Er war der älteste Sohn von Kaiser Theodosius I. und Flacilla und Bruder des Honorius, des weströmischen Kaisers. Sein Vater hatte ihn im Januar 383 zum Augustus (in der Spätantike Mitkaiser bedeutend) ernannt, gab ihm jedoch nur geringen Spielraum. Federführend war der jeweilige Praefectus praetorio (der höchste zivile Verwaltungsbeamte). Nach dem Tod des Theodosius im Januar 395 bestieg Arcadius den Thron des Ostreiches.
Nun versuchte er einen eigenen Kurs gegen seinen mächtigsten Berater, Rufinus, durchzusetzen. Er erliess mehrere Gesetze gegen die Häresie und präsentierte sich als christlicher Kaiser, obwohl er seine Ausbildung von heidnischen Lehrern erhalten hatte. Anstatt nun die Tochter des Rufinus zur Frau zu nehmen, heiratete er Aelia Eudokia, die Tochter des Bauto, eines ehemaligen Magister militum unter Gratian. Dennoch behielt Rufinus die Macht in den Händen und befand sich in einer ähnlichen Position wie im Westreich Stilicho.
Zwischen diesen beiden kam es auch zu Spannungen in Frage des Besitzanspruches einiger Provinzen im Illyricum, die Stilicho für das Westreich beanspruchte. Rufinus wurde schließlich in Anwesenheit des Kaisers bei einer Parade getötet, und seinen Platz nahm Eutropius ein, der aber aufgrund einiger Fehlentscheidungen 399 hingerichtet wurde.
In diesen Jahren stand das Ostreich unter dem Druck mehrere Barbareneinfälle. Die Westgoten unter Alarich drangen mehrmals tief in oströmisches Territorium ein, während es gleichzeitig zu Revolten unter den germanischen Hilfstruppen kam. Dennoch konnte Arcadius in diesen Jahren wohl ungehindert vom Einfluss seiner Berater regieren. Nach dem Tod der Eudoxia 404 trat Anthemius jedoch als wichtigster Berater des Kaisers hervor, in dessen Schatten der Kaiser nun völlig verschwand. Dennoch muss gesagt werden, dass Anthemius seinen Pflichten mit großer Sorgfalt nachkam.
Nach dem Tod des Kaisers bestieg sein Sohn Theodosius II. den Thron. Die Regierungszeit des Arcadius war eine kritische für die Entwicklung Ostroms: An den Grenzen wurde es bedroht (im Norden und Nordwesten von den Germanen, teilweise sogar von Westrom, im Osten von den Sassaniden), im Inneren kam es zu Aufständen, und das West- und Ostreich entfernten sich immer mehr von einander. Arcadius und seine Berater reagierten oft nur statt zu agieren, und er selbst, dem ein wohlwollender Charakter bescheinigt wurde, wenn er auch nicht sehr intelligent gewesen sein soll, war dieser Situation nicht gewachsen. Allerdings muss dabei auch der Tatsache Rechnung getragen werden, dass er etwa seit seinem 6 Lebensjahr unter der Bevormundung seiner Berater gestanden hatte. Dennoch überstand Ostrom diese Zeit relativ sicher, während das Westreich Auflösungserscheinungen zeigte.
Literatur
A.H.M. Jones: The Later Roman Empire (284-602), 3 Bde., Oxford 1964 (Nachdruck in 2 Bde., Baltimore 1986).
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