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Arbing (Mühlviertel)

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Arbing ist eine Ortsgemeinde mit rund 1400 Einwohnern und liegt in Oberösterreich, genauer gesagt im unteren Mühlviertel in der Nähe von Perg. Das Gemeindegebiet von Arbing liegt am Übergang vom Hügelland des Mühlviertels in die Fruchtbare Donauebene des Machlandes.


Inhaltsverzeichnis


1 Geschichte von Arbing

2 Adelssitz von Arbing

3 Entwicklung der Pfarre in Arbing

4 Die Gemeinde Arbing


Geschichte von Arbing

Menschliches Leben ist auf Arbinger Boden sicher seit der Jungsteinzeit (ca.5000-1900. v. Chr.) durch verschiedene Beilfunde nachweisbar. Der Ortsname wird vom Personennamen Arbeo oder Arbo abgeleitet und ist daher ein echter Ing-Name, was auf eine Gründung des Ortes im Frühmittelalter (8. oder 9. Jahrhundert) hinweist.


Die erste urkundliche Nennung fällt in das Jahr 1137. In einer im Stiftsarchiv St. Florian hinterlegten Urkunde des österreichischen Herzogs Leopold IV. ist unter den Zeugen neben anderer Machländern (Adalram von Perg, Otto von Machland) »Gerboto de arbingin« genannt. Auch die Ortschaften Groißing und Frühstorf werden sehr früh erwähnt, da es auch dort kleine Rittersitze gab (1114 Chrebizingen, 1209 Fridhalmesdorf).


Adelssitz von Arbing

Die Besitzer der mittelalterlichen Burg auf der beherrschenden Höhe des Schlossbergs am Rande der Machlandebene traten seit der ersten Hälfte der 12. Jahrhunderts als Gefolgsleute und Dienstmannen der Hochfreier von Perge-Machland auf. Der bei diesem kleinen Geschlecht der Arbinger häufig auftauchende Taufname "Wenzel" bzw. "Wetzel" wurde schließlich zum Familienname.


Die bedeutendsten Vertreter waren Wetzel IV und dessen Sohn Dietmar, die beide das Amt eines Landesrichters im Machland ausübten. Im 15. Jahrhundert waren sie Walchen im Besitz von Arbing. Hanns IV trat 1434 als Verweser der Hauptmannschaft ob der Enns auf.


Größtes Verdienst für Arbing haben die Walchen durch den Neubau der Pfarrkirche erworben. Sie haben die Burg umgebaut und 1483 die Kirche mit seinem Wehrturm im Burgbereich errichtet. An dieses Geschlecht erinnern heute noch in der Pfarrkirche zwei Grabsteine aus rotscheckigem Adneter Marmor aus den Jahren 1520 bzw. 1509. Nach rasche Besitzerwechsel im 16. Jahrhundert erwarb 1602 Freiherr Hanns Jakob Löbl, Besitzer der großen Herrschaft Greinburg, den Adelssitz Arbing. Da dieser ihn seiner Tochter Elisabeth als Heiratsgut schenkte, kam Arbing in den Besitz des Rudolf von Sprinzenstein. 1622 wurde Arbing an den neuen Herren der Greinburg, Leonhard Helfrich Graf Meggau, verkauft. Nach seinem Tod 1644 war Arbing durch die Heirat seiner Töchter in Besitz der Starhemberger, Breuner und Dietrichstein. Auf die Grafen Cavriani folgten 1716 die Salburger und ab 1811 Josef Karl von Dietrichstein, der Arbing 1825 an den Grafen Christoph Clam-Martinic verkaufte. Graf Heinrich sah sich nicht in der Lage, das baufällig gewordene Schloß zu erneuern und verkaufte es daher 1906 an die Familie Schweiger, Arbing 55, in deren Besitz es heute noch ist. Das noch erhaltene Schlossgebäude ist nur ein Teil der ehemaligen Anlage. Ursprünglich war es eine rechteckige, drei- bis viergeschossige Baugruppe mit Vorburg, Graben, hoher Ringmauer, die auch das Wirtschaftsgebäude (heute Friedhof) und die Hoftaverne (heute ehemaliges Gasthaus Froschauer) einschloss, und einem mächtigen Bergfried über quadratischem Grundriß.


In dieser Form ist der Adelssitz Arbing im Schlösserbuch des Fürstbischofs von Passau (dat. 1663) und einem Kupferstich von Georg Matthäus Vischer (1674) verewigt. am Beginn des 18. Jahrhunderts wurde die Anlage neu gestaltet: Der Graben wurde zugeschüttet, die Mauer abgerissen und der einstige Palas - das herrschaftliche Wohngebäude - zu einem feudalen Schloss umgestaltet.


Nach dem Verkauf 1906 wurde es auf Grund der schlechten Bausubstanz im 20. Jahrhundert nur noch als Lagerraum verwendet. Nach einigen Instandsetzungsarbeiten wird das Erdgeschoß des Schlosses in Jüngster Zeit als »Schlosstaverne« der Familie Schweiger gastgewerblich genützt.


Entwicklung der Pfarre in Arbing

Das Gebiet von Arbing gehörte in kirchlichen Belangen zu der bereits 823 erwähnten Ursprungspfarre Narrn. Die Kirche im Bereich der mittelalterlichen Burganlage war Taufkapelle (Patrozinium Johannes des Täufers) der Großpfarre Narrn. 1147 wurde Arbing dem neugegründeten Stift Waldhausen einverleibt (inkorporiert). 1335 wurde die Kirche Arbing eine von Mitterkirchen abhängige Seelsorgestelle (Filiale). Als Pfarre wird Arbing erstmals 1633 in den Episkopalmartikeln erwähnt. Nach der Aufhebung des Stiftes Waldhausen 1792 stand Arbing unter dem Patronat des Religionsonds. Seit 1939 ist Arbing eine Pfarre freier bischöflicher Verleihung. Als Seelsorgemittelpunkt besaß Arbing auch eine Schule. Das Schulwesen in Arbing lässt sich durch die Aufzeichnungen in den Pfarrmatriken bis 1657 zurückverfolgen.


1857 erfolgte die Weihe der Kreuzwegstationen entlang der Heimkehrerstiege. Sie wurden von der Fachgruppe Arbing 1982/83 restauriert und mit Holzreliefs mit den Themen der Sieben Schmerzen Mariens vom ortsansässigen Bildschnitzer Franz Hani ausgestattet.


1971/72 wurde der Neubau des Pfarrheimes und Pfarrhofes, dessen Verlegung von »der Mitte des wässrigen Dorfes« in den Nahbereich der Kirche schon bei der bischöflichen Visitation 1831 angeregt worden war, am Schlossberg verwirklicht.


Die Gemeinde Arbing

Der Ort Arbing ist am Fuße der mittelalterlichen Burg entstanden. Bis 1493 gehörte der Adelssitz Arbing mit seinen Untertanen zum Landgericht Machland, dann zum Greinburger Bezirk 1603 wurde ein eigenes Landgericht Arbing geschaffen, das auf das geschlossene Dorf geschränkt war. Um 1750 gehörten noch 71 Untertanen zur Herrschaft Arbing.


Im herrschaftlichen Besitz war auch das »Jagdlandhaus« (Fam. Pfeiffer, Arbing 43). 1942 kam beim Neuverputz dieses Bauernhauses die Jahreszahl 1588 in schwarzer Farbe auf hellem Putzrechteck zutage - eine Sonnenuhr trägt die Jahreszahl 1610 - und ein Stück links über der Haustür in einem nach rechts liegende, rautenförmigen Feld ein sechszeiliger Hausspruch. Die Inschrift lautet: «Das Haus steht in Gottes Hand / Achat Puechinger bin ich genandt / Gaff nicht hin und widr aufm Steg / geh fuer dich deinen Weg / Damit du nicht muest hinab falln / Und dich walcht wie ein Kalbn.«


Als Grundherrschaften waren am Ende des 18. Jahrhunderts aüßer Arbing selbst Baumgartenberg, Schwertberg, Windhaag, Weinberg, Steyregg, Klam, Zellhof, Waldhausen und die Gotteshäuser Arbing und Grein vertreten. Im Bereich der heutigen Ortsgemeinde standen damals 140 Häuser. Die rund 900 Einwohner lebten von der Landwirtschaft, entsprechender Lohnarbeit und vom ländlichen Gewerbe. Um 1830 wurde Arbing in einem historisch-statistischen Werk folgendermaßen beschrieben: «Arbing ist ein Pfarrhof mit einem Schlosse, 54 Häusern, 72 Wohnparteyen und 333 Einwohnern, ¾ Stunde von Baumgartenberg, eine Stunde von den beiden Märkten Perg und Münzbach. Die Kirche, dem heiligen Johannes dem Täufer gewidmet, liegt vom Dorfe abgesondert auf einem ziemlich hohen Berge, wohin eine Stiege von 46 Wiener Klaftern führet. Kirche und Thurm sind von gotischer Bauart, und nach einer an der Chor-Mauer eingegrabenen Jahreszahl 1483 erbaut worden. Hier sind Epitaphien der Herren von Walchen. Neben der Kirche wurde 1809 ein hübsches Schulhaus gebaut; auf der Fläche des Berges befindet sich das Schloß, der Pfarrhof aber inmitten des wässrigen Dorfes.« Die Abschaffung der Grundherrschaft als Folge des Revolutionsjahres 1848 führte zur Gründung der Ortsgemeinde Arbing. Die Gemeinde Arbing bestand damals aus den Ortschaften Arbing. Frühstorf und Groißing. Bei der Auflösung der Gemeinde Puchberg am 31. Dezember 1954 wurden die Ortschaften Puchberg, Hummelberg und Roisenberg zu Arbing eingemeindet.


1873 wurde in Arbing das Post- und Telegraphenamt errichtet, 1900 die Raiffeisenkasse gegründet. Mit der Eröffnung der Lokalbahn Mauthausen - Grein im Jahre 1898 wurde der Ort an das Bahnnetz angeschlossen. In der Zwischenkriegszeit war im Gasthaus Froschauer eine Molkerei untergebracht, in die Milch aus 15 Gemeinden geliefert wurde. Nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich die Gemeinde kontinuierlich weiter.


1987 feierte die Gemeinde die 850. Wiederkehr der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1137 mit einem Großen Festprogramm.


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