Die aramäische Schrift ist die Schrift des semitischen Volkes der Aramäer, das etwa seit 1500 v.Chr. aus der Wüste der Arabischen Halbinsel kam, weiter nach Syrien und Mesopotamien zog, die alten Assyrer erst auf ihr Kerngebiet zurück drängte und später völlig assimilierte.
Diese Schrift entstand aus der phönizischen Schrift und legte den Grundstock für die meisten anderen semitischen Schriften. Die aramäische Schrift hat unter den nordwestsemitischen Schriften die weiteste Verbreitung gefunden. Seit 1000 v.Chr. wurde sie in Babylonien, Assyrien (Akkadisch), Syrien und Palästina gebraucht. Sie hat sich in verschiedene Zweige gespalten, von denen viele bis zum heutigen Tage erhalten geblieben sind. Darunter die arabische Schrift genauso, wie indische oder hebräische. In der Spätantike war das Aramäische wichtige Sprache der östlichen Christenheit und wurde als Verkehrssprache bis nach China getragen, wo die Mongolen ihre Schrift aus der Aramäischen entwickelten.
Diese Schrift wurde dann auch von den Mandschu übernommen, die in der Mitte des 17. Jahrhunderts ganz China und seine Randgebiete eroberten und die Mandschu-Dynastie errichteten (1644-1911). Viele chinesische Texte wurden damals in die alphabetische Schrift der Mandschus übertragen, was bis heute zum Verständnis klassischer chinesischer Texte überaus wichtig ist, da die chinesische Wortschrift oft große Interpretationsspielräume offen lässt. Erst seit dem 7. Jh. n.Chr. wich die aramäische Sprache und Schrift langsam vor dem Arabischen zurück. In Inseln hatten sich lediglich im Libanon und in Kurdistan erhalten. (siehe Syrische Sprache)
Die ältesten Funde des Aramäischen reichen bis ins 8. Jh. v. Chr. zurück. Hierbei handelt es sich um eine Schrift König Salmanassar III. (858-824). Auch in den später entstandenen Schriften des 7. Jh. v. Chr. sind kaum Änderungen zu den bisherigen phönizischen Schriftzeichen zu bemerken.
Dieses ändert sich erst im 5. Jh. als sich die Schrift zu verändern beginnt. Die ersten entsprechenden Zeugnisse der Umgestaltung der alten Zeichen zu den typisch aramäischen Formen werden in Ägypten in der Zeit der 5.-3. Jh. v. Chr. verwendet. Besonders in Oberägypten findet im 5. Jh. v. Chr. die aramäische Schrift immer stärkere Verwendung, wo sie auf zahlreichen Steintafeln und Papyrusrollen zu finden ist.
Die aramäische Schrift behält bis um die Wende des 3. und 2. Jh. v. Chr. im größten Teil Vorderasiens eine sehr einheitliche Form. Von da an spaltet sie sich, begünstigt durch die politische Zersplitterung, die zur Bildung verschiedener politischer und kultureller Sondergemeinschaften führte, in mehrere Zweige, die ihre völlig eigene, z. T. sehr bedeutsame Entwicklung nahm. Dieses sind die hebräische, indische, syrische und nabatäische Schrift / arabische Schrift.
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