.


Bekannte Arten:


  • Archaeopteryx lithographica (auch Archaeopteryx siemensi, Archaeopteryx macrura)
  • Archaeopteryx bavarica


Weitere sehr vogelähnliche Fossilien sind unter anderen die so genannten 'gefiederten Dinosaurier':




Literatur

  • Chambers, Paul: Die Archaeopteryx-Saga. Das Rätsel des Urvogels, Zweitausendeins : Frankfurt/a.M. 2003, 304 S., ISBN_3-8077-0139-7


Weblinks



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